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01.06.2012, 20:37

Stehplatz-Debatte: Friedrich trifft auf heftigen Widerstand

Watzke: "Fußball-kulturelles Desaster"

Nach den jüngsten Exzessen und Ausschreitungen in deutschen Stadien schlägt Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ein Stehplatz-Verbot vor, stößt damit aber in der Bundesliga auf heftigen Widerstand. Liga-Präsident Reinhard Rauball, Werder Bremens Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer, FCA-Präsident Walter Seinsch und Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund sprechen sich nachdrücklich gegen reine Sitzplatzarenen aus.

"Kulturgut": Die weltweit größte Stehplatztribüne in Dortmund.
"Kulturgut": Die weltweit größte Stehplatztribüne in Dortmund.
© picture allianceZoomansicht

Zuletzt war die Gewalt unter anderem beim Bundesliga-Abstieg des 1. FC Köln, in der Zweitliga-Relegation in Karlsruhe und in der Bundesliga-Relegation in Düsseldorf eskaliert. Bundesminister Friedrich hatte im Zusammenhang mit der Konferenz der Innenminister der Bundesländer reine Sitzplatzarenen als mögliche Reaktion auf die jüngsten Exzesse in deutschen Stadien genannt und ist damit auf heftigen Widerstand gestoßen.

"Nur weil wir 12.000 Bekloppte haben, darf es keine Bestrafung von 54 Millionen Fußballfans geben", sagte Werder-Geschäftsführer Fischer gegenüber der Bild. Auch Fischers Kollege Watzke vom Doublegewinner BVB sowie Präsident Seinsch vom FC Augsburg ("Wir verwahren uns gegen die dümmlichen Aussagen von Polizei-Gewerkschaftern und gegen die Kurzsichtigkeit von einigen Innenministern, die alles mit Verboten regeln wollen") sprachen sich wie zuvor Rauball nachdrücklich gegen eine Abschaffung der Stehplätze in den Bundesliga-Stadien aus. "Der Wegfall der Stehplätze würde für uns - mit der weltweit größten Stehplatz-Tribüne - ein fußballkulturelles Desaster bedeuten. Borussia muss alles dafür tun, seine Stehplatz-Kultur zu bewahren", so Watzke.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sieht dennoch dringenden Handlungsbedarf. "Die jüngsten Ausschreitungen machen auf traurige Weise deutlich, dass die bisherigen Konzepte und Maßnahmen alleine nicht ausreichen. Der Fußball wird deshalb seine Möglichkeiten im Kampf gegen Gewalt völlig ausschöpfen und vertraut auf die Konsequenz und Entschlossenheit der staatlichen Stellen."

 

kicker-sportmagazin

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