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14.12.2012, 12:17

Mönchengladbach: Interview mit Martin Stranzl

"Eine brutale Entscheidung"

Bayern gegen Gladbach, der Klassiker eröffnet den 17. Spieltag am heutigen Freitagabend (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de). Abwehrspieler Martin Stranzl (32) spricht im kicker-Interview über das Spiel in München und die heikle wie dringende Frage nach seiner Zukunft in Gladbach.

Hält einen dritten Streich gegen den FC Bayern für möglich: Martin Stranzl.
Hält einen dritten Streich gegen den FC Bayern für möglich: Martin Stranzl.
© Getty ImagesZoomansicht

kicker: Herr Stranzl, glauben Sie an einen dritten Streich gegen den FC Bayern?

Martin Stranzl: Warum nicht? Wir sind - wie fast alle Mannschaften gegen die Bayern - Außenseiter. Aber das waren wir in der vergangenen Saison auch und konnten beide Ligaspiele gewinnen. Wenn wir eine Top-Leistung abrufen und die Münchner am Freitag ein wenig schwächeln, ist etwas drin.

kicker: Wie wollen Sie die Top-Offensive der Bayern stoppen?

Stranzl: Indem wir als Mannschaft so hervorragend zusammenarbeiten wie in den beiden Spielen der Vorsaison. Nur über Kompaktheit kann man dem FC Bayern den Zahn ziehen. Perfekt wäre es, wenn wir dann noch eine unserer Chancen nutzen.

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kicker: 24 Punkte auf der Habenseite, im Europacup die Gruppenphase überstanden - sind Sie mit der Halbserie zufrieden?

Stranzl: Ja. Ein Umbruch, wie wir ihn im Sommer hatten, ist nicht leicht zu verkraften. Dazu die für viele Spieler ungewohnte Doppelbelastung mit dem Europapokal. Unter diesen Umständen liegen wir ganz gut im Rennen. Die Mannschaft hat sich kontinuierlich gesteigert und gelernt. Nur eine Niederlage in den letzten zehn Pflichtspielen spricht dafür, dass die Richtung bei uns stimmt.

kicker: Täuscht der Eindruck, dass sich die Elf zu den Siegen kämpft?

Stranzl: Verschiedene Wege führen ans Ziel. Das Vorhaben, über viel Ballbesitz die Spiele zu bestreiten, konnten wir in der ersten Saisonphase nicht so erfolgreich umsetzen. Also haben wir uns auf unsere Basisstärke konzentriert: Gut verteidigen und vorne die Chancen eiskalt nutzen. Notfalls auch über Standardsituationen. Das mag nicht der attraktivste Fußball sein, aber er ist effizient.

kicker: Heißt der Ansatz für 2013, sich spielerisch zu steigern?

Stranzl: Daran arbeiten wir ganz bestimmt. Das Potenzial, fußballerisch zuzulegen, besitzt die Mannschaft.

kicker: Viel wird über Ihre Zukunft spekuliert. Verlängern Sie um ein weiteres Jahr, oder ist im Sommer mit dem Fußball Schluss?

Stranzl: Die Frage kann ich noch nicht beantworten.

kicker: Sie sprachen zuletzt davon, dass Ihre Frau Elke nichts gegen einen Verbleib in Mönchengladbach einzuwenden hätte. Es wird als Zeichen gewertet, dass Sie bleiben.

Stranzl: Ich weiß nicht, warum das in dieser Weise interpretiert wurde. Ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass sie meine Entscheidung mitträgt, in welche Richtung die Sache auch ausgeht. Die Entscheidung muss ich alleine treffen. Mein Sohn kommt im Sommer in die Schule, meine Tochter in den Kindergarten. Deshalb habe ich vor zwei Jahren nur bis 2013 unterschrieben. Damit wir dann nach Österreich zurückkehren.

kicker: Der Stand der Dinge jetzt?

Stranzl: Ich werde mit Max Eberl ein Gespräch führen. Noch vor der Winterpause. Darin wird er erläutern, wie Borussias Planungen, auch mit mir, aussehen. Und ich werde ihm meine Situation schildern.

Die Verletzungen und Operationen aus meinen jungen Jahren haben ihre Spuren hinterlassen.Martin Stranzl über seinen Gesundheitszustand

kicker: Sie wirken topfit. Der Körper sollte für ein weiteres Jahr mitspielen.

Stranzl: Das mag nach außen hin so wirken. Die Leute sehen eben nur die 90 Minuten auf dem Platz. Aber die Verletzungen und Operationen aus meinen jungen Jahren haben ihre Spuren hinterlassen. Es steckt sehr viel Arbeit dahinter. Fitnessübungen vor dem eigentlichen Training, Nachbehandlungen. Die Fragen, die ich mir beantworten muss, lauten: Schaffe ich es noch ein Jahr, auf diesem Niveau zu spielen? Kann ich das umsetzen, was der Verein von mir erwartet? Es bringt nichts, wenn ich nach ein oder zwei Monaten der neuen Saison hinten dranhänge und nur noch der Backup bin.

kicker: Was sagt Ihr Herz?

Stranzl: Dass mir das Fußballspielen bei der Borussia unheimlich viel Spaß macht. Klub, Fans, Mitspieler - ich fühle mich unglaublich wohl. Ich muss allerdings auch die anderen Faktoren berücksichtigen. Die Familie. Die Gesundheit. Wie ich morgens nach dem Aufstehen rumlaufe, wie der Körper sich meldet. Es ist eine brutal schwierige Entscheidung.

kicker: Die wann fällt?

Stranzl: Vor dem Trainingslager Anfang Januar ist die Sache vom Tisch. Der Verein braucht Planungssicherheit. Auch ich will die Entscheidung nicht ewig aufschieben. Für beide Seiten macht eine Verzögerung weit ins neue Jahr hinein keinen Sinn.

Interview: Jan Lustig

Alles Gute zum 60.!
Allan Simonsen: Kleiner Mann ganz groß
Simonsen (re.) neben Netzer
Aller Anfang ist schwer

1972 hatte Gladbachs damaliger Coach Hennes Weisweiler den damals 19 Jahre alten Simonsen in Dänemarks Olympiaauswahl bei einem Spiel in München entdeckt und vom damaligen dänischen Meister Vejle BK zur Borussia gelotst. Doch die ersten beiden Jahre konnte sich Simonsen nicht durchsetzen. "Der ist zu klein und zu schwach", meinte nicht nur der hier neben Simonsen auf dessen Stammplatz, der Ersatzbank, schmorende Günter Netzer - übrigens vor seiner legendären Selbsteinwechslung und dem Siegtor im Pokalendspiel gegen Köln im Juni 1973.
© imago

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14.12.12
 

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weitere Infos zu Stranzl

Vorname:Martin
Nachname:Stranzl
Nation: Österreich
Verein:Bor. Mönchengladbach
Geboren am:16.06.1980

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Vereinsdaten

Vereinsname:Bor. Mönchengladbach
Gründungsdatum:01.08.1900
Mitglieder:60.765 (30.06.2014)
Vereinsfarben:Schwarz-Weiß-Grün
Anschrift:Hennes-Weisweiler-Allee 1
41179 Mönchengladbach
Telefon: 01806-181900
Telefax: (0 21 61) 92 93 10 09
E-Mail: info@borussia.de
Internet:http://www.borussia.de

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