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07.01.2013, 17:15

Freiburg: Fazit nach einem Jahr im Breisgau

Guedé: "Unglaublich, wie es gelaufen ist"

Zuerst sang ihm die Mannschaft am Montagmorgen ein Ständchen zum 28. Geburtstag, anschließend beschenkte sich Karim Guedé selbst. Und zwar gleich dreifach. Mit einem lupenreinen Hattrick leitete das Geburtstagskind den 8:1-Testspielsieg beim spanischen Klub Deportivo Xerez ein. Einer konnte sich über den klaren Erfolg jedoch nicht freuen: Christian Streich (47).

Karim Guedé
Mehr als zufrieden mit seinem ersten Jahr in Freiburg: Karim Guedé.
© imagoZoomansicht

Der Tabellensechzehnte der 2. Liga ließ nämlich seine Reserveelf spielen, gespickt mit lediglich drei Spielern, die auch am Vorabend in der Liga auf dem Platz standen. "Damit war das kein Test gegen einen Zweitligisten, sondern gegen einen Viertligisten. Das ist sehr ärgerlich, schließlich sind wir davon ausgegangen, gegen einen Zweitligisten zu spielen", zürnte der Trainer nachvollziehbar.

Etwas mehr Freude kam da schon beim Dreifachtorschützen Guedé auf: "Es ist angenehm. Man freut sich." Hinter dem Allrounder liegt ein ereignisreiches Jahr. Am Sonntagabend traf ihn der kicker im Trainingslager in Rota zum ausführlichen Gespräch über sein erstes Jahr bei den Breisgauern. Vor einem Jahr wechselte der in Hamburg geborene Sohn einer Togolesin und eines Franzosen von Slovan Bratislava zum SC Freiburg.

Fragt man ihn nach einem Resumé für das vergangene Jahr, zögert Guedé eine Weile. Dann sagt er: "Es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl, in positiver Hinsicht. Unglaublich, wie es gelaufen ist. Das war wirklich ein erfülltes Jahr." Der Kindheitstraum Bundesliga, mit 27 Jahren ging er endlich in Erfüllung. Dafür musste er einige Umwege in Kauf nehmen.

Schon von klein auf wollte ich immer in der Bundesliga spielen!Karim Guedé

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Rückblick: Im Sommer 2006 lief sein Vertrag beim Hamburger SV II aus, die WM stand vor der Tür. Togos damaliger Nationaltrainer Otto Pfister (75) nominierte Guedé für den Turnierkader. Der Traum von seinem ganz persönlichen Sommermärchen platzte jedoch schnell. Eine Rückenverletzung kostete ihn die WM. Dafür öffnete sich eine andere Tür. Noch im gleichen Sommer wechselte er zum slowakischen Erstligisten FC Artmedia Petrzalka aus Bratislava. In der Hauptstadt verbrachte er fünfeinhalb Jahre, inklusive zwei Meisterschaften und drei Pokalsiegen.

Guedé nahm in dieser Zeit sogar die slowakische Staatsbürgerschaft an, am 10. August 2011 feierte er sein Debüt in der Nationalmannschaft gegen Österreich. Die Bundesliga hat er jedoch nie aus den Augen verloren: "Schon von klein auf wollte ich immer in der Bundesliga spielen!" Im Trainingslager in Rota begann vor einem Jahr sein Traum Wirklichkeit zu werden. Die größten Momente? "Mein erstes Spiel war gegen Bayern München - ein krasses Erlebnis. In Erinnerung geblieben ist mir natürlich auch mein erstes Tor, das war gegen Kaiserslautern."

Streich entdeckt Guedés Qualitäten als Stürmer

Doch nicht nur mit der Bundesliga betrat er Neuland, auch was die Aufgaben auf dem Platz betrifft. Vor seiner Zeit beim SC hatte Guedé entweder als Innenverteidiger oder Sechser gespielt. Doch Christian Streich entdeckte das Offensivpotenzial des robusten und zweikampfstarken 1,84-Meter-Manns und stellte ihn zuweilen als Stürmer auf. "Das ist schon eine Umstellung gewesen, aber unser Trainer erklärt die Taktik so, dass es nicht schwerfällt, auf einer anderen Position zu spielen", berichtet Guedé. Geplant war die neue Rolle ursprünglich nicht. Streich: "Es gab bei der Verpflichtung keine Überlegung, ihn als Stürmer aufzubieten. Es hat sich so ergeben, aufgrund seines Typs und aufgrund der Situation in der Rückrunde."

Als zweite Spitze neben Max Kruse startete Guedé auch in die aktuelle Saison, musste seinen Platz in der Spitze aber nach dem 5. Spieltag räumen. Anschließend folgten nur noch zwei weitere Einsätze in der Startelf. Ärger verspürt die Frohnatur deshalb aber nicht: "Ich kann nicht meckern. Ich bin dankbar, dass ich meinen Traum leben darf und mich weiter entwickeln kann, denn das ist mein Anspruch. Rotation ist ganz normal, das gibt es in jedem Kader. Ich bleibe relativ entspannt, auch wenn ich natürlich ehrgeizig bin." Inklusive der drei Pokalspiele ist er in der Hinrunde immerhin 16-mal zum Einsatz gekommen.

Traum Bundesliga erfüllt, Traum WM soll folgen

Der Traum Bundesliga ist erfüllt - ein anderer lebt dafür weiter: "Ich träume von der Weltmeisterschaft 2014. Das wäre schon schmackhaft." In der WM-Quali steht die Slowakei zurzeit mit sieben Punkten auf Platz drei, jeweils drei Punkte hinter Griechenland und Tabellenführer Bosnien-Herzegowina. "Es ist noch nichts verloren, wir sind noch dran. Platz drei ist nicht die beste Perspektive, aber wir haben immer noch Chancen", hat der achtfache Nationalspieler seinen Optimismus nicht verloren. Portugiesisch spricht er praktischerweise schon. Ein brasilianischer Mitspieler hat mit ihm in Bratislava Vokabeln gepaukt. Es ist die Sprache Nummer fünf, die er beherrscht, neben Deutsch, Englisch, Französisch und Slowakisch. Guedé ist eben nicht nur auf dem Platz flexibel.

Am Donnerstag trifft er mit dem SC Freiburg auf den Drittligisten San Fernando. Die vorläufige Anstoßzeit ist 15.30 Uhr. Streich hofft, diesmal auf kein Reserveteam zu treffen, bevor der SC am Freitag die Rückreise nach Deutschland antritt.

JULIAN FRANZKE

07.01.13
 

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weitere Infos zu Guedé

Vorname:Karim
Nachname:Guedé
Nation: Togo
  Slowakei
Verein:SC Freiburg
Geboren am:07.01.1985

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