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26.10.2012, 08:44

Augsburg: Interview mit Trainer Markus Weinzierl

"Wir haben unsere Lehren gezogen"

Mit dem FC Augsburg hat Markus Weinzierl (37) eine Mini-Serie hingelegt. Der jüngste Trainer der Bundesliga spricht vor dem Auftaktspiel des 9. Spieltags am Abend (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) im Interview der Woche über Erfolgsdruck, Autorität, Neuzugänge und Ziele.

Fünf Punkte aus drei Spielen: Markus Weinzierl sieht den FCA dennoch weiter in der Außenseiterrolle.
Fünf Punkte aus drei Spielen: Markus Weinzierl sieht den FCA dennoch weiter in der Außenseiterrolle.
© imagoZoomansicht

kicker: Präsident Seinsch bezifferte zuletzt die Wahrscheinlichkeit des Klassenerhalts mit zehn Prozent. Ist Ihr Erfolgsdruck demnach gar nicht so hoch?

Markus Weinzierl: Es ist doch schön, wenn der ganze Verein mit beiden Beinen auf dem Boden steht und die Lage und die Qualität der Gegner realistisch einschätzt. Natürlich rechnen wir uns intern schon etwas mehr aus. Ich glaube, der Präsident wollte betonen, dass wir nach wie vor Außenseiter sind.

kicker: Der FCA auf dem Relegationsplatz - damit im Soll oder eher mit dem Rücken zur Wand?

Weinzierl: Wir haben in den letzten drei Spielen fünf Punkte geholt, das ist gut. In den letzten sechs Spielen waren es sechs Zähler, damit kann man leben. Was uns immer noch wehtut, ist die Niederlage gegen Düsseldorf. Wir sind dabei, das aufzuholen. Es war klar, dass es bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt geht.

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kicker: Der erste Sieg ließ lange auf sich warten. Hatten Sie zwischenzeitlich Angst, das Ganze könnte vorbei sein, ehe es richtig begonnen hat?

Weinzierl: Angst hatte ich nicht. Wir haben aus fünf Spielen nur einen Punkt geholt. Aber daraus auch unsere Lehren gezogen.

kicker: Welche?

Weinzierl: Wir haben viel zu euphorisch Fußball gespielt. Es ist nicht die Aufgabe des FCA, 60 Prozent Ballbesitz zu haben. Die Mannschaft hat die Euphorie aus der Vorsaison mitgenommen. Aber da war sie gefestigt, das waren wir nun noch nicht. Unser Spiel war zu fehlerhaft. Wir haben insbesondere nach den frühen Rückständen zu offensiv agiert. Das haben wir abgestellt. Zwei der letzten drei Partien spielten wir zu null. Die Mannschaft hat taktisch sehr gut gearbeitet.

kicker: Wie nah an ihrem Ideal präsentiert sich die Mannschaft?

Weinzierl: Die Tendenz stimmt. Das Spiel gegen Bremen war gut. Aber es ist klar, dass wir vorne mehr Effizienz brauchen. Wenn man in Nürnberg zu null spielt, keine Großchance zulässt und selber zwei, drei hundertprozentige hat, muss das eigentlich zum Sieg reichen.

kicker: Aristide Bancé hat noch immer Defizite.

Weinzierl: Er zeigte sehr gute Ansätze in der Vorbereitung. Ich hätte ihm am Sonntag das Tor gegönnt, er braucht jetzt ein Erfolgserlebnis.

kicker: War es Ihre bislang wichtigste Maßnahme, die Zügel anzuziehen?

Weinzierl: Wenn wir gegen Leverkusen oder in Mainz nach zehn Minuten in Rückstand geraten, hat das nichts mit lockeren Zügeln zu tun. Sicherlich braucht es eine gewisse Zeit, um die einzelnen Charaktere in der Mannschaft kennenzulernen.

Es war sicher nicht populär, Bancé gerade in Mainz draußen zu lassen.Markus Weinzierl

kicker: Stärkte Ottls, Bancés oder Sankohs Verbannung auf die Bank Ihre Autorität entscheidend?

Weinzierl: Ich treffe keine Entscheidungen, um meine Autorität zu stärken. Es war sicher nicht populär, Bancé gerade in Mainz draußen zu lassen. Ich habe Argumente für meine Entscheidungen. Aber nach dem Leverkusen-Spiel war ein Punkt erreicht, wo wir so nicht weitermachen konnten. Obwohl dieses 1:3 schon ein Wendepunkt war.

kicker: Inwiefern?

Weinzierl: Weil sich die Moral und der Charakter der Mannschaft zeigte. 0:3 gegen Bayer zur Pause, das kann auch anders ausgehen . . .

kicker: Ottl geriet mit seiner auf Sicherheit bedachten Spielweise in die Kritik. Ist er einfach der falsche Typ in diesem System?

Weinzierl: Es ist falsch, das an einem Spieler festzumachen. Wäre der Saisonstart anders verlaufen, wäre er auch nicht so in die Kritik geraten. Vogt hat seine Chance genutzt, aber Ottl ist wichtig für uns.

kicker: Wer spielt gegen den HSV für Verhaegh Rechtsverteidiger?

Weinzierl: Reinhardt ist ein Kandidat.

kicker: Der spielte zuletzt in der U 23.

Weinzierl: Das hilft ihm jetzt hoffentlich. Er hat auch viel Erfahrung. Philp ist leider noch nicht so weit. Callsen-Bracker hat rechts schon gespielt, Vogt auch. Wir haben einige Alternativen.

kicker: Jentzsch saß zuletzt auf der Bank, wackelt die Nummer 1?

Weinzierl: Nein, Simon ist fit und wird spielen, auch wenn Amsif seine Sache sehr gut gemacht hat.

kicker: Das zweite Jahr ist das schwierigere - bewahrheitet sich für Augsburg diese These?

Weinzierl: Es ist einfacher, Großartiges zu erreichen, als das Erreichte zu bestätigen.

Interview: George Moissidis und Michael Pfeifer

26.10.12
 

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weitere Infos zu Weinzierl

Vorname:Markus
Nachname:Weinzierl
Nation: Deutschland
Verein:FC Augsburg

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Vereinsdaten

Vereinsname:FC Augsburg
Gründungsdatum:08.08.1907
Mitglieder:12.564 (03.12.2014)
Vereinsfarben:Rot-Grün-Weiß
Anschrift:Donauwörther Straße 170
86154 Augsburg
Telefon: (08 21) 45 54 77 0
Telefax: (08 21) 45 54 77 77
E-Mail: info@fcaugsburg.de
Internet:http://www.fcaugsburg.de

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