Am Sonntagnachmittag sendete der FC Bayern ein deutliches Lebenszeichen. Nach der Niederlage in der Champions League beim FC Basel (und der damit verbundenen Abklatsch-Äffare) ließen die Münchner dem FC Schalke im Spitzenspiel des 23. Spieltags nicht den Hauch einer Chance. Der auf Platz drei notierte Rekordmeister schickte den Tabellenvierten aus Gelsenkirchen nur mit 2:0 nach Hause und springt damit auf Platz zwei.
Allen voran war es Ribery, der den Schalkern zu schaffen machte. Der Franzose erzielte beide Treffer und bereitete etliche Großchancen der Heynckes-Elf vor. Die Königsblauen spielten in der ersten Hälfte "viel zu mutlos", wie Manager Horst Heldt in der Halbzeitpause richtigerweise feststellte. Als Matip zu Wiederbeginn die mögliche Gelegenheit zum Ausgleich kläglich vergab, war am verdienten Sieg der Bayern nicht mehr zu deuteln. Zwar echauffierten sich die Schalker über falsche Schiedsrichterentscheidungen - und hatten damit bei Luiz Gustavos Attacke gegen Höger unmittelbar vor dem 1:0 auch Recht -, doch war der Unparteiische Weiner letztlich nicht ausschlaggebend für eine bittere Schalker Pleite, die auch wesentlich höher hätte ausfallen können.
Nachdem die Münchner im Fernduell mit dem BVB vorgelegt hatten, waren die Dortmunder gegen die Hannoveraner gefordert. Ausgerechnet gegen 96, das den Borussen in der Liga die letzte Niederlage beigebracht hatte (1:2). Doch am Sonntagabend behielten die Dortmunder die Oberhand und besiegten die Niedersachsen mit 3:1. Nur mit 3:1 sei hinzugefügt, denn zusätzlich zu Lewandowskis Doppelpack vergab die Klopp-Elf etliche Chancen. Hannover schien Mitte der zweiten Hälfte schon mausetot, doch als 96-Trainer Mirko Slomka Joker Ya Konan brachte und dieser sofort stach, wurde es nochmal spannend. Die Gäste öffneten nun das Visier vollends und lieferten den Dortmundern einen offenen Schlagabtausch, auch wenn die Borussia weiterhin die besseren Offensivaktionen hatte. Zwischenzeitlich wurde die Partie auch noch richtig ruppig und hektisch, doch der Spitzenreiter hielt das knappe Ergebnis und machte dank Joker Perisic in der Nachspielzeit mit dem 3:1 alles klar. Der BVB hat gegenüber den Münchnern vier Zähler Vorsprung, Hannover verpasste den Sprung auf einen Europa-League-Platz und bleibt auf Rang 7. Wermutstropfen für den Meister: Sven Bender schied nach wenigen Minuten mit einer Gesichtsverletzung aus.

Im Topspiel des Samstagabends zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Nürnberg entwickelte sich ein flottes Spiel, das mit den Franken einen etwas überraschenden, aber nicht unverdienten Sieger sah. Das Tor des Abends erzielte Club-Stürmer Esswein nach einem sauber herausgespielten Angriff der Hecking-Elf in der 65. Minute. Insgesamt waren die 90 Minuten an der Weser recht unterhaltsam, weil beide Mannschaften nach den zurückliegenden Siegen beim HSV und gegen den 1. FC Köln ihr Heil in der Offensive suchten. Zwar war der erste Abschnitt noch recht fehlerhaft in Sachen Passquote, doch in der zweiten Hälfte wurde dies bei Bremen und dem Club besser. Pizarro traf zunächst nur den Pfosten, Marin schoss in aussichtsreicher Position knapp drüber. In einer Phase, als die Bremer dem Führungstor näher waren, schlug der Club eiskalt zu und distanziert sich weiter von der Abstiegszone. Die Hanseaten müssen im Ringen um die Europa League Leverkusen passieren lassen und können am Sonntag auch noch von Hannover überholt werden.
Es geht nicht vorwärts beim 1. FC Köln. Am Samstagnachmittag mussten die "Geißböcke" im Duell mit dem Rheinrivalen Leverkusen eine weitere Niederlage hinnehmen - die sechste in den letzten sieben Spielen. Trainer Stale Solbakken bemängelte vor der Partie eine falsche "Körpersprache" und "fehlenden Mut" sowie "zu viel Angst", der zuletzt verletzte Torjäger Podolski - überraschend in der Startelf - sollte Abhilfe schaffen. Doch ehe sich der FC versah, war Lars Bender nach einer Standardsituation zur Stelle. Köln kämpfte, brachte Bayer aber nicht in Verlegenheit. In Durchgang zwei war es wieder Lars Bender, der Rensing überwand. Der erste Bundesliga-Doppelpack reichte der Dutt-Elf, um die Diskussionen im Umfeld im Keim zu ersticken.
Kaiserslautern schlittert immer tiefer in die Krise! Im Rheinland-Pfalz-Derby in Mainz kassierte der FCK die vierte Niederlage in Folge, ist seit 13 Bundesligaspielen sieglos und rutscht auf einen Abstiegsplatz ab. Bereits nach einer halben Stunde war die Messe gelesen. Zidan sorgte mit seinem vierten Treffer im vierten Spiel hintereinander für einen Blitzstart. Während Mainz zuletzt die Tore des Rückkehrers nicht in einen Sieg ummünzen konnten (dreimal 1:1), legte die Tuchel-Elf gegen biedere Lauterer doppelt nach und führte zur Pause schon mit 3:0. Choupo-Moting setzte den Schlusspunkt.
