| Vorname: | Jakub |
| Nachname: | Blaszczykowski |
| Nation: | Polen |
| Verein: | Borussia Dortmund |
| Geboren am: | 14.12.1985 |
Es wäre keine adäquate Antwort auf zwei titellose Spielzeiten gewesen, und doch hätten auch die Bayern die Saison gerne mit dem Gewinn des Liga-total-Cups begonnen - anstatt so, wie die alte aufgehört hatte: mit einer Niederlage im Elfmeterschießen. Der Rekordmeister verlor am Samstag wie im Vorjahr (1:2 gegen den HSV in Mainz) das erste 60-minütige Match beim Vorbereitungsturnier - 2:4 i.E. gegen Werder Bremen.
Werder, dessen Neuzugang Eljero Elia an alter Wirkungsstätte mit Pfiffen bedacht wurde, begann hochengagiert; besonders über rechts, die Seite von Neuverpflichtung Theodor Gebre Selassie, wurde es gefährlich. Zunächst scheiterte der tschechische Nationalspieler selbst knapp (7.), dann brachte er mit einer Hereingabe Jerome Boateng in Verlegenheit: Der Bayern-Innenverteidiger legte Nils Petersen den Ball unfreiwillig auf, und die Leihgabe aus München ließ Ex-Kollege Manuel Neuer ins Leere springen - 1:0 (12.).
Die Bayern, die den angeschlagenen Ex-Bremer Claudio Pizarro daheim gelassen hatten, wackelten defensiv hin und wieder, nach vorne hinterließen sie dagegen zunehmend einen besseren Eindruck - allen voran Xherdan Shaqiri. Der Youngster, vom FC Basel verpflichtet, schoss nach einem Fehlpass von Marko Arnautovic ans Außennetz (18.), ehe er wenig später Sebastian Mielitz eiskalt überwand (27.). Arjen Robben hatte nach einem Dribbling mit viel Übersicht durchgesteckt.
Zur zweiten Hälfte ermöglichte FCB-Coach Jupp Heynckes Bastian Schweinsteiger sein Comeback nach Champions-League- und EURO-Frust, auch Franck Ribery kam für Wirbelwind Shaqiri. Später musste auch der unauffällige Mario Gomez mit Sprunggelenksproblemen runter, den vor der Partie Sportdirektor Matthias Sammer gegenüber Präsident Uli Hoeneß verteidigt hatte.
„Es hat mich nicht verwundert, dass sich die Mannschaft hier und da schwer getan hat. Wir hatten nach der China-Reise keinen freien Tag.“Jupp Heynckes
Vor den Toren ereigneten sich noch genau zwei Szenen von Bedeutung: Nach einer Junuzovic-Ecke zwang Luiz Gustavo Neuer zu einer Parade, Niclas Füllkrug staubte zum 2:1 für die Elf von Thomas Schaaf ab (43.), der später auch Chelsea-Leihgabe Kevin de Bruyne aufs Feld schickte. Die Bayern konterten in der Schlussminute: Toni Kroos schob nach glücklichem Doppelpass mit Thomas Müller ein. Es kam direkt zum Elfmeterschießen, und der Champions-League-Vize verlor erneut vom Punkt: Diesmal verschossen Ribery - und Schweinsteiger.
Aufstellung Werder: Mielitz - Gebre Selassie, Sokratis, Prödl, Schmitz - Hunt, Fritz, Junuzovic - Arnautovic (50. Ekici), Elia (50. De Bruyne) - Petersen (31. Füllkrug)
FC Bayern: Neuer - Lahm, Boateng, Badstuber, Gustavo - Can (31. Schweinsteiger), Kroos - Robben, Müller, Shaqiri (31. Ribéry) - Gomez (42. Mandzukic)
Ein Härtetest mit Freundschaftsspiel-Charakter - diesen Eindruck hatte zuvor das erste Halbfinale beim Liga-total-Cup zwischen Gastgeber Hamburg und Titelverteidiger Dortmund hinterlassen. In der 30-minütigen ersten Hälfte bestimmte der BVB - der mit den Neuzugängen Marco Reus und Julian Schieber, aber ohne die verletzten Felipe Santana (Kapsel- und Sehnenzerrung im Sprunggelenk), Marcel Schmelzer (Fußprellung) und Mario Götze (Bindehautentzündung) begann - die Partie ohne zu glänzen. Jakub Blaszczykowski hatte vor 42.217 Zuschauern nach einer Flanke von Ivan Perisic mit einem leicht verzogenen flachen Volleyschuss die beste Chance vor der Pause.
Nach dem Seitenwechsel traute sich auch der HSV mehr zu und verfehlte die Führung nur um Zentimeter: Dennis Aogo setzte einen Freistoß von der Strafraumgrenze an den Pfosten (37.). Das Startsignal? Ja - für den BVB: Fünf Minuten später verlängerte nämlich Blaszczykowski eine Flanke von Landsmann Lukasz Piszczek per Kopf zum 1:0 ins Netz (42.). René Adler verhinderte gegen Sven Bender (46.) Schlimmeres, der inzwischen eingewechselte Robert Lewandowski scheiterte ebenfalls nur knapp (51.). Die letzte Ausgleichschance gehörte HSV-Joker Artjoms Rudnevs, dem freistehend allerdings der Ball entscheidend versprang (56.).
„Wenn wir normal Fußball gespielt haben, dann wurde es schon manchmal brandgefährlich.“Jürgen Klopp
Die offensiv insgesamt viel zu harmlosen Hamburger verpassten es in der Neuauflage des Vorjahresfinals (0:2) gegen nicht fehlerfreie Dortmunder, neue Aufbruchstimmung zu entfachen und müssen am Sonntag mit dem Spiel um Platz drei gegen die Bayern Vorlieb nehmen. Der BVB, der am 4. Spieltag erneut in Hamburg antreten wird, kann danach seinen Titel erfolgreich verteidigen.
Trainer Jürgen Klopp bilanzierte nach dem Halbfinalerfolg: "Wenn wir normal Fußball gespielt haben, dann wurde es schon manchmal brandgefährlich. Wir hatten einige unnötigen Ballverluste, aber ansonsten war es okay."
Aufstellung HSV: Adler - Aogo, Mancienne, Bruma, Diekmeier - Westermann, Sala - Jansen, Son, Arslan (52. Rudnevs) - Berg
BVB: Weidenfeller - Löwe, Subotic, Hummels, Piszczek - Gündogan (43. Leitner), Bender - Perisic (43. Großkreutz), Reus (57. Kehl), Blaszczykowski (53. Bittencourt) - Schieber (43. Lewandowski)