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14.02.2012, 16:09

München: Trainer Heynckes sieht's "ganz locker"

Müller widerspricht Beckenbauer und schützt Robben

Nachdem Franz Beckenbauer Bayerns Dribbelkünstler Arjen Robben jüngst hart kritisiert hat, bekommt der niederländische Nationalspieler nun Rückendeckung. Münchens Mannschaftskapitän Philipp Lahm und Angreifer Thomas Müller stärken Robben, Trainer Jupp Heynckes sieht die Diskussion um den Superstar "ganz locker".

Verständnis: Thomas Müller springt Bayern-Teamkollege Arjen Robben (li.) klar zur Seite.
Verständnis: Thomas Müller springt Bayern-Teamkollege Arjen Robben (li.) klar zur Seite.
© imagoZoomansicht

Beckenbauer hatte Robben am Wochenende in der Talkrunde Sky90 hart kritisiert und der Debatte um den Niederländer eine neue Dimension gegeben. "Die Anerkennung hat er teilweise verspielt. Er ist ein Egoist wie viele andere auch", sagte der "Kaiser" und fügte an: "Allein die Reaktion, wenn er mal eine gute Szene hat oder ein Tor schießt: Er rennt nicht zu dem, der ihm die Vorlage gegeben hat, wie das höflichkeitshalber normalerweise der Fall sein sollte, sondern zu seinen Familienmitgliedern auf die Tribüne und grüßt die und so weiter."

Robben lasse die Mannschaft "hinter sich her laufen. Das sind gefährliche Entwicklungen", sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern: "Irgendwann sagt der Mitspieler: Wenn ich Dir den Ball gebe und ich kriege die Anerkennung nicht zurück, dann kannst du Dir den Ball das nächste Mal selbst holen. Da müsste er ein bisschen mannschaftsdienlicher denken."

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Im Team des deutschen Rekordmeisters aber wird versucht, die Debatte um Robben, der zuletzt bei Spielbeginn auf der Ersatzbank Platz nehmen musste, klein zu halten. Bayern-Kapitän Lahm sagte, das Ganze sei "kein Thema für die Mannschaft, nur für die Öffentlichkeit". Nationalspieler Thomas Müller entgegnete, die "Egoismusvorwürfe" habe es schon öfter gegeben. "Die stimmen so aber nicht", widerspricht er Beckenbauer. Zu Robbens Spiel gehöre, "dass er im Dribbling sehr stark ist - und Dribbling ist meist alleine. Ich habe noch nie ein Dribbling mit Doppelpässen gesehen."

Heynckes zeigt Verständnis dafür, dass über seine Entscheidung, Robben aus der Startelf zu nehmen, diskutiert wird. "Ich möchte mich aber daran nicht beteiligen", sagte der FCB-Trainer.

Er sei nach dem "schlechten Start in die Rückrunde" gefordert gewesen. "Da musste ich etwas tun", so Heynckes. Beim FC Bayern sei man eben "zum Erfolg verdammt" und müsse auch mal "unpopuläre Entscheidungen treffen". Robbens Situation bedeute jedoch nicht, "dass Arjen jetzt immer der zwölfte Mann ist". Das werde sich auch wieder ändern, und "andere werden zuschauen".

14.02.12
 
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