Papadopoulos und Höwedes auf der einen, Jarolim und Guerrero auf der anderen Seite - sowohl Schalke als auch Hamburg gingen ersatzgeschwächt ins direkte Duell. Die Schalker schienen die besseren Alternativen in ihrem Kader zu haben, Pukki (5.) und Metzelder (26.) trafen für S04. Bitter für den HSV, der bis dato eigentlich die aktivere Mannschaft war. Nach einem umstrittenen Elfmeter an (und ausgeführt von) dem wiedergenesenen Huntelaar ging Schalke sogar mit 3:0 in Front (33.), Kacar sorgte mit dem Pausenpfiff für neue Hoffnung bei den Hanseaten. Doch die Hamburger machte im zweiten Durchgang nicht genügend Dampf gegen die effektiven Gelsenkirchener. So ging S04 erstmals seit April 2004 in einem Heimspiel gegen Hamburg wieder als Sieger vom Platz. Der HSV muss hingegen nach acht ungeschlagenen Auswärtsspielen wieder eine Pleite quittieren.
Hannover musste im Duell der EL-Anwärter beim SV Werder den ersten Rückschlag schon wenige Minuten vor Beginn verkraften. Schlaudraff (Rückenprobleme) musste sich kurzfristig mit der Bank begnügen - auch in Sachen Abschluss war 96 nicht vom Glück verfolgt. Ersatzmann Ya Konan (14.) und Rausch (28.) scheiterten am starken Wiese, Stindl (30.) verpasste um Haaresbreite. Die Strafe folgte in Minute 31, natürlich von Bremens Goalgetter Pizarro. Anschließend war die Partie geprägt von vielen kniffligen Schiedsrichterentscheidungen. Ein umstrittener Treffer von Rosenberg (45.) fand keine Anerkennung, Pizarro ohrfeigte kurz nach Wiederanpfiff bei einem Freistoß Pogatetz, kam aber ungeschoren davon. Nach der Ausführung traf der lange verletzte Rückkehrer Prödl per Kopf (49.), nur sieben Minuten später machte Rosenberg alles klar. Auch der vermeintliche Ehrentreffer von Ya Konan (79.) zählte wegen Abseits umstrittenerweise nicht. Dank des 3:0-Erfolgs hat sich Bremen nun ein kleines Polster auf Hannover erarbeitet.

Das vergangene Wochenende verlief ganz nach dem Dortmunder Geschmack, an diesem Samstagabend dagegen reduzierte sich der Vorsprung des Spitzenreiters durch das 0:0 bei Aufsteiger FC Augsburg von sieben auf fünf Zähler gegenüber den Bayern. Dortmunds Trainer Jürgen Klopp warnte vor dem Spiel beim Kellerkind nicht ohne Vorahnung, denn die Augsburger hatten sich zuletzt als eine Einheit präsentiert, die den Abstiegskampf komplett angenommen hat. 3:0 gegen die Hertha und 2:2 in Hannover lauteten die jüngsten Ergebnisse, in beiden Spielen überzeugten die Fuggerstädter auch spielerisch. Gegen den BVB agierte der FCA erfrischend offensiv, Coach Jos Luhukay ersetzte den Sechser Callsen-Bracker durch den Offensivmann Hain. Die Schwarz-Gelben indes kamen nicht richtig ins Spiel rein, so dass sich ein sehr offenes Spiel entwickelte. Beide Mannschaften hatten mehrere Chancen für den wohl vorentscheidenen Treffer, doch waren auch die beiden Keeper Jentzsch und Weidenfeller an diesem Abend bestens aufgelegt, so dass es bei der gerechten Nullnummer blieb. Die Augsburger stehen mit dem Punktgewinn über dem Strich.
