| Vorname: | Otto |
| Nachname: | Rehhagel |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | Hertha BSC |

Wie Rehhagel die Wende zum Guten erreichen will? Kurz gesagt: mit "Hirn". Er habe seinen Spielern vermittelt, sie sollen "ihren Verstand einsetzen", so der 73-Jährige, der anschließend seine eigenen Rechnungen machte. "Aus der Schule wissen wir: Zwei plus zwei ist vier und eins ist fünf. Und drei sind acht. Und wenn Du träumst, bekommst Du eine schlechte Note."
Schlechte Noten kann sich Hertha aber nicht leisten, sonst droht der Alptraum Strafversetzung, und das zum sechsten Mal seit 1965. Optimismus und auch ein bisschen Schönfärberei ist Trumpf, sogar was das Hinspielergebnis angeht. "Der Druck liegt nicht mehr bei uns. Jetzt müssen sich Düsseldorfs Spieler Gedanken machen", erklärte Manager Michael Preetz, und: "Wir wissen, dass wir in der Vergangenheit auswärts oft stärker waren als zu Hause."
Laut Preetz sei die Stimmung inzwischen gekippt von "zunächst sehr niedergeschlagen" in "sehr kämpferisch" und "fokussiert". Das "kämpferisch" nahmen zwei Herthaner jedoch allzu wortgetreu. Christian Lell und Änis Ben-Hatira lieferten sich im Training eine Rauferei, die Ben-Hatira mit einer Kopfnuss beendete. "Gift gehört im Training dazu. Wir brauchen mehr davon, erst recht in unserer Situation", so Lell gegenüber dem kicker. Rehhagel spielte den Vorfall ebenfalls herunter. "Nachher haben sich die Jungs wieder vertragen." Beide werden zum Aufgebot gehören. Nicht im Kader stehen in Düsseldorf hingegen Andreas Ottl und Tunay Torun. "Das hat rein sportliche und taktische Gründe", versicherte Rehhagel.
„In Berlin interessiert doch niemanden, wann Otto Rehhagel in den Urlaub fährt.“Otto Rehhagel
Bloß keine unnötige Unruhe aufkommen lassen, ist in Berlin die nur allzu verständliche Devise. Das gilt auch bezüglich der Rehhagel-Aussage von vergangener Woche. Der Trainer hatte auf die Frage, wie sehr ihn ein Abstieg der Berliner belasten würde, geantwortet: "Wenn es am Dienstag zu Ende ist, dann fahre ich in den Urlaub." Der 73-Jährige fühlt sich allerdings missverstanden. "Das ist Papperlapapp", sagte "König Otto" dem RBB. "Ich war zweieinhalb Monate nicht mehr zu Hause und stand hier Tag und Nacht zur Verfügung." Das Echo überraschte den weitgereisten Coach: "In Berlin interessiert doch niemanden, wann Otto Rehhagel in den Urlaub fährt."