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27.12.2012, 16:47

Bremen: Neuer Geschäftsführer überzeugt bei der Vorstellung

Eichin: "Ich habe Werder immer bewundert"

Die Weihnachtsüberraschung ist Werder Bremen gelungen. Einen Tag nach den Festtagen sorgte der Aufsichtsrat des Nord-Klubs für eine schöne Bescherung: Thomas Eichin, 46-jähriger Ex-Profi aus Mönchengladbach und Nürnberg, im letzten Jahrzehnt als Geschäftsführer des Eishockey-Spitzenklubs Kölner Haie aktiv, wird die Nachfolge von Klaus Allofs als Geschäftsführer Profifußball an der Weser antreten.

Hess-Grunewald, Eichin, Lemke
Bis 2016 an der Weser: Thomas Eichin bei seiner Vorstellung mit Willi Lemke (re.) und Hubertus Hess-Grunewald (li.).

"Ich bin froh, dass ich hier bin", strahlte der Überraschungskandidat, als ihm die Bremer Offiziellen das grüne Traditionstrikot mit der Nummer 2016 überreichten, wodurch zugleich die geplante Dauer seines Engagements publik gemacht wurde. "Es war klar, dass ich irgendwann in den Fußball zurückkehren würde", erklärte Eichin. "Der Fußball ist immer meine Leidenschaft geblieben." Auch in seiner Zeit als Eishockey-Manager habe er sich, formulierte der neue Werder-Mann salopp, "immer auf den Fußballplätzen herumgetrieben" und er habe die Szene intensiv beobachtet. Als der Lockruf aus Bremen gekommen sei, habe er nicht lange überlegen müssen. "Super für meinen Einstieg, ich habe Werder immer bewundert."

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Bei seinem ersten Auftritt in der Hansestadt lieferte Eichin eine absolut professionelle Premiere ab: Konziliant und fachkundig, optimal in seinem Auftreten und Erscheinungsbild beantwortete er alle Fragen und ließ so erkennen, dass er das Format besitzt, das schwere Erbe eines Klaus Allofs (56) zu meistern und zu einem ähnlichen Sympathieträger für den Erstligisten zu werden. Eichin, der zunächst seine Aufgaben bei den Kölner Haie weiterführt und nach Beendigung der Eishockey-Saison offiziell sein Amt bei Werder antritt, als Strahlemann auf der Bühne.

9:0 für Eichin.Willi Lemke zum internen "Wahlergebnis"

Sein Nachbar nicht minder: Willi Lemke, der Boss des Aufsichtsrats, wirkte ebenso vergnügt und froh, dass ihm dieser Coup gelungen war. "Eine smarte Lösung", nannte Lemke die Wahl des neuen Managers. "9:0 für Eichin", bezeichnete der Werder-Chef das Traumresultat bei der Entscheidung dieser Personalie. Was konkret bedeutet: Das komplette Aufsichtsgremium, bestehend aus sechs Personen, sowie die zweiköpfige Geschäftsführung und auch der wesentlich in die Entscheidung eingebundende Cheftrainer Thomas Schaaf hatten den Daumen gehoben - für den plötzlich vor Weihnachten in den Favoritenstatus aufgerückten Eichin.

Amtsantritt erst nach der Eishockeysaison

Am Mittwoch vor dem Fest hatten Lemke und Marco Bode, neu gewähltes Mitglied des Aufsichtsrats, das erste Gespräch geführt. Nach eigenem Bekunden waren sie so begeistert, dass am letzten Samstag Eichin seine Bewerbung vor dem kompletten Aufsichtsrat abgab. Schließlich folgte am zweiten Weihnachtstag die dritte Etappe bei der Kür: Eichin flog nach Salzburg, traf sich dort mit dem im österreichischen Schnee urlaubenden Schaaf. Auch der nach dem Allofs-Weggang immer mächtiger gewordene Sportlehrer gab sein Okay.

"Einvernehmlich" sei die Einigung mit den Haien erfolgt, referierte Lemke die Verhandlungen mit dem Kölner Klub, wo Eichin noch bis 2016 vertraglich gebunden gewesen ist. Es sei keine Ablöse geflossen, sagte Lemke. Originalton Lemke: "Wir sind hanseatisch, seriös vorgegangen. Wir wollten Thomas Eichin nicht den Haien klauen." So kam der Kompromiss zustande, dass der Dienstantritt flexibel geregelt wurde.

Auf das Erscheinen des neues Mannes müssen die Bremer also noch warten. Doch sein perfektes Debüt machte Appetit auf mehr. Eichin antwortete clever auch auf kritische Fragen. Er sei nicht die erste Wahl, nachdem Beiersdorfer und Kosicke abgesagt hätten, nachdem Bode und Baumann nur hätten Ja sagen müssen und den Job bekommen hätten. Eichin schlagfertig; "Es spielt für mich keine Rolle. Ich will an dem gemessen werden, was ich leiste." Der lange Schatten von Allofs? "Er hat hier einen Riesenjob gemacht, ich habe davor großen Respekt. Doch ich will meinen eigenen Stil finden." Seine Rolle als Geschäftsführer? "Ich sehe mich nicht als Solist, sondern als Teamplayer an der Seite von Frank Baumann und Thomas Schaaf. Der Trainer ist der wichtigste Mann." Sein Status als Quereinsteiger? "Ich habe auch den Stallgeruch und die Kompetenz in Sachen Fußball. Und ich mache mir keine Gedanken darüber und habe keine Zweifel, dass ich in der Branche noch gut vernetzt bin." Einige Berater, so führte Eichin am Nachmittag aus, hätten ihn schon kontaktiert, als sie am frühen Morgen die Nachricht erfahren hätten.

Thomas Eichin
"Ich will an dem gemessen werden, was ich leiste": Thomas Eichin hat keine Angst vor dem langen Schatten von Klaus Allofs.
© picture alliance

Zum Schluss wurde der frühere Erstliga-Spieler mit 180 Einsätzen für die Gladbacher Borussia ("Ich habe gegen Riedle, Rufer und Allofs verteidigt. Allofs ist mir meist entwischt.") noch mit der Tatsache konfrontiert, dass er lange Zeit als torungefährlichster Profi der Bundesliga gegolten habe. "Ein Tor habe ich doch erzielt", schmunzelte Eichin, "allerdings in der 2.Liga für Nürnberg." Sein persönliches Pech: Der Trainer habe damals verbotenerweise den vierten Ausländer gebracht, wodurch das Spiel annulliert worden sei. "Doch in meiner persönlichen Statistik zählt dieser Treffer", meinte der Neu-Bremer, der in Bremen zum Volltreffer werden möchte. Einen guten Anfang hat er schon hingelegt.

Hans-Günter Klemm

27.12.12
 

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Vereinsdaten

Vereinsname:Werder Bremen
Gründungsdatum:04.02.1899
Mitglieder:40.000 (30.06.2013)
Vereinsfarben:Grün-Weiß
Anschrift:Franz-Böhmert-Straße 1c
28205 Bremen
Telefon: 0 18 05 - 93 73 37
Telefax: (04 21) 49 35 55
E-Mail: info@werder.de
Internet:http://www.werder.de

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