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28.11.2012, 14:00

Aktion 12:12: Stimmungsboykott zu Beginn

Diouf unterbricht das große Schweigen

In den Partien am Dienstagabend herrschte zu Beginn eine fast schon gespenstische Stille. Mit dem Stimmungsboykott für exakt zwölf Minuten und zwölf Sekunden protestierte die Fan-Initiative "12:12" - Ohne Stimme keine Stimmung" gegen das von der DFL vorgelegte Sicherheitskonzept "Sicheres Stadion". Darüber soll auf einer Sitzung am 12. Dezember abgestimmt werden.

Stiller Protest
Stiller Protest, wie hier in Frankfurt, war in allen Stadien zu Beginn der Dienstagspiele angesagt.
© Getty ImagesZoomansicht

Die Südtribüne in Dortmund gilt nicht nur als eine der größten Stehplatz-Tribünen Europas, sondern auch als äußerst stimmungsvoll. Profis, die erstmals in der Arena auflaufen, berichten regelmäßig von der beeindruckenden Lärmkulisse, gegen die sie anspielen müssen.

Umso erstaunter dürften die Akteure von Fortuna Düsseldorf gewesen sein, als in dem weiten Rund eine fast schon gespenstische Stille herrschte. Eine ähnliche Atmosphäre herrschte ebenso in Hamburg, Hannover und Frankfurt, auch zuvor wurde zum Anfang der Zweitligabegegnungen geschwiegen.

"Wir sind sehr zufrieden mit der ganzen Aktion", zog Sprecher Jan-Henrik Gruszecki in Dortmund ein positives Fazit. Lediglich in Hannover durchbrach 96-Stürmer Mame Diouf mit seinem frühen Führungstor (4.) gegen die SpVgg Greuther Fürth die Stille. Anschließend waren sogar Gesänge zu hören, was zu einem Disput zwischen den verschieden Fan-Gruppierungen führte. Ob, wie Gruszecki mutmaßt, das Schweigen allerdings tatsächlich ein Beweis dafür ist, "dass alle an einem Strang ziehen", sei dahingestellt. Die Pfiffe in Hannover belegen, dass ganz und gar nicht alle Fans mit der Aktion einverstanden sind. Allerdings gab es auch Applaus und Solidarität für die Aktion.

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Die Reaktionen der Trainer und Spieler fielen unterschiedliche aus. "Wir waren nicht überrascht, denn wir waren ja eingeweiht. Es war aber schon eine merkwürdige Atmosphäre im Stadion", berichtete Kaiserslauterns Albert Bunjaku. Beim Spiel des FCK gegen Jahn Regensburg liefen über die Leinwände in den Ecken statt der gewohnten Spielszenen nur die Spielzeit.

Dagegen fand Dresdens Trainer Ralf Loose nach der Partie kritische Worte für die Aktion. Loose sagte, die Atmosphäre sei schlimmer als bei einem Geisterspiel ohne Fans.

Hamburgs Trainer Thorsten Fink fühtle sich zunächst wie im falschen Film: "Ich habe mich erst gewundert, weil ich nicht wusste, worum es geht. Das musste ich mir erstmal auf der Bank erklären lassen. Ich dachte zuerst, sie protestieren, weil wir in Düsseldorf so schlecht gespielt haben", sagte der 45-Jährige.

Die Aktion soll noch bei den restlichen Partien dieser Runde sowie an den folgenden beiden Spieltagen fortgesetzt werden. Am 12. Dezember sollen dann die 36 Profivereine auf einer Sitzung in Frankfurt/Main über das umstrittene Konzept "Sicheres Stadion" abstimmen. Zuvor werden die Fans Einsicht in das Papier erhalten.

Zentrale Forderungen des Konzepts bedrohen nach Ansicht vieler organisierter Gruppen die Fankultur in den deutschen Stadien. Sollte auch das überarbeitete Konzept nicht die Zustimmung der Fanorganisatoren finden, droht der Stimmungsboykott sogar zu einem Dauerthema zu werden: "Sollten wir unsere Ziele bis zum 12. Dezember nicht erreichen, könnte es weitergehen", kündigte Philipp Markhardt von der Vereinigung "ProFans" an.

28.11.12
 
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