| Vorname: | Jupp |
| Nachname: | Heynckes |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | Bayern München |

Schon dreimal zuvor war eine Mannschaft mit sieben Siegen in die Spielzeit gestartet 1995/96 gelang dies den Münchnern selbst (19:6 Tore), 2001/02 dem 1. FC Kaiserslautern (20:7) und 2010/11 dem 1. FSV Mainz 05 (18:7). Nun also erneut der FC Bayern, der saisonübergreifend nun zehn Partien in Folge gewinnen konnte. Keine Serie, die Hoeneß frohlocken ließe, im Gegenteil. "Was nützt dir der beste Start der Geschichte, wenn du am Ende nicht Meister wirst", stellte der 60-Jährige fest und forderte die Reporter auf: "Also, hört's auf mit dem Käse!"
Dass der FCB-Präsident mit seiner Einschätzung so falsch nicht liegt, zeigt ein genauerer Blick in die Bundesliga-Jahrbücher. Denn keines der mit sieben Siegen gestarteten Teams konnte bisher anschließend auch die Meisterschaft feiern, den Titel holte in allen drei Fällen am Ende Borussia Dortmund. "Wir versuchen den Bann zu brechen", entgegnete darauf Bastian Schweinsteiger mit einem Lächeln und Trainer Jupp Heynckes stellte in den Raum: "Ja, aber was ist, wenn wir auch das achte Spiel gewinnen?"
„Alles wunderbar.“Karl-Heinz Rummenigge über das Innenklima des FC Bayern
Eine berechtigte Frage, schließlich muss die Aneinanderreihung von Siegen noch nicht beendet sein, auch wenn sie nun erstmal durch die Länderspielpause eine Unterbrechung erfährt. In zwei Wochen, am 20. Oktober, geht es nach Düsseldorf, dann soll Sieg Nummer acht folgen.
Bis dahin soll an der Säbener Straße möglichst Ruhe herrschen. Alle Beteiligten bemühten sich am Samstag dann auch, die durch die Dissonanzen zwischen Heynckes und Sportvorstand Matthias Sammer entstandenen Wogen zu glätten. Beide bejubelten die spielentscheidenden Tore von Franck Ribery in der 19. und 47. Minute, den sechster Liga-Doppelpack des Franzosen, am Spielfeldrand demonstrativ gemeinsam, Sammer verließ das Stadion später, ohne einen Kommentar abzugeben. "Einen schönen Abend", wünschte er, das war's. Heynckes selbst diktierte: "Matthias und ich verstehen uns sehr gut." Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erklärte das Thema offiziell für erledigt: "Alles wunderbar."
So kann man sich in München anderen Dingen widmen. Beispielsweise dem Oktoberfest-Besuch der Mannschaft am Sonntag. Den wird auch Thomas Müller wahrnehmen, auch wenn er aus dem Hoffenheim-Spiel eine blutende Wunde unter dem linken Auge mitnahm. "Ich muss mir wohl eine Sonnenbrille zulegen", scherzte der optisch etwas in Mitleidenschaft gezogene Nationalspieler. Und Franck Ribery kündigte schon mal vorab an: "Ich trinke nur Apfelschorle, das ist besser für mich." Matthias Sammer und Co. dürften sich über derlei Konzentration auf das Wesentlich freuen.