Im Südwestduell in Stuttgart erwischte der VfB Stuttgart einen Start nach Maß. Freiburg hatte keinen Zugriff auf Harnik, der das erste Tor selbst besorgte und das zweite vorbereitete. Der Sportclub ließ sich nicht beirren und wurde nach einer Ecke mit dem Anschluss belohnt. Als Rosenthal kurz nach der Pause aus kurzer Distanz nur den Pfosten traf, sollte sich dies rächen. Boulahrouz machte nach einer guten Stunde den Sack zu, ehe Harnik erneut zuschlug. Freiburg bleibt Letzter, der VfB arbeitet sich ins gesicherte Tabellenmittelfeld hoch.
Nichts wurde es mit dem achten Heimsieg von Wolfsburg, die Antwort auf das 0:4 auf Schalke blieb aus. Vielmehr ging der VfL gegen Hoffenheim leer aus. Mit einer überraschenden Personalie wartete Felix Magath auf. Der eigentlich aussortierte Helmes stürmte von Beginn an, der schwächelnde Torjäger Mandzukic flog komplett aus dem Kader. Schon nach 20 Sekunden gab allerdings VfL-Leihgabe Lakic gegen seine Ex-Kollegen den ersten Warnschuss ab. Wolfsburg hatte die Botschaft nicht verstanden, 1899 gelang durch Firmino doch ein Blitzstart. Von den "Wölfen" kam nicht viel, die Gäste gingen mit ihren Torchancen aber allzu großzügig um. So konnte ausgerechnet Helmes per Elfmeter ausgleichen. Doch die TSG brachte die Kugel doch noch im Wolfsburg-Tor unter.
Alle Augen waren im Kellerduell auf Otto Rehhagel gerichtet, der auf der Trainerbank von Hertha seine Rückkehr in die Bundesliga feierte. Im Blickpunkt stand dann allerdings ein Anderer. Nach torloser erster Hälfte schlug Oehrl doppelt zu, stahl Rehhagel die Show und den Berlinern die Punkte. Der FCA vermieste dem Trainer-Routinier nicht nur die Rückkehr, sondern fügte dem Hauptstadtklub die sechste Niederlage in Folge zu und klettert an Hertha vorbei auf den ersten Nichtabstiegsplatz.
Die Gladbacher Borussia hat in ihrem Lauf einen kleinen Dämpfer erhalten: Gegen den HSV reichte es am Freitagabend im eigenen Stadion nur zu einem 1:1. Vor der Pause hatten die Gladbacher zwar insgesamt mehr vom Spiel, die beste Chance durch Brouwers nach einem Eckball machte jedoch Diekmeier auf der Linie zunichte. Als alle mit einem torlosen Remis zur Pause rechneten, war Hanke - allerdings aus Abseitsposition - mit dem Kopf doch noch zur Stelle und erzielte das nicht unverdiente 1:0 für die Favre-Elf. Doch nach der Pause agierte der HSV konzentrierter und zwingender und wurde schon in der 56. Minute mit dem 1:1 durch Arslan belohnt. Für den Stürmer war es der erste Bundesliga-Treffer. Anschließend witterten die Hanseaten zunehmend Morgenluft und die Gladbacher gerieten zunehmend unter Druck und konnten somit mit einem Punkt mehr als zufrieden sein.
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | Borussia Dortmund | 50:15 | 52 |
| 2 | ![]() | Bayern München | 51:14 | 48 |
| 3 | ![]() | Borussia M'gladbach | 37:14 | 47 |
| 4 | ![]() | FC Schalke 04 | 50:30 | 44 |
| 5 | ![]() | Bayer 04 Leverkusen | 34:29 | 37 |
| 6 | ![]() | Werder Bremen | 37:37 | 36 |
| 7 | ![]() | Hannover 96 | 28:30 | 34 |
| 8 | ![]() | VfB Stuttgart | 37:33 | 29 |
| 9 | ![]() | 1899 Hoffenheim | 26:27 | 29 |
| 10 | ![]() | 1. FC Nürnberg | 22:32 | 28 |
| 11 | ![]() | 1. FSV Mainz 05 | 34:36 | 27 |
| 12 | ![]() | Hamburger SV | 28:38 | 27 |
| 13 | ![]() | VfL Wolfsburg | 28:44 | 27 |
| 14 | ![]() | 1. FC Köln | 30:45 | 24 |
| 15 | ![]() | FC Augsburg | 23:37 | 21 |
| 16 | ![]() | Hertha BSC | 25:40 | 20 |
| 17 | ![]() | 1. FC Kaiserslautern | 16:32 | 18 |
| 18 | ![]() | SC Freiburg | 28:51 | 18 |
| 1. Huntelaar, Klaas Jan | FC Schalke 04 | ![]() |
| Spiele: 32 | Tore: 29 | |
| 2. Gomez, Mario | Bayern München | ![]() |
| Spiele: 33 | Tore: 26 | |
| 3. Lewandowski, Robert | Borussia Dortmund | ![]() |
| Spiele: 34 | Tore: 22 | |
| 4. Pizarro, Claudio | Werder Bremen | ![]() |
| Spiele: 29 | Tore: 18 | |
| 5. Podolski, Lukas | 1. FC Köln | ![]() |
| Spiele: 29 | Tore: 18 | |