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29.02.2012, 09:32

Berlin: Kapitän analysiert die Hertha-Krise

Mijatovic: "Mit Schönreden ist jetzt Schluss"

Hertha BSC kassierte beim Einstand von Trainer Otto Rehhagel jüngst eine 0:3-Schlappe beim FC Augsburg. Die siebte Niederlage im siebten Pflichtspiel 2012 bei 1:16 Toren. Kapitän Andre Mijatovic (32) analysiert Gründe und Hintergründe der veritablen Krise und sagt, was sich nun ändern muss beim Hauptstadtklub.

"Hektik hilft uns nicht weiter": Herthas Kapitän Andre Mijatovic.
"Hektik hilft uns nicht weiter": Herthas Kapitän Andre Mijatovic versucht aber zu pushen.
© picture allianceZoomansicht

kicker: Babbel, Skibbe, Rehhagel, dazwischen Widmayer und Tretschok. Ist längst egal, wer bei Hertha auf der Bank sitzt, Herr Mijatovic?

Andre Mijatovic (32): Wenn wir so spielen wie in Augsburg, dann ja. Deshalb sagte ich, dass uns in der Form auch drei Rehhagels und ein Mourinho nicht helfen können.

kicker: Das klingt wie eine Kapitulationserklärung vom Kapitän.

Mijatovic: Unsinn! Ich gebe nicht auf. Nur: Der Trainer kann kein Tor schießen und keins verhindern. Am Samstag kam ich mir vor wie im falschen Film, ganz ehrlich.

kicker: Ist der Effekt des erneuten Trainerwechsels schon verpufft?

Mijatovic: Das glaube ich nicht. Otto Rehhagel ist ein sehr erfahrener Trainer. Er wird die richtigen Sätze und die richtigen Methoden finden.

kicker: Herrschte intern zu lange Kuschel-Klima vor?

Mijatovic: Einige bei uns haben sich vom guten Saisonstart blenden lassen und gedacht, es ginge so weiter. Mit Schönreden ist jetzt Schluss.

kicker: Manager Preetz und Trainer Rehhagel vermeiden jeden Eindruck von Aktionismus. Hauen Sie als Kapitän jetzt dazwischen?

Mijatovic: Hektik hilft uns nicht weiter. Aber ich versuche zu pushen.

kicker: Rehhagel bescheinigte den Augsburgern mehr Kampfbereitschaft. Kann Hertha BSC keinen Abstiegskampf?

Mijatovic: Die anderen Klubs, die mit uns unten drin stehen, waren von Anfang an im Abstiegskampf - wir nicht. Wir haben später kapiert, worum es geht. Das ist ein Problem.

Wir haben den Glauben an uns verloren, wir haben Angst. Bei einem Gegentor fallen wir zusammen.Hertha-Kapitän Andre Mijatovic

kicker: Sieben Niederlagen in sieben Pflichtspielen 2012, 1:16 Tore - ist das Phlegma, Verkrampfung oder schlichtweg mangelnde Qualität?

Mijatovic: Über Qualität brauchen wir nicht zu sprechen, auch nicht in der Offensive. Ramos, Raffael, Lasogga - alles tolle Spieler. Aber einige bei uns sind nicht auf dem nötigen Niveau. Und wir haben den Glauben an uns verloren, wir haben Angst. Bei einem Gegentor fallen wir zusammen, das darf nicht sein.

kicker: Wie ist das zu lösen?

Mijatovic: Nicht mit Weinen und auch nicht mit Reden. Wir haben in der Hinrunde mit 20 Punkten und dem Einzug ins Pokalviertelfinale gezeigt, was wir können. Aber seitdem geht alles schief.

kicker: Was ist dazwischen passiert?

Mijatovic: Sie wissen wie ich, dass es ein paar Personalwechsel gab. Natürlich bringt das Unruhe in ein Team. Aber das sollten wir nach der Saison aufarbeiten, nicht jetzt. Jetzt haben wir die verdammte Pflicht, den Klub in der Liga zu halten.

Interview: Steffen Rohr

 
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weitere Infos zu Mijatovic

Vorname:Andre
Nachname:Mijatovic
Nation: Kroatien
Verein:FC Ingolstadt 04
Geboren am:03.12.1979