| Vorname: | Aaron |
| Nachname: | Hunt |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | Werder Bremen |
| Geboren am: | 04.09.1986 |

Manchem Zuschauer schwante wohl Böses, Eljero Elia aber klatschte aufmunternd in die Hände: Aaron Hunt schnappte sich in der 51. Minute des Nordderbys gegen den HSV am Samstag tatsächlich noch einmal den Ball. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte der zweimalige Nationalspieler einen Foulelfmeter verschossen, Gäste-Keeper René Adler die Ecke geahnt.
Hunt jedoch ließ sich nicht beirren, lief erneut an und zielte - diesmal extra härter, wie er später erklärte - wieder auf die gleiche Ecke: die Führung für Werder, der Grundstein für den ersten Saisonsieg, den ersten Bundesliga-Dreier nach zehn Anläufen. "Es ist bemerkenswert, dass die anderen ihm die Kugel gegeben und gesagt haben: 'Mach du das noch mal!' Es ist gut gegangen - und deshalb Glückwunsch", freute sich Trainer Thomas Schaaf bei "Liga total" hinterher.
Nach der 13-Punkte-Rückrunde 2011/12, dem großen Umbruch im Sommer und dem bitteren DFB-Pokal-Aus (2:4 n.V. bei Drittligist Münster) stand das Werder-Gebilde auf wackeligen Beinen. Kapitän Clemens Fritz hatte gleich den Saisonstart gegen Dortmund (1:2) zum Charaktertest erklärt. "Es wird sich zeigen, ob die Stimmung jetzt schon umschlägt", warnte er - und kann nun zufrieden vermerken: Dies ist eine andere Bremer Mannschaft als vorige Saison.
„Beim Ausführen habe ich nicht viel nachgedacht.“Aaron Hunt
Schon in Dortmund hatten die Hanseaten für ihren couragierten Auftritt viel Lob erhalten, gegen den HSV münzten sie ihre spielerischen Möglichkeiten in Zählbares um. "Das waren drei Punkte mit einer guten Leistung", urteilte auch Schaaf und bescheinigte Hunt, der später Nils Petersen mit einem messerscharfen Steilpass noch das 2:0 auflegte, ein Klasse-Spiel.
Seit 2001 ist Hunt bei Werder, mit 25 Jahren ist er bereits dienstältester Profi im Kader. Was ihm noch fehlt, ist eine konstante Saison, in der Licht und Schatten nicht mehr so oft wechseln wie zuletzt. Führungsspieler wolle er werden, Verantwortung übernehmen, hatte er vor der Saison mehrfach betont. "Heute hat er Taten folgen lassen", stellte Werder-Boss Klaus Allofs anerkennend fest.
Vor allem in jener 51. Minute. "Beim Ausführen habe ich nicht viel nachgedacht", verriet Hunt, "auch nicht über den verschossenen Elfer zuvor." Obwohl er nicht der einzige Bewerber war (Petersen: "Als ich gesehen hatte, wie viele das Ding machen wollte, bin ich gleich weggeblieben"), drängelte sich doch keiner seiner Kollegen vor, alle schenkten ihm das Vertrauen. "Das", frohlockte Hunt, "zeigt den Teamgeist, den wir in dieser Saison haben." Es war wieder so ein Charaktertest, den die Bremer bestanden haben.