0:2 in Leverkusen - damit schienen die Meisterträume des FC Bayern ausgeträumt. Dementsprechend groß war der Wirbel unter der Woche, gekrönt von der scheinbar notwendigen Mitteilung des Bayern-Vorstandes, dass Trainer Jupp Heynckes das vollste Vertrauen genieße. Arjen Robben sagte vor dem Duell am Samstagnachmittag gegen Hoffenheim, dass "Reden keinen Sinn macht, wenn es auf dem Platz nicht funktioniert". Folglich durfte man sehr gespannt sein, wie es denn gegen die unter Coach Markus Babbel stabiler gewordenen Kraichgauer funktionieren würde. Die Antwort: bestens. Die Münchner spielten sich in den ersten 45 Minuten in einen solchen Rausch, dass der TSG mit fünf Gegentoren in 35 Minuten Hören und Sehen verging: Gomez, Robben per Elfmeter, Kroos, Robben und Gomez ließen im ersten Abschnitt keinen Zweifel daran, dass sie sich rehabilitieren wollten. Auch nach dem Wechsel war Hoffenheim nichts weiter als ein bemitleidenswerter Sparringpartner - Gomez erhöhte sofort nach Wiederbeginn zum 6:0. Ribery legte bis dahin drei Tore auf und machte dann das siebte Tor selbst. Das Ehrentor für die TSG machte dann auch noch ein Bayern-Spieler: Der Ex-Hoffenheimer Luiz Gustavo traf ins eigene Netz. Mit diesem Kantersieg holten die Bayern gegenüber Dortmund in Sachen Tordifferenz ein bisschen auf, zudem verschaffte sich der Rekordmeister die entsprechend breite Brust vor dem CL-Rückspiel gegen Basel am Dienstag. Dann könnte auch wieder Schweinsteiger von Beginn an auflaufen, nachdem der Vize-Kapitän nach seiner Bänderverletzung im Sprunggelenk erstmals wieder im Kader stand und nach etwa einer Stunde sein Comeback feierte.
Ernüchterung herrscht in Mönchengladbach, das zuletzt in Nürnberg mit 0:1 verlor und nun im Heimspiel gegen Kellerkind Freiburg nicht über ein 0:0 hinauskam. Zwar hatten die Borussen die besseren Chancen, doch die Freiburger verteidigten leidenschaftlich und sicherten sich so einen weiteren Zähler im Abstiegskampf.
Leverkusen siegte zuletzt in der Liga dreimal und schnupperte an die Champions-League-Plätze ran, doch dann kam in der Königsklasse das 1:7 bei Barcelona. Wie würde die Dutt-Elf dieses Desaster im Duell der Werksklubs in Wolfsburg verarbeiten? Zunächst ohne bleibende Schäden, denn Kießling brachte die Leverkusener schon früh in Front. Doch nachdem die Wolfsburger nach etwa 15 Minuten defensiv geordneter standen, konnte der VfL auch offensiv Akzente setzen: Helmes glich per Kopf aus, Dejagah brachte die Magath-Elf noch vor dem Wechsel mit 2:1 in Führung. Im zweiten Abschnitt behielt Leverkusen eigentlich die Spielkontrolle, doch agierten die Wölfe nun vorzugsweise über Konter - und dies eiskalt. Nach einem schnellen Gegenstoß ging Kadlecs Rettungsversuch daneben, sprich ins eigene Tor zum 3:1 für Wolfsburg. In der Schlussphase machte Derdiyok noch das 2:3, aber mehr ging trotz Bellarabis Großchance nichts mehr.
Nach drei Siegen in Folge war das Abstiegsgespenst beim 1. FC Nürnberg weitestgehend vertrieben worden, zarte Hoffnungen keimten auf, dass sogar noch ein bisschen mehr gehen könnte. In Mainz wollten die Franken an die guten Defensivleistungen der vergangenen Wochen anknüpfen, aber der Schuss ging in der Tat nach hinten los. Müller nach wenigen Minuten und Zidan mit seinem sechsten Tor im sechsten Spiel brachten die Rheinhessen im ersten Abschnitt verdient nach vorne. Nach rund einer Stunde wurde Nürnberg stärker und kam durch Didavis abgefälschten Schuss auf 1:2 heran. Nun drängte die Hecking-Elf auf den Ausgleichstreffer, doch die Nullfünfer brachten den knappen Vorsprung über die Zeit - und das zu zehnt, da Stürmer Szalai in der Schlussphase die Ampelkarte wegen einer Schwalbe sah.
