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26.02.2012, 15:04

Köln: Solbakken hadert mit Brych

Podolski sieht Altbekanntes - Rensing entschuldigt sich

"Der Trend geht ganz klar nach unten": Der 1. FC Köln schlittert nach der 0:2-Derbyniederlage gegen Bayer Leverkusen tiefer in die Krise, es war die sechste Niederlage aus den letzten sieben Spielen. Rückkehrer Lukas Podolski und Sportdirektor Volker Finke stärkten Trainer Stale Solbakken zwar den Rücken, die Stimmung ist trotzdem im Keller: Michael Rensing wusste auf eine Frage keine Antwort mehr - und musste sich hernach entschuldigen.

Lukas Podolski beim Kölner Heimspiel gegen Bayer Leverkusen (0:2)
Nur Punkte helfen weiter: Lukas Podolski und der FC nähern sich die Abstiegsrängen.
© Getty ImagesZoomansicht

Dabei war die Frage an den Kölner Schlussmann gar nicht kompliziert. Wie er denn die Chancen auf den Klassenerhalt einstufe, wollte ein "Sky"-Reporter vom FC-Keeper wissen. Was folgte, war sekundenlanges Schweigen und die vielsagende Auskunft: "Ich gehe jetzt mal in die Kabine."

Relativ viel Raum für Interpretationen hatte Rensing mit seinen Aussagen damit gelassen. "Es ist mir zu blöd, mich immer hinzustellen und das Gleiche zu erzählen. Jeder weiß, warum das Woche für Woche nicht hinhaut." Als Kritik an Trainer Solbakken wollte Rensing seine Aussagen aber dennoch nicht verstanden wissen. "Ich schätze den Trainer sehr, ich respektiere ihn und würde niemals irgenwas gegen ihn überhaupt wagen zu sagen", sagte Rensing. Weil sich der frühere Bayern-Keeper aber nicht ganz sicher war, ob seine Worte nicht doch gegen den Trainer ausgelegt würden, entschuldigte er sich am Sonntag beim Coach. "Ich bin zu ihm gegangen und habe mich entschuldigt, dass ich in den letzten Minuten meine Enttäuschung ausgedrückt habe und bei den Interviews bei ein, zwei Fragen überreagiert habe", so Rensing.

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Klartext hatte Rensing auch schon davor gesprochen: "Man sollte sich nur mal unsere Quote aus den letzten Spielen anschauen. Wir haben aus den letzten zwölf Spielen wenig geholt. Der Trend geht ganz klar nach unten." Korrekt: Neunter war der FC am 20. Spieltag noch, jetzt ist er 14. - mit nur noch vier Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Dennoch gab es auch Gründe für das 0:2 gegen Nachbar Leverkusen, für die die "Geißböcke" nicht viel konnten: Dass mit Pedro Geromel, Ammar Jemal, Kevin Pezzoni, Henrique Sereno und Miso Brecko mehr als eine komplette Viererkette verletzt oder gesperrt fehlte, konnte der Kölner Kader nicht auffangen. Martin Lanig musste den Verlegenheitsinnenverteidiger geben, Andrezinho erstmals seit dem 16. Oktober wieder ran.

Ich sage nicht, dass die fünf Niederlagen etwas mit Glück oder Pech zu tun haben, aber im Moment haben wir kein Glück.Stale Solbakken

Und: Als Bayer-Keeper Bernd Leno Lukas Podolski im Strafraum umrannte (33.), hätte sich kein Leverkusener über einen Elfmeterpfiff durch Referee Dr. Felix Brych beschweren dürfen. "Wenn das nicht im Strafraum passiert", echauffierte sich Solbakken nicht zu Unrecht, "ist es zu einhundert Prozent ein Freistoß. Aber der Schiedsrichter hatte nicht den Mut, den Elfmeter zu geben." Er hätte den zwischenzeitlichen Ausgleich bedeuten können.

"Nicht eine Situation, wie bei Lukas' Chance in der ersten Hälfte, läuft für uns", klagte der Norweger. "Ich sage nicht, dass die fünf Niederlagen etwas mit Glück oder Pech zu tun haben, aber im Moment haben wir kein Glück." Ein Widerspruch, der wohl bedeuten sollte, dass es nicht an Fortuna allein liegt, dass der FC fünf von sechs Rückrundenspielen und erstmals seit dem Frühjahr 2009 drei Heimspiele in Folge verlor.

"Wir werden dem Trainer den Rücken freihalten", verspricht Finke

Für einen Trainer gibt es bessere Eigenwerbung als diese Zahlen, die Rückendeckung scheint Solbakken in Köln aber weiter gewiss zu sein. "Wir werden Trainer und Mannschaft den Rücken freihalten!", versprach Sportdirektor Finke bei "Liga total!".

Und Lukas Podolski, der erstmals nach seiner Bänderverletzung wieder auflief ("Der Fuß ist okay, sonst hätte ich nicht gespielt") und zu seinem 200. Bundesliga-Spiel kam, gab zu bedenken: "Es kann nicht immer am Trainer liegen. Ich kann mich erinnern, dass der Trainer geholt wurde, hier etwas aufzubauen. Diese Zeit sollte man ihm lassen." Zu Solbakken hegt der FC-Star ohnehin ein enges Verhältnis, ein wenig Enttäuschung über die Entwicklung bei "seinem" Verein klang aber schon durch, als er anfügte: "Wir kennen es aus den letzten Jahren, es hat sich nicht viel verändert - es geht gegen den Abstieg, und da sind wir mittendrin."

Es ist ein Test für den Verein, wie stark der Verein ist. Kann man zusammen stehen in dieser Zeit?Stale Solbakken

Auch Solbakken ermahnte lieber die Klubführung als seine Mannschaft: "Wir haben eine Mannschaft, die zusammen steht. Es ist ein Test für den Verein, wie stark der Verein ist." Nachdenkliche Worte und die Erkenntnis: "Wir stehen vor schweren Wochen."

Die nächsten Ausfälle: Riether gesperrt, Novakovic verletzt

Am Sonntag (17.30 Uhr, LIVE! bei kicker online) geht die Suche nach dem Befreiungsschlag in Hoffenheim weiter, die Personalsituation wird sich nur bedingt entspannen: Sascha Riether kassierte gegen Leverkusen seine fünfte Gelbe Karte, Milivoje Novakovic, schon unter der Woche angeschlagen, musste zur Pause mit einer Muskelverletzung runter und ist zumindest fraglich.

"Jetzt gilt es, sich aufzubäumen", fordert Podolski. Solbakken hofft - Niederlagenserie hin, Derbypleite her - auf ein wenig Ruhe in Köln, zumindest innerhalb des Vereins: "Kann man zusammen stehen in dieser Zeit? Kann man Spieler schützen?" Das wird auch Rensing jetzt noch nicht beantworten können.

26.02.12
 

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weitere Infos zu Solbakken

Vorname:Stale
Nachname:Solbakken
Nation: Norwegen
Verein:FC Kopenhagen

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