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01.11.2012, 18:17

Teilnehmer fordern Dialog auf Augenhöhe

Fan-Gipfel schafft "verbale Abrüstung"

Rückkehr zum Dialog. Das ist die zentrale Forderung des Fan-Gipfels zum Thema Sicherheit in Berlin, die von den anwesenden Verbandsvertretern Unterstützung fand. "Die Fans müssen mit einbezogen werden", äußerte der designierte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig unmissverständlich, und auch der DFL-Fanbeauftragte Thomas Schneider meinte: "Wir sollten die Fans mehr zurate ziehen." Bei allem Entgegenkommen: Es blieben auch Konfliktpunkte bestehen.

Andreas Rettig
Interessierter Zuhörer und Diskutant: der designierte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig.
© imagoZoomansicht

Rund 250 Vertreter von Fan-Gruppierungen und Vereinen nahmen an dem aus dem Umfeld von Union Berlin angestoßenen und organisierten Fan-Gipfel teil. Auch Vertreter der DFL waren beim Treffen im VIP-Zelt der Zweitligisten anwesend

Die zentrale Forderung der Fans formulierte der leitende Fanbeauftragte des Hamburger SV, Joachim Ranau: "Wir wollen einen Dialog. Wir wollen eine sachliche Diskussion führen." Den Kern der Debatte bildete das vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorgestellte Strategiepapier "Sicheres Stadionerlebnis". Mit den darin vorgestellten Maßnahmen soll Gewalt im und um das Stadion eindämmt werden.

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Grundannahme "Anstieg der Gewalt" als Kritikpunkt

Grundlage des auf Druck von Seiten der Politik zustande gekommenen Papiers ist die Auffassung, dass die Fälle von Gewalt im Rahmen von Fußballspielen zunähmen. Diese Annahme akzeptieren viele Fan- und Vereinsvertreter jedoch nicht. Belastbare Zahlen, die einen Anstieg der Gewaltfälle belegen, fehlen. "Auch in den 1990er Jahren gab es Gewalt - sie war sogar noch schlimmer", erklärte Ranau, der zu einer sachlichen Diskussion ermahnte: "Wir haben gerade eine Hysterie, die keinem etwas bringt. Wir sollten aufeinander zugehen und zusammen Spielregeln erarbeiten, die von beiden Seiten akzeptiert werden. Dazu brauchen wir jedoch den Dialog. Und zwar auf Augenhöhe."

Dem steht nach Meinung von Sven Brux, dem Sicherheitsbeauftragten des FC St. Pauli, das Konzeptpapier "Sicheres Stadionerlebnis" entgegen: "Dieses Papier sollte in die Tonne gekloppt werden. Es darf keine Abstimmung geben, da dieses Konzept keine Akzeptanz hat. Man sollte bei Null anfangen." Brix erntete für seinen Vorschlag, eine paritätisch besetzte Arbeitsgruppe zu bilden, viel Applaus.

"Keine Akzeptanz" hat das Papier auch aus dem Grund, weil es ohne Anhörung und Beteiligung der Fans verfasst wurde. Eine Verfehlung, die auch Andreas Rettig eingestand: "Die Zeit von Befehl und Gehorsam ist vorbei. Wir brauchen moderne Management-Methoden. Die Fans müssen mit einbezogen werden." Rettig traf den passenden Ton, als er feststellte: "Nur wenn wir gemeinsam sprechen, kommen wir weiter."

Ins gleiche Horn stieß auch der DFL-Fanbeauftragte Thomas Schneider: "Dieser Fangipfel ist ein deutliches Lebenszeichen der Fans. Wir sollten die Fans mehr zurate ziehen." Schneider wies zudem darauf hin, dass das umstrittene DFL-Strategiepapier eigentlich als Diskussionspapier gedacht sei.

Wir wollten die Beschimpfungen hinter uns lassen. Das ist ganz gut gelungen.Christian Arbeit, Sprecher von Union Berlin

Christian Arbeit, Sprecher von Gipfel-Gastgeber Union Berlin, wertete das Treffen als ersten Schritt in Richtung einer zielführenden Diskussion: "Wir wollten die Beschimpfungen hinter uns lassen. Das ist ganz gut gelungen", erklärte er. Ähnlich hatte es zuvor schon Rettig formuliert: "Es geht hier um verbale Abrüstung."

Eine kritische Stimme zum Treffen kam aus Frankfurt/Main. Bei einem turnusmäßigen Treffen zwischen DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, Ligapräsident Reinhard Rauball sowie dem Bundesvorsitzenden Bernhard Witthaut von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) wurde ebenfalls das Thema Sicherheit besprochen. Witthaut nannte es in diesem Rahmen "traurig", dass kein Polizei-Vertreter beim Fan-Gipfel eingeladen wurde.

Im Rahmen des selbst gesteckten Zeitplans gerät die DFL bereits unter Druck. Am 12. Dezember will der Ligaverband auf seiner Mitgliederversammlung über ein neues Sicherheitskonzept abstimmen lassen.

01.11.12
 
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