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22.11.2012, 18:58

Nürnberg/Fürth: Hecking freut sich - Büskens fest im Sattel

"Keiner darf die Grenzen überschreiten"

Noch zwei Tage, dann steigt das 255. Derby zwischen der SpVgg Greuther Fürth und dem 1. FC Nürnberg. Trotz der reichhaltigen Tradition findet der "fränkische Clasico" erstmals in der Bundesliga statt: Eine ganze Region ist elektrisiert. Im Vorfeld sorgt besonders die Sicherheitslage für Schlagzeilen, den ersten Erfolg verbuchte eine Nürnbergerin - vor Gericht.

Timmy Simons gegen Sercan Sararer (r.) beim letzten Derby im DFB-Pokal, das Fürth mit 1:0 in Nürnberg gewann
Fürth gegen Nürnberg - das älteste Derby Deutschlands feiert am Samstag Bundesliga-Premiere.
© imagoZoomansicht

Freunde werden die meisten der Club- und Kleeblatt-Anhänger in diesem Leben wohl nicht mehr. Und so sorgen sich nicht nur die Polizeibehörden, sondern auch die Stadt Fürth um einen sicheren Ablauf der Partie am Samstagnachmittag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de). Aus diesem Grund erließ die Stadt Fürth eine "Sicherheitsrechtliche Allgemeinverfügung". Danach sollte es allen Personen am 24. November verboten sein, außerhalb der öffentlichen Verkehrsmittel einen "gesperrten" Teil des Stadtgebiets alleine oder in Gruppen zu betreten, bei denen es sich optisch und/oder akustisch um Anhänger des 1. FCN handelt. Auch das Bilden von Märschen sollte untersagt, provokative oder aufwieglerische Bestrebungen unterbunden werden.

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Wie nicht anders zu vermuten, sorgte die Allgemeinverfügung für Diskussionen. Mittlerweile ruderte die Stadt Fürth zurück und gab über ihre Website bekannt, dass sich die erlassene Sicherheitsrechtliche Allgemeinverfügung selbstverständlich nur an diejenigen Fans des 1. FCN richtet, "die sich nicht für ein friedliches Fußballspiel interessieren, sondern die Konfrontation suchen". Alle anderen Clubfans dürfen sich frei und ungehindert bewegen und sind in der Kleeblatt-Stadt "herzlich willkommen".

Gericht kippt Betretungsverbot

Mit dem Betretungsverbot hat sich inzwischen sogar die Justiz beschäftigen müssen. Denn eine aus Nürnberg stammende Klägerin stellte einen Eilantrag gegen das "Betretungsverbot". Dies teilte das Verwaltungsgericht Ansbach am Donnerstag mit. Nach Auffassung der Klägerin gebe es für die Allgemenverfügung keine rechtliche Grundlage, die städtische Verfügung sei "zu unbestimmt, ungeeignet und nicht erforderlich". Außerdem sei die Maßnahme unverhältnismäßig. Und tatsächlich: Das Verwaltungsgericht kippte am Abend das Betretungsverbot ganz.

Fußball gespielt werden soll aber auch noch. Immerhin steht "die Großmutter aller deutschen Derbys" auf dem Programm. Seit 108 Jahren treffen sich die Fürther und Nürnberger regelmäßig unregelmäßig zu Fußballspielen, insgesamt 254-mal bisher. Genauso oft spielten auch Real Madrid und der FC Barcelona gegeneinander, der "fränkische Clasico" also.

Hecking vermisst "Emotionsspieler" Gebhart

Die Angst vor Ausschreitungen ist groß, beide Trainer wollen mit gutem Beispiel vorangehen. "Keiner darf die Grenzen überschreiten", sagte Fürths Coach Mike Büskens im kicker-Interview. Gegenüber Dieter Hecking fasst zusammen: "Wir wollen die Emotionen. Aber es geht um Fußball."

Der Club-Trainer kann den Anpfiff kaum mehr erwarten: "Wir fiebern dem Spiel entgegen. Wir sind richtig gut drauf und freuen uns", sagte der 48-Jährige. Allerdings muss Hecking beim Nachbarn auf den zuletzt sehr auffälligen Timo Gebhart verzichten, der sich beim 1:1 gegen die Bayern die Ampelkarte einhandelte: "Er fällt leider aus. Er ist ein Emotionsspieler, den ich gerne dabei gehabt hätte", sagte Hecking. Dafür kann Routinier Hanno Balitsch nach seiner Gelb-Sperre wieder auflaufen, Markus Feulner, der Torschütze aus dem Bayern-Spiel, dürfte in der Startelf bleiben.

Mike Büskens, Aufstiegs-Held der SpVgg, kann sich über zwei Rückkehrer freuen. Innenverteidiger Thomas Kleine (Rot) und Mittelfeld-Abräumer Milorad Pekovic (Gelb-Rot) haben ihre Sperren abgesessen und können gegen Nürnberg spielen. Jetzt soll endlich der erste Bundesliga-Heimsieg her - es wäre ein klassischer Fall von "ausgerechnet".

Wenn dann nicht Schalke ruft, wäre es wunderschön, wenn er auch bei einem Abstieg unser Trainer bliebe.Fürth-Präsident Helmut Hack

Tabellarisch ist die fränkische Auseinandersetzung ein Kellerduell, Fürth ist 17., Nürnberg könnte nach dem Freitagsspiel auf Rang 16 abgerutscht sein. Klar, dass besonders die SpVgg sich des Klassenerhalts nicht sicher sein kann. Was würde bei einem Abstieg eigentlich aus Büskens werden? "Wenn dann nicht Schalke ruft, wäre es wunderschön, wenn er auch bei einem Abstieg unser Trainer bliebe", sagte Präsident Helmut Hack am Donnerstag der dpa. "Ich kann mir das gut vorstellen."

Ein interessantes Thema - und doch regional derzeit nur unter "Ferner liefen". Franken fiebert dem Derby entgegen, dem ältesten in Deutschland. Zwei Städte, die ineinander übergehen, zwei Fan-Lager, die sich spinnefeind sind und eine Geschichte von 254 Spielen. Fehlt eigentlich nur noch der Anpfiff.


"Ein Wahnsinn! Die Zustände will keiner mehr sehen": Ein ausführliches Doppel-Interview mit beiden Trainern lesen Sie in der aktuellen kicker-Ausgabe vom Donnerstag.

Wissenswertes zum 13. Spieltag
200. Spiel, 255. Derby und das grün-weiße Wiedersehen
Düsseldorf will ersten Heimsieg: Die Fortuna (im Bild Bellinghausen) erspielte sich ligaweit bisher die wenigsten Torchancen (33). Da kommt der Hamburger SV genau richtig, denn er ließ die meisten gegnerischen Torchancen zu (92).
Fortuna Düsseldorf - Hamburger SV

Da ist er endlich: Im Freitagabendspiel gegen den Hamburger SV feierte Fortuna Düsseldorf den ersten Heimsieg seit der Rückkehr ins Oberhaus. Aktuelle Bilanz: 10 Heimsiege - 9 Remis - 4 Auswärtssiege
© imago

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22.11.12
 

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weitere Infos zu Büskens

Vorname:Michael
Nachname:Büskens
Nation: Deutschland
Verein:Fortuna Düsseldorf

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Vereinsdaten

Vereinsname:SpVgg Greuther Fürth
Gründungsdatum:23.09.1903
Mitglieder:2.550 (01.07.2013)
Vereinsfarben:Weiß-Grün
Anschrift:Laubenweg 60
90765 Fürth
Telefon: (09 11) 97 67 68 0
Telefax: (09 11) 97 67 68 15
E-Mail: info@greuther-fuerth.de
Internet:http://www.greuther-fuerth.de

Vereinsdaten

Vereinsname:1. FC Nürnberg
Gründungsdatum:04.05.1900
Mitglieder:14.637 (30.06.2013)
Vereinsfarben:Rot-Weiß
Anschrift:Valznerweiherstraße 200
90480 Nürnberg
Telefon: (09 11) 94 07 91 00
Telefax: (09 11) 94 07 95 10
E-Mail:info@fcn.de
Internet:http://www.fcn.de

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