Das Abstiegsduell zwischen dem 1. FC Köln und Hertha BSC bot viel Dramatik und sah mit den Kölnern einen verdienten Sieger. Der FC jubelte dank Clemens' Treffer über drei eminent wichtige Punkte, wodurch sich die Geißbock-Elf vom Relegationsplatz weiter entfernt. Vor allem im ersten Abschnitt waren die Kölner klar besser und wurden vor allem durch Podolski stark nach vorne angetrieben. Im zweiten Duell wurde es dann übersichtlich: Erst flog Jajalo nach einem Tritt gegen Kobiashvili mit Rot, der Georgier sah später dann die Ampelkarte. Bei dieser Szene entwickelte sich dann ein wildes Rudel, in dessen Verlauf auch noch Podolski die Rote Karte sah. Der Linksfuß riss sich gegen den klammernden Kobiasvili vehement los, dabei sah der Unperteiische wohl einen Kopfstoß.
Am Freitagabend eröffneten der VfB Stuttgart und der 1. FC Kaiserslautern den 25. Spieltag - es war das Duell der schwäbischen Rückrunden-Tormaschine gegen die pfälzische Sturmflaute. Mit dem torlosen Remis blieb zumindest der FCK seiner Linie treu. Vorne stand die Null, auch wenn die Lauterer durch Tiffert und Wagner durchaus Chancen hatten, zu treffen. Die Stuttgarter anderseits hatten mit Harnik den torhungrigsten Spieler des neuen Jahres in ihren Reihen, doch die ersten Warnschüsse des Österreichers verpufften.
Die Labbadia-Elf hatte über das gesamte Spiel eine gewisse Kontrolle mit viel Ballbesitz, doch auch mit der Einwechslung von Schieber und Cacau im zweiten Abschnitt änderte sich am Spielstand nichts. Für den VfB ist das Unentschieden ein Rückschlag im Kampf um die europäischen Plätze, der FCK bleibt nach dem 15. Spiel ohne Sieg am Tabellenende hängen, auch wenn der Punktgewinn für die Kurz-Elf einen kleinen Achtungserfolg darstellt.
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | Borussia Dortmund | 52:16 | 56 |
| 2 | ![]() | Bayern München | 58:17 | 51 |
| 3 | ![]() | Borussia M'gladbach | 37:15 | 48 |
| 4 | ![]() | FC Schalke 04 | 54:33 | 47 |
| 5 | ![]() | Bayer 04 Leverkusen | 38:32 | 40 |
| 6 | ![]() | Werder Bremen | 40:38 | 39 |
| 7 | ![]() | Hannover 96 | 30:35 | 35 |
| 8 | ![]() | VfB Stuttgart | 41:33 | 33 |
| 9 | ![]() | 1. FC Nürnberg | 24:34 | 31 |
| 10 | ![]() | VfL Wolfsburg | 31:46 | 31 |
| 11 | ![]() | 1. FSV Mainz 05 | 37:39 | 30 |
| 12 | ![]() | 1899 Hoffenheim | 28:35 | 30 |
| 13 | ![]() | 1. FC Köln | 32:46 | 28 |
| 14 | ![]() | Hamburger SV | 29:45 | 27 |
| 15 | ![]() | FC Augsburg | 25:39 | 23 |
| 16 | ![]() | Hertha BSC | 26:41 | 23 |
| 17 | ![]() | SC Freiburg | 30:52 | 22 |
| 18 | ![]() | 1. FC Kaiserslautern | 16:32 | 20 |
| 1. Huntelaar, Klaas Jan | FC Schalke 04 | ![]() |
| Spiele: 32 | Tore: 29 | |
| 2. Gomez, Mario | Bayern München | ![]() |
| Spiele: 33 | Tore: 26 | |
| 3. Lewandowski, Robert | Borussia Dortmund | ![]() |
| Spiele: 34 | Tore: 22 | |
| 4. Pizarro, Claudio | Werder Bremen | ![]() |
| Spiele: 29 | Tore: 18 | |
| 5. Podolski, Lukas | 1. FC Köln | ![]() |
| Spiele: 29 | Tore: 18 | |