| Vorname: | Thorsten |
| Nachname: | Fink |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | Hamburger SV |
Die Zukunft jubelte ausgelassen mit den Fans, die Gegenwart sah anders aus: Während die Hamburger Profis im Wildparkstadion enttäuscht auf dem aufgeheizten Rasen kauerten, ließ sich Hakan Calhanoglu, KSC-Talent und HSV-Neuzugang für die Saison 2013/14, feiern. Auch er hatte zu einer Pokal-Überraschung beigetragen, an deren Ende Gästestürmer Marcus Berg konstatierte: "Ich bin zu sauer, um zu denken."
Auf die Palme brachten Spieler wie Verantwortliche vor allem die vielen Standardsituationen, die insbesondere nach der Pause immer wieder leichtfertig verursacht wurden - trotz eindringlicher Vorwarnung: "Wir haben vor dem Spiel gesagt: Aufpassen bei Freistoß gegen uns!", verriet Berg hinterher, nachdem die Tore zum 2:2 und 2:3 jeweils Standards entsprungen waren.
"Das hatten wir vor dem Spiel extra angesprochen", klagte Thorsten Fink ratlos. "Der KSC hat verdient gewonnen." Auch weil die Hanseaten ihre eigenen Tormöglichkeiten nach der 2:1-Pausenführung reihenweise ungenutzt ließen. "Wir müssen das 3:1 machen, dann ist alles klar. Die Riesenchancen müssen wir einfach nutzen", monierte der HSV-Coach und trauerte um die "große Chance, positiv in die neue Saison zu starten".
„ 3:2 in Karlsruhe ist nicht gut. “ Per Skjelbred nach dem 2:4 in Karlsruhe
Nach folgenschwerer Trainingskeilerei, holpriger Personalsuche und schwacher Vorbereitung war die Lage an der Alster auch schon vor dem Pokal-Auftritt angespannt. Wettquoten auf einen KSC-Sieg blieben bei manchem Anbieter unter 3,50. Aufbruchstimmung nach der desolaten Vorsaison, der schlechtesten in der Vereinsgeschichte? Fehlanzeige! Dem HSV droht die nächste Zittersaison - nach der Blamage in Baden erst recht.
Zumindest die Selbstkritik war nach 90 Minuten erstklassig: "Wenn man die kompletten 90 Minuten sieht, dann war es katastrophal", bilanzierte beispielsweise Kapitän Heiko Westermann, während 1:0-Torschütze Berg feststellte: "Wir können nicht vier Tore kassieren. So verlierst du jedes Spiel."
Mal wieder ist Fink als Retter gefordert. "Wir müssen eine Reaktion zeigen, um in der Liga gut zu starten", versuchte der Ex-Karlsruher, den Blick nach vorne zu richten - wohlwissend, dass auch sein Kredit im HSV-Umfeld langsam schwindet. Manch Spötter empfahl dem Bundesliga-Dino am Sonntag bereits, ein Inserat aufzugeben. Überschrift: "Verkaufe Uhr".