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18.09.2012, 15:20

Hannover: Regel Nummer zwölf im Fokus

Einspruch abgewiesen: Huszti bleibt gesperrt

Die doppelte Gelbe Karte für Hannovers Szabolcs Huszti hat jede Menge Wellen geschlagen. Die Niedersachsen hatten gegen die Entscheidung von Schiedsrichter Deniz Aytekin Einspruch eingelegt - erfolglos, wie sich herausstellen sollte. Am Dienstag entschied das DFB-Sportgericht, dass die Sperre von einem Spiel weiterhin Bestand hat. Die Regel Nummer 12 wurde korrekt ausgelegt - dennoch sorgt sie bei vielen Fans schon lange für Kopfschütteln.

Szabolcs Huszti und Mirko Slomka
Keine Gnade: Trainer Mirko Slomka wird in Hoffenheim auf Szabolcs Huszti verzichten müssen.
© imagoZoomansicht

Zwei Gelbe Karten für einen Torjubel - auch die deutliche Mehrheit befand in unserem "Wir wollen's wissen", dass diese Regel geändert werden sollte. Doch noch hat sie Bestand, und so bleibt Huszti gesperrt. "Im vorliegenden Fall ist ein Irrtum des Schiedsrichters nicht ersichtlich, vielmehr hat er regelkonform entschieden", heißt es in der Urteilsbegründung: "Gemäß Regel zwölf der Fußballregeln ist ein Spieler zu verwarnen, wenn er sein Hemd auszieht oder an einem Zaun hochklettert, um einen Treffer zu feiern."

Im Überschwang der Gefühle machte Huszti gleich beides. Der Ungar hatte unmittelbar zuvor auf spektakuläre Weise den 3:2-Siegtreffer erzielt, danach gab es kein Halten mehr. Schiedsrichter Deniz Aytekin hatte beide Aktionen jeweils mit Gelb geahndet. "Regeltechnisch hat Deniz Aytekin absolut richtig entschieden. Er hat keinen Ermessensspielraum", hatte Schiedsrichter-Lehrwart Lutz Wagner bereits am Dienstagvormittag zum SID gesagt: "Die Regel ist klar: Es waren zwei Vergehen, die beide mit Gelb bestraft werden."

Der Schiedsrichter kann sich in seiner Spielleitung nicht mit der grundsätzlichen Sinnfrage zu einer klaren Regelbestimmung
auseinandersetzen.Lutz Michael Fröhlich, stellvertretender Vorsitzender der Schiedsrichter-Kommission.

96-Sportdirektor Jörg Schmadtke hatte den Einspruch damit begründet, dass "zwei vermeintliche Vergehen gewissermaßen in einem Zug" zu ahnden, "unzulässig" sei. Dass die Vergehen "unmittelbar hintereinander ablaufen", sei kein Versäumnis des Schiedsrichters, sagte aber Wagner: "Es ist der Chronologie der Ereignisse geschuldet, dass beide Verwarnungen direkt hintereinander ausgesprochen wurden."

Viel Aussicht auf Erfolg hatte der Einspruch nicht. Schmadtke hatte betont, dass es Hannovers Anliegen sei, "für die Zukunft eine grundsätzliche Klärung herbeizuführen". Eine Änderung der Regel zwölf ("Verbotenes Spiel und unsportliches Betragen") hätte in jedem Fall auf sich warten lassen, da die Regeln zum Torjubel offiziell vom Weltverband FIFA festgeschrieben sind.

Nackter Oberkörper - seit 2004 ein Tabu

Aber warum gibt es diese Regel eigentlich? Zunächst beschloss im Jahr 2002 das regelgebende Fifa International Board (IFAB), dass nur noch Spieler das Trikot beim Jubeln ausziehen dürften, wenn auf dem Hemd darunter keine religiösen, privaten oder politischen Mitteilungen standen. 2004 dann die Verschärfung: Der nackte Oberkörper beim Jubeln wurde allgemein unter Strafe gestellt. "Das Ausziehen des Trikots nach einem Tor ist unnötig. Solch übermäßiger Torjubel ist von den Spielern zu vermeiden", lautet der Wortlaut in Regel Nummer zwölf. Offiziell heißt es, dass es nicht mit den kulturellen Regeln einiger FIFA-Mitgliedsländer zu vereinbaren sei.

18.09.12
 
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weitere Infos zu Huszti

Vorname:Szabolcs
Nachname:Huszti
Nation: Ungarn
Verein:Eintracht Frankfurt
Geboren am:18.04.1983