| Vorname: | Christian |
| Nachname: | Streich |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | SC Freiburg |
Überraschungen gab es beim SC Freiburg nur vor dem Anpfiff. Kapitän Julian Schuster (27) rutschte aus der Startelf, verbrachte 90 Minuten auf der Bank. Und Neuzugang Vegar Hedenstad (21), etatmäßiger Rechtsverteidiger, spielte im linken Mittelfeld, wo er sichtlich überfordert war. Eigentlich sollte dort Johannes Flum (24) anstelle des verletzten Daniel Caligiuri (24) auflaufen. Doch wegen einer im Abschlusstraining erlittenen Muskelverhärtung im Oberschenkel musste der Mittelfeldakteur passen.
Während des Spiels ließ Freiburg jegliche Überraschungsmomente vermissen. "Wir haben es taktisch einfach nicht hingekriegt, sind nicht in die Zweikämpfe gekommen und haben es auch im Spielaufbau nicht gut gemacht. Das ärgert uns", monierte Christian Streich (47) und präzisierte: "Es ist uns nicht gelungen, flach am Boden spielerisch dagegenzuhalten, in der Luft war es ein hoffnungsloses Unterfangen. Wir haben verdient verloren." Der Trainer sagte aber auch: "Dass man in Leverkusen verlieren kann, ist ein ganz normales Ereignis."
Auch die Spieler unternahmen erst gar nicht den Versuch, den schwachen Auftritt schönzureden. "Wir haben nicht zu unserem Spiel gefunden und hatten kaum Torchancen. Bei einem 0:1 anzurennen, ist sehr schwer. Ich bin aber sicher, dass wir in 14 Tagen gegen Hoffenheim ein anderes Spiel liefern werden", sagte Matthias Ginter (18). Torhüter Oliver Baumann (22) haderte: "Wir haben es nicht geschafft, die Löcher zuzukriegen." Und Stürmer Sebastian Freis (27) analysierte: "Den meisten Ballbesitz hatten unsere Innenverteidiger. Da ist es schwer, Tore zu schießen. Die Leverkusener haben uns relativ klug zugestellt. Wir haben zu lange gebraucht, um in die Spitze zu spielen. Ich wusste gar nicht, in welchen Raum ich laufen soll, weil sie ziemlich zusammengeschoben haben. Trotzdem haben wir vorne zu wenige Laufwege angeboten, das war alles ein bisschen zu statisch."
Dass Streich in Schuster auf seinen Kapitän verzichtet hat, begründet der Coach mit "taktischen Überlegungen". Ausschlaggebend sei die physische Stärke von Cedrik Makiadi (28) und Karim Guedé (27) gewesen. Schuster sagte zu seiner Herausnahme: "Wir sind breit besetzt, es kann jeden treffen. Auch mich. Man muss sich damit abfinden und das akzeptieren." Ob er erwartet, gegen Hoffenheim wieder dabei zu sein? "Um Gottes Willen, ich habe nicht gespielt und rede deshalb ungern. Das Wichtigste ist, dass man im Training Gas gibt." Was Schusters Einsatz in den Übungseinheiten betrifft, lobt Streich: "Der Julian lässt nie nach."
Julian Franzke