| Vorname: | Thomas |
| Nachname: | Schaaf |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | Werder Bremen |

Der Start in die neue Saison ist geglückt, Werder konnte die saisonübergreifende Negativserie mit elf sieglosen Pflichtspielen mit dem Derbysieg über den HSV endlich beenden. Gute Ansätze waren bei der mit knapp unter 23 Jahren Durchschnittsalter jüngsten Liga-Formation schon zuvor beim 1:2 in Dortmund zu erkennen. Die drei Punkte gegen den hanseatischen Rivalen waren dann die Bestätigung für die guten Leistungen.
Doch der neue SV Werder will es nicht dabei beruhen lassen. Es soll wieder nach oben gehen in der Bundesliga-Tabelle - und zahlreiche Gründe sprechen dafür, dass der Umbruch schnell und mit positivem Effekt funktionieren kann.
Zum einen ist da die deutlich verbesserte Stimmung im Team, zu spüren bei der Feier nach dem Sieg über den HSV im Bremer In-Lokal "La Viva". Matchwinner Aaron Hunt (26) spricht von einem "besonderen Teamgeist". Der Dienstälteste im Kader gehört zur neuen Führungsriege um Kapitän Clemens Fritz (31), der unterstreicht: "Alle sind offene Charaktere, es passt." Also auch die Einkäufe um Eljero Elia (25), Theodor Gebre Selassie (25) und Kevin de Bruyne (21).
Nachdem mit Wiese, Naldo und Pizarro sowie zuvor schon Mertesacker und Frings dominante Persönlichkeiten weg sind, musste eine neue Rangordnung her. Fritz und Hunt sind die Anführer, Abwehrmann Sokratis (24) und Sebastian Prödl (25) spielen ebenfalls eine tragende Rolle.
Trainer Thomas Schaaf (51) hat ein neues System installiert, dass der Mannschaft sichtlich gut tut. Keine Mittelfeld-Raute mehr, dafür eine flexible Aufteilung im Mittelfeld, meist ein 4-1-4-1, mitunter auch ein 4-2-3-1 oder gar bei Ballbesitz ein 4-3-3. Die Spieler haben das bereits verinnerlicht. Vorteilhaft, dass mit zwei Außenstürmern, Elia und Marko Arnautovic (23) sind gesetzt, angegriffen wird. Hunt: "Wir setzen es gut um."
Und so sehen die Werder-Fans nicht mehr das zuweilen behäbige Aufbauspiel der letzten beiden Spielzeiten, sondern ein deutlich zügigeres Vorankommen. Elia, Gebre Selassie und de Bruyne sind die dafür passenden Spielertypen. Nach vorne geht es schon passabel - vielleicht noch nicht effektiv genug -, bei Ballverlust kann es nach hinten indes noch besser werden.
Schaaf hat den Umbruch mit einer spürbaren Lockerheit eingeleitet. Locker drauf, sagt Sebastian Prödl, sei der Trainer. Auch Arnautovic hat eine Wandlung bei Schaaf registriert: "Der Trainer redet noch mehr als früher." In den zwei missglückten Spielzeiten hatte Schaaf zum Teil doch recht verbiestert gewirkt.
Die Stimmung an der Weser ist also alles in allem positiv. Und so blickt der Vorsitzende Klaus Allofs (55) auch hoffnungsfroh in die nahe Zukunft. "Unsere Maßnahmen haben schon weitgehend gegriffen", betont der Werder-Boss. "Es sieht alles sehr gut aus." Das Kompliment von Aufsichtsratchef Willi Lemke (66), der lobte, "für relativ wenig Geld" sei gute Qualität eingekauft worden, rundet das gute Gesamtbild ab. Doch Allofs warnt, spricht nur von einer Momentaufnahme: "Es muss sich zeigen, wie anfällig wir für Fehler sind." Mit einer hohen Hürde geht es für die Werder-Youngster nach der Länderspielpause weiter: In Hannover geht es gegen die offensivstarken 96er.