"Er ist wieder in der Form, dass er zur Nationalmannschaft eingeladen werden muss", sagte Heynckes am Freitag über HSV-Keeper René Adler. Heynckes kennt Adler aus gemeinsamen Tagen bei Bayer Leverkusen. "Er hatte eine sehr lange Leidenszeit und hat sich da herausgearbeitet. Das hat mich ungemein gefreut", bekannte Heynckes.
Bei den Hanseaten gehört Adler seit seiner Ankunft im Sommer zu den absoluten Führungspersönlichkeiten im Team von Trainer Thorsten Fink und ist der unumschränkte Herrscher zwischen den Pfosten. Allerdings sei laut Heynckes die Stammtorhüter-Frage in der Nationalelf geklärt: "Ich denke, dass es an der Nummer eins nichts zu rütteln gibt: Das ist Manuel Neuer", sagte er.
Adler stehe neben Rafael van der Vaart symbolisch für den Aufschwung des HSV in den letzten Wochen. Die Erfolge machen die Aufgabe an der Elbe nicht leichter. "Man muss feststellen, dass der HSV im Aufwind ist. Gegen uns werden sie 120 Prozent geben - ich erwarte einen hochmotivierten HSV", so Heynckes. Zumal die Bayern seit sechs Jahren nicht mehr in Hamburg gewonnen haben, was Heynckes allerdings nur mäßig beeindruckt: «Wir gehen unseren Weg, schauen nicht nach links oder rechts", sagte der 67-Jährige cool.
Und genau so verhält er sich auch in Bezug auf die zuletzt geäußerte Kritik von Louis van Gaal an Uli Hoeneß. Der ehemalige Trainer hatte die angebliche Machtfülle des Präsidenten beim Rekordmeister beklagt: "Die Aussagen des holländischen Nationaltrainers sind so relevant, wie wenn in Peking ein Fahrrad umkippen würde", sagte Heynckes mit einem ironischen Unterton.
Deutlicher wurde er da schon in Sachen Javi Martinez. Der Neuzugang - mit 40 Millionen Euro der teuerste Transfer der Bundesliga - konnte an der Säbener Straße bisher nicht überzeugen und bot auch im Pokal beim 4:0 gegen Zweitligist 1. FC Kaiserslautern nur eine mäßige Vorstellung: "Javi weiß ganz genau, dass er sich weiter steigern muss, er kann viel mehr", sagte er über den Spanier. Dieser habe bei seinem Ex-Verein Athletic Bilbao zuletzt allerdings Innenverteidiger gespielt, während er bei den Bayern für das defensive Mittelfeld eingeplant ist. "Eine gewisse Umstellung" müsse also auch Martinez eingestanden werden.
Gegen den Hamburger SV stehen Heynckes wieder mehr personelle Alternativen zur Verfügung, da einige Spieler zurückkehren werden. Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter Ribery (muskuläre Probleme), bei Rafinha (Schulterverletzung) dagegen gab's "grünes Licht".
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