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21.11.2011, 11:40

Bremen verliert erneut ein Spitzenspiel

Werders Rückfall: Jetzt warnt Allofs

Ein Schock schon, aber eine Riesensensation war das 0:5 bei Borussia Mönchengladbach für Klaus Allofs (54) nicht: Der seidene Faden, an dem in den letzten Wochen bei Werder Bremen "alles" gehangen habe, "dieser Faden ist heute gerissen". Nun macht man sich bei den Grün-Weißen an die Aufarbeitung, die am Sonntag an die unliebsame Vorsaison erinnerte - genau wie die Leistung tags zuvor. Muss Werder nach dem Rückfall die Ansprüche überdenken?

Frust bei Werder Bremen nach dem 0:5 in Mönchengladbach
2010/11 lässt grüßen: Werder Bremen und der kollektive Frust nach dem 0:5 in Mönchengladbach.
© picture allianceZoomansicht

Die sonntägliche Besprechung vor dem Auslaufen dauerte ein wenig länger als gewöhnlich nach der Schmach von Mönchengladbach. Und: Thomas Schaaf (50) führte sie nicht allein, sondern sprach im Beisein von Werder-Boss Allofs zu seinen Profis. Ein Szenario, das es 2010/11 häufiger gegeben hatte - Auftritte wie die am Samstag ebenfalls.

Der 90-minütige Rückfall in vergangen geglaubte Zeiten. Einer, nach dem die Antennen ausgefahren werden. "Es wird Zeit darüber zu reden", rät Tim Wiese (29), "sonst geht es in den nächsten Wochen nach unten." An der Weser sind sie wachsam, seitdem Werder in der Vorsaison immer wieder kollektive Aussetzer hatte. Am Samstag gab es nun den ersten dieser Spielzeit.

"Das 0:5 ist schon ein Schock, aber ich bin eigentlich auch froh, dass es einmal so deutlich wurde", meinte Allofs auf der Werder-Website: "Die Mannschaft hat nach diesem Spiel keine Entschuldigungen mehr." Allerdings wolle man sie damit keineswegs alleine lassen, deshalb die doppelte Ansprache am Sonntag. Allofs: "Wir haben ihr eine Einschätzung gegeben, wo wir die Probleme sehen. Das haben wir in klarer Form angesprochen, ohne dabei die Axt rauszuholen."

Nach der Länderspielpause waren einige nicht mit den Gedanken beim Spiel!Klaus Allofs

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Die Verantwortlichen sind alarmiert, auch wegen der Statistik, einem weiteren Warnsignal. Vier Niederlagen sind bislang für die Bremer in dieser Halbserie notiert, gegen Leverkusen (0:1), Hannover (2:3), Dortmund (0:2) und nun Gladbach - also allesamt gegen Kontrahenten von oben. Drei der vier Gegner vor der Winterpause nun kommen ebenfalls aus jener Region, zu der sich auch Werder zugehörig fühlt: Stuttgart, München, Schalke. Was aber wird, wenn es wieder nicht reicht gegen die Topteams? Ist Werder zu grün für die Spitze?

"Wer den Anspruch hat, oben mitzuspielen, darf nicht so auftreten wie wir in Gladbach", schimpft Kapitän Clemens Fritz (30). Und jenen Anspruch, untermauert Allofs, haben sie immer noch. Nur, der Begriff "oben" wird seit dem Wochenende neu definiert. Der Werder-Boss deutlich: "Ich bin immer noch davon überzeugt, dass wir oben mitspielen. Wobei oben heißt: Platz drei bis zehn, wir sind kein Bayern-Jäger!"

"Mit so einer Leistung muss einem bange werden"

Zur Standort-Bestimmung wurde das Kräftemessen mit der Borussia erklärt, endlich müsse auch ein Großer geschlagen werden, hatte Sebastian Prödl (24) gefordert. Stattdessen gab es eine schallende Ohrfeige, deren Gründe Allofs schonungslos benennt: "Nach der Länderspielpause waren einige nicht mit den Gedanken beim Spiel! Das war eine Vorführung, die uns klarmacht, wo wir stehen." Noch im Spitzen-Quintett, aber die Direkt-Vergleiche mit den Spitzenmannschaften und der Ausblick auf die ausstehenden Partien bereitet zumindest Anlass zu Sorge. Allofs ehrlich: "Mit so einer Leistung muss einem bange werden."

Am Sonntag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker online) erwartet Werder den VfB - und die Führung vom Team jenes Gesicht, das für furiose Aufholjagden steht. Das andere, das vom Samstag, wird die Grün-Weißen bis dahin aber noch ein wenig beschäftigen. "Wir werden uns im Laufe der Woche immer mal wieder die Szenen anschauen und daran arbeiten", kündigte Schaaf an.

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 21.11., 16:56 Uhr
Allofs: "...dann bleibt man auf der Stelle stehen"
Ein 0:5 will erst einmal verdaut werden, zumal man in Bremen geglaubt hatte, die letzte Saison sei abgehakt. Die "Axt" will Werder-Chef Klaus Allofs nicht herausholen, warnt jedoch gegenüber kicker.tv eindringlich vor Bequemlichkeit und sagt, was sich jetzt ändern muss.
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21.11.11
 
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