Der Club sei eine Mannschaft, "gegen die man nicht zu oft spielen möchte", hatte Christian Streich (46) schon vor dem Spieltag kundgetan und an das Hinspiel (2:1) in Nürnberg erinnert: "Als ich an den Nürnbergern vorbei gelaufen bin", blickte Streich, damals noch Co-Trainer, zurück, "war ich froh, dass ich auf die Bank durfte und nicht gegen sie spielen musste."
Und tatsächlich trug der SC am Karsamstag beim 2:2 gegen den Club eine böse Verletzung davon: Julian Schuster (26) erlitt beim Zusammenprall mit Tomas Pekhart (22) eine Fraktur des Mittelgesichts und muss operiert werden. Das Saisonaus für den Kapitän - und jede Menge Ärger sind die Folgen.
Denn aus jener blutigen Szene entwickelte sich hinterher ein hitziges Duell der Worte zwischen beiden Klubs mit Vorwürfen in beide Richtungen. Johannes Flum (24), der Schuster nach dessen Ausfall bereits gegen Nürnberg vertrat, kommentierte die schlimme Verletzung so: "Es wird an der Grenze der Fairness gespielt. Es ist leider so im Fußball, dass sich manchmal eine solche Aktion ergibt."
„"Wir verwahren uns total gegen den Eindruck, wir hätten überhart gespielt.“Club-Manager Martin Bader
Weniger gelassen sah es jedoch Sportdirektor Dirk Dufner (44). "Wir unterstellen niemand Absicht, wer aber so in einen Zweikampf geht, nimmt eine Verletzung billigend in Kauf", lautete der Vorwurf am Tag nach dem Spiel. Was die Nürnberger überhaupt nicht nachvollziehen können. "Das ist abenteuerlich. Beide schauen und gehen klar zum Ball, die Verletzung hätte andersherum auch passieren können", entgegnet Club-Manager Martin Bader (44). "Wir verwahren uns total gegen den Eindruck, wir hätten überhart gespielt."
Laut Baders Einschätzung sollten sich die Freiburger "über ihr Verhalten auf der Bank Gedanken machen". Trainer Streich und Kollegen hätten "90 Minuten lang Schiedsrichter Kinhöfer angegangen". Club-Trainer Dieter Hecking (47) fand es "vor allem beschämend, wie Freiburgs Präsident Fritz Keller in der Pause unsere Spieler angegangen ist."
SC-Sprecher Rudi Raschke (41), Augen- und Ohrenzeuge der Gespräche, dementierte: "Fritz Keller hat absolut keinen Spieler angegriffen. Er war natürlich mit der Schirileistung unzufrieden. Versuchen von Nürnberger Offiziellen, sich mit ihm zu streiten, ist er widerstanden." In der Hinrunde war der Vereinschef nach dem Hertha-Spiel von Berlin-Manager Michael Preetz (44) der Beleidigung beschuldigt worden, was Keller hinterher telefonisch ausräumte.
Die Freiburger fühlten sich von Nürnberg überhart attackiert, echauffierten sich über die Verletzung von Schuster und einen nicht geahndeten Ellenbogenschlag von Javier Pinola (29) in Minute 31, der in der Tat mit Gelb hätte bestraft werden müssen. Streich fasste zusammen: "Die Mannschaft hatte das Gefühl, sie wird überhaupt nicht geschützt."