
"Eine Katastrophe, kaum in Nürnberg angekommen, musste ich viele Wochen pausieren", sagt er nun mit einem Lächeln auf den Lippen. Kein Wunder, denn die "harte Zeit" ist Vergangenheit. Feierte er vor gut einer Woche auf Schalke beim 0:4 noch ein bitteres Startelf-Debüt beim Club, so verlief sein zweiter Einsatz von Beginn an am vergangenen Samstag gegen Lautern deutlich erfreulicher. 1:0 gewonnen, was wiederum die am Selbstvertrauen nagende Serie von acht sieglosen Partien in der Liga beendete. "Das war eminent wichtig. Wir wissen jetzt wieder, wie es geht", sagt der gebürtige, in Nürtingen aufgewachsene Schwabe.
Dass er bei diesem Erfolg auch zum nicht unwesentlichen Teil die Füße im Spiel hatte - und dies wie vom FCN erhofft kreativ und ballsicher - macht den Franken Mut für die nächsten Wochen. Nicht umsonst legt sich Club-Coach Dieter Hecking in der Mittelfeld-Zentrale aufs Trio Simons-Hegeler-Didavi fest. Als Freifahrtschein fasst Letzterer dies allerdings nicht auf, lediglich als Vertrauensvorschuss, den es nun Spiel für Spiel zu bestätigen gilt.
Wohl wahr, denn ungeachtet der vielen guten Ansätze ist bei Didavi noch deutlich Luft nach oben: Nicht jeder Pass kam an, nicht jede Idee zündete, nicht immer sah er den besser positionierten Mitspieler und keiner seiner Schüsse wurde richtig gefährlich. "Ich weiß, mein Abschluss sah manchmal dilettantisch aus, dabei habe ich eigentlich eine gute Schusstechnik", so Didavi.
Verständlich vor dem Hintergrund der langen Zwangspause, da hapert es zwangsläufig noch an Dingen wie Spiel-Rhythmus oder Kraft. Aber, mit "jedem Training und vor allem jedem Spiel" wird es besser, betont er, der kein Problem damit, Verantwortung zu übernehmen und Bälle auch in kniffligen Situation zu fordern. "Dafür bin ich schließlich geholt worden", meint der U 21-Nationalspieler lapidar.
Wobei für ihn wie auch für die Mannschaft in Hamburg "zunächst der Kampf kommen muss, und dann erst das Spielerische". Wie gegen den FCK eben. "Da war es eklig gegen uns zu spielen - so muss es auch am Sonntag sein", fordert der Nürnberger Neuzugang.
Apropos Neuzugang: Für Markus Feulner, vom Meister Dortmund gekommen und vom Trainer mit einer Führungsrolle im Mittelfeld bedacht, ist nun mit der Festlegung Heckings auf das Trio Simons-Hegeler-Didavi vorerst nur ein Platz auf der Bank beschieden.
Christian Biechele
Welches Paar soll bei der EURO die Innenverteidigung bilden?(47694 Teilnehmer)
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