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19.11.2011, 18:25

Zwanziger mahnt erneut Umdenken im Leistungssport an

Rafati nach Suizidversuch außer Lebensgefahr

Die Partie des 13. Spieltages zwischen dem 1. FC Köln und 1. FSV Mainz 05 musste am Samstagnachmittag abgesagt werden, nachdem der eingeteilte Schiedsrichter Babak Rafati nicht erschienen war und kurzfristig kein Ersatz gefunden werden konnte. Wie die Polizei bestätigte, hat der 41-jährige Rafati einen Suizidversuch unternommen. DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger stellte sich am Samstagabend der Presse.

FIFA-Schiedsrichter Babak Rafati
Schiedsrichter Babak Rafati wollte sich das Leben nehmen, die Partie in Köln wurde abgesagt.
© imago Zoomansicht

Laut Claus Horstmann, dem Vorsitzender der Geschäftsführung beim 1. FC Köln, ist der offiziell angesetzte Schiedsrichter Babak Rafati am Nachmittag nicht zum Spiel erschienen. Gegen 13.45 Uhr sei der Referee immer noch nicht anwesend gewesen, wenig später wurde zunächst sein Ausfall bekannt.

"Zwischen 14 Uhr und 14.15 Uhr haben wir dann Nachricht erhalten, dass es einen Unfall des leitenden Schiedsrichters gegeben habe", sagte FC-Sportdirektor Volker Finke bei einer Pressekonferenz.

Die Kölner setzten sich umgehend mit den Verantwortlichen bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) in Verbindung, um einen Ersatz zu organisieren.

Dies klappte allerdings nicht. Denn ein Gespann aus dem Westen kam nicht in Frage, aus dem Norden und Süden war eine kurzfristige Lösung nicht machbar. "Ergebnis der Kommunikation mit der DFL und dem DFB war, dass das Spiel nicht stattfindet", sagte Finke.

Ein Nachholtermin steht bisher nicht fest, eine Neuansetzung noch in dieser Woche wird es nicht geben. Denn bereits am kommenden Freitag spielen die Geißböcke im Westderby bei Borussia Mönchengladbach. "Holger Hieronymus (Stellvertretender Geschäftsführer der DFL, die Red.) hat uns mitgeteilt, dass das Spiel in dieser Woche aus dem Spielplan herausgenommen wurde", sagte Finke.

Die Polizei Hannover bestätigte am Nachmittag auf Berufung auf ihre Kölner Kollegen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass Rafati einen Suizidversuch unternommen habe.

Dr. Theo Zwanziger
DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger am Samstagabend bei der Pressekonferenz in Köln.
© Getty Images

DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger sagte nach Bekanntwerden der Umstände seinen geplanten Besuch des Frauen-Länderspiels in Wiesbaden gegen Kasachstan ab und reiste umgehend nach Köln, um sich persönlich ein Bild über die Hintergründe zu machen.

Am Abend äußerte sich Zwanziger dann auf einer Pressekonferenz in Köln zum Drama um Babak Rafati. Demnach hätten seine drei Assistenten Holger Henschel, Patrick Ittrich und Frank Willenborg Rafati im Hotelzimmer gefunden. Das Trio leitete auch die richtigen Schritte ein und trug damit auch wesentlich zur Rettung Rafatis bei.

"Sie haben mir genau berichtet und auch die Kriminalpolizei. Ich kann nur sagen: Großes Kompliment. Sie haben alle Schritte sofort eingeleitet und kühlen Kopf bewahrt. Da gehört schon was dazu, ihn richtig zu stabilisieren und dazu beizutragen, dass er ins Leben zurückkehren kann", sagte Zwanziger im Interview mit dem TV-Sender Sky. Der DFB-Präsident sicherte den Assistenten die volle seelsorgerische Unterstützung bei der Verarbeitung der Geschehnisse zu.

Über mögliche Gründe für den Suizidversuch machte Zwanziger keine Angaben: "Die Kriminalpolizei ermittelt. Nachdem was ich weiß, schließt man Fremdverschulden aus. Es wurden Notizen gefunden, die aber noch ausgewertet werden müssen", berichtete der 66-Jährige. Trotzdem hofft der DFB-Präsident, dass "transparent wird, was zum Suizidversuch geführt hat, damit man ihm helfen kann".

Wie bereits nach dem Selbstmord des ehemaligen Nationaltorhüters Robert Enke im November 2009 mahnte Zwanziger ein Umdenken im Fußball an. "Der Druck im Leistungssport ist von verschiedenen Seiten ungeheuer hoch - und wir schaffen es einfach nicht, das in die richtige Balance zu bringen", sagte Zwanziger am Samstagabend in Köln.

"Der Druck im Leistungssport ist von verschiedenen Seiten ungeheuer hoch - und wir schaffen es einfach nicht, das in die richtige Balance zu bringen" DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger

Laut dem DFB-Präsidenten habe sich der gesundheitliche Zustand von Rafati mittlerweile stabilisiert, der Schiedsrichter sei außer Lebensgefahr. Eine gute Nachricht nach all den Ereignissen in der Domstadt.

Zwanziger hegt auch Hoffnung auf eine vollständige Genesung von Babak Rafati. Die Entscheidung, ob die Partie angepfiffen werde oder nicht, haben DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach sowie Herbert Fandel, Vorsitzender der DFB-Schiedsrichter-Kommission, in Absprache mit der DFL getroffen. Zwanziger sei sich sicher, dass die "richtige und angemessene" Entscheidung getroffen wurde, die auch bei den Beteiligten und den Fans auf Zustimmung und Verständnis gestoßen sei.

Babak Rafati ist seit 1997 Schiedsrichter beim DFB. In der Zweiten Liga kam er seit dem Jahr 2000 zum Einsatz, seit 2005 pfeift er Bundesliga. Im Jahr 2008 rückte er zum FIFA-Schiedsrichter auf. Allerdings wurde er seit September 2011 nicht mehr für internationale Spiele nominiert. Der DFB begründete dies mit einer Umstrukturierung, da etliche deutsche FIFA-Schiedsrichter in den kommenden Jahren die Altersgrenze erreichen werden.

Slomka: "Ich bin sehr geschockt"

Der Trainer von Hannover 96, Mirko Slomka, zeigte sich vor dem Spiel beim VfL Wolfsburg geschockt und sagte im TV-Sender "Sky": "Ich bin nicht über Einzelheiten im Detail informiert. Das ist natürlich sehr bitter. Ich bin sehr geschockt, zumal Babak Rafati Hannoveraner ist und ich ihn sehr gut kenne. Wenn ein Spiel abgesagt wird, ist etwas Dramatisches vorgefallen."

Schalkes Trainer Huub Stevens sagte vor dem Anpfiff gegen den 1. FC Nürnberg, was er gehört habe, sei "unglaublich".

Die Spieler von Werder Bremen wurden vor der Partie bei Borussia Mönchengladbach nicht über die Absage in Köln und die möglichen Hintergründe informiert, erklärte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs ebenfalls im Sender "Sky".

19.11.11
 
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