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03.10.2011, 19:10

Zürcher Derby im Letzigrund abgebrochen

"Die Schande von Zürich" schockt die Schweiz

Eklat im Schweizer Fußball! Das 226. Zürcher Derby zwischen dem Grasshopper Club und dem FCZ musste am Sonntag in der 78. Minute abgebrochen werden, nachdem es auf den Rängen im Letzigrund zu schweren Ausschreitungen gekommen war. Die Klubs zeigten sich schockiert. Die Liga, die derzeit das Videomaterial sichtet, kündigte am Montag Konsequenzen an.

Ausschreitungen im Zürcher Letzigrund
Ausschreitungen im Letzigrund: Das Zürcher Derby musste abgebrochen werden.
© imagoZoomansicht

Die genaue Ursache für die Gewaltausbrüche ist noch nicht klar. Das Geschehen auf dem Rasen hatte in keiner Weise darauf hingedeutet, die Atmosphäre war nicht einmal aufgeheizt. Spekuliert wird in Schweizer Medien darüber, dass zunächst GC-Fans vor längerer Zeit gestohlene FCZ-Fahnen zeigten. Später flog eine Leuchtrakete, auch hier gibt es noch keine genaue Analyse des Vorgangs. Möglicherweise war eine Rakete aus dem Fanblock der Grasshoppers geflogen und dann von der Osttribüne zurückgeworfen worden. Eine andere Version besagt, die Fackel sei von einem FC-Fan in den gegnerischen Block geschleudert worden.

Die Hoppers teilten auf ihrer Website mit, dass das "unbedachte und provokante Verhalten der Fans" zur Eskalation geführt habe. "Der genaue Ablauf der Ausschreitungen kann aufgrund der Stadionüberwachung festgestellt werden", sagte Christian Schöttli, der Sicherheitsverantwortliche für die Schweizer Liga. Allerdings muss auch untersucht werden, wie das Sicherheitskonzept der zuständigen Stadt Zürich für die im Vorfeld als "Hochrisikospiel" klassifizierte Partie derart scheitern konnte.

Die Diskussion um die Sicherheit in den Stadien ist in der Schweiz nach den Ausschreitungen neu entfacht. Die Profispielervereinigung SAFP forderte als Sofortmