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23.10.2012, 17:19

Treffen mit Fan- und Sicherheitsvertretern geplant

DFL-Sicherheitskommission glättet die Wogen

Nachdem die Vorstellung des DFL-Sicherheitskonzeptes unter dem Titel "Sicheres Stadionerlebnis" vielfältigen und teils heftigen Widerstand bei Fans, aber auch den Profivereinen selbst hervorrief, bemüht sich der Verband nun darum, die Wogen zu glätten. Durch Treffen mit Fanvertretern und Sicherheitsexperten sowie eine weitere Informationsveranstaltung für die 36 Profi-Klubs soll ein Scheitern des Maßnahmenkatalogs verhindert werden.

Peter Peters
Schwierige Mission: Peter Peters kämpft als Vorsitzender der DFL-Kommission um eine gemeinsame Sicherheits-Linie
© picture allianceZoomansicht

Am Montag trat die DFL-Sicherheitskommission zusammen und musste sich mit reichlich Gegenwind beschäftigen. Zahlreiche Vereine hatten in Stellungnahmen das im September als Reaktion auf politischen Druck vorgestellte Konzeptpapier "Sicheres Stadionerlebnis" in seiner bestehenden Form abgelehnt. Frühzeitig positionierten sich die Zweitligisten Union Berlin und FC St. Pauli. Beide Vereine betonten, dass sich die Grundannahme, dass die Zahl der Gewalttaten im Rahmen von Fußballspielen angestiegen sei, durch keinerlei Zahlen belegen ließe.

Doch auch viele Erstligisten lehnten den Entwurf ab. Am deutlichsten wurde der VfL Wolfsburg, der von einer " fragwürdigen Herangehensweise" sprach, viele Inhalte als "rechtlich bedenklich, unverhältnismäßig, praxisfern und damit nicht zielführend" einstufte. Als Konsequenz aus einer möglichen Verabschiedung in dieser Form ohne Dialog mit den Fans befürchte der VfL einen gegenteiligen Effekt: einen Anstieg von Gewalt und ein stark vermehrtes Abbrennen von Pyrotechnik.

Inhaltliche Unterstützung erhielten die kritischen Stimmen am Dienstag auch von der "Arbeitsgemeinschaft Fananwälte". Die in der AG zusammengeschlossenen Juristen, die regelmäßig Fußball-Anhänger vertreten, sehen den Maßnahmenkatalog "mit der bestehenden Rechtslage nicht im Einklang".

Selbst DFL-Vizepräsident Harald Strutz warnte davor, übers Ziel hinauszuschießen: "Natürlich kann es nicht sein, dass Personen willkürlich kontrolliert werden, vielleicht noch von Personen, die keine Schulung haben", sagte der Klubchef des 1. FSV Mainz 05 und fügte hinzu: "Das schürt auch Hass."

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Zustimmung aus München und Dortmund

Doch es gibt auch andere Stimmen, insbesondere die Branchenführer aus München und Dortmund gehören zu den Befürwortern. "Wir stehen hinter diesem Konzept", erklärte Markus Hörwick als Sprecher des FC Bayern. "Wir waren in der Kommission vertreten. Deshalb können wir mit dem Entwurf sehr gut leben", sagte auch Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der BVB-Geschäftsführung, der auf den Dialog setzt: "Aber wenn dieser Entwurf abgelehnt wird und Verbesserungsvorschläge kommen, kann das nur gut sein. Es ist ja erst einmal nur ein Entwurf."

Damit liegt Watzke voll auf dem Kurs, den die Sicherheitskommission auch nach ihrem montäglichen Treffen in einem Schreiben an die 36 Profiklubs ausgab: "Wir weisen darauf hin, dass es sich weder um ein abschließendes Konzept noch um ein finales Arbeitsergebnis handelt", heißt es darin.

In den kommenden Wochen steht der Ligaverband nun also vor der schwierigen Aufgabe, einen Kompromiss zwischen verhärteten Fronten zu finden. Denn letztlich sitzt der DFL die Politik im Nacken. Stephan Schippers, Geschäftsführer von Borussia Mönchengladbach, verwies auf den klaren Auftrag, den es beim Sicherheitsgipfel und der Innenministerkonferenz gegeben habe. Sollte es nicht gelingen, die Gewalt einzudämmen, laufe man Gefahr, dass entsprechende Maßnahmen nach dem Gießkannenprinzip von der Politik selbst ohne Einbeziehung von DFL und DFB festgelegt werden.

Es macht keinen Sinn, über einen Maßnahmenkatalog abzustimmen, bevor die Interessen und Vorschläge der Fans einbezogen wurden.Gerd Mäuser, Präsident VfB Stuttgart

Um solche Maßnahmen zu vermeiden, soll in den nächsten Wochen am Sicherheitskonzept gefeilt werden. Dazu soll es von Seiten der Sicherheitskommission zu Treffen mit Fan- und Sicherheitsbeauftragten der Klubs und der Arbeitsgemeinschaft Fan-Belange beim DFB kommen. Damit entspricht die Kommission auch einer Forderung von Gerd Mäuser, Präsident des VfB Stuttgart: "Es macht keinen Sinn, über einen Maßnahmenkatalog abzustimmen, bevor die Interessen und Vorschläge der Fans einbezogen wurden." Zudem wird es vor der entscheidenden Liga-Vollversammlung am 12. Dezember, auf der das Konzept auch weiterhin verabschiedet werden soll, eine Informationsveranstaltung für die 36 Profi-Vereine geben. Dort soll ein Zwischenbericht zu möglichen Überarbeitungen und Anpassungen vorgelegt werden.

Peters hofft auf einheitliche Linie

"Der Ligaverband ist weiterhin der Auffassung, dass er im Rahmen der Verbandsautonomie in Eigenverantwortung zu Lösungsansätzen kommen sollte, die der Besonderheit der Liga und damit auch ihrer Rolle als Veranstalter entsprechen", sagte Peter Peters als Vorsitzender der DFL-Kommission. Ob es jedoch gelingt, einen für alle Positionen tragfähigen Kompromiss zu finden? Zumal die Zeit drängt, wenn tatsächlich Mitte Dezember ein entsprechender Beschluss gefasst werden soll. Der Start mit dem Konzeptpapier "Sicheres Stadionerlebnis" war dabei wenig hilfreich, sondern hat vielmehr vielerorten Widerstand geweckt.

23.10.12
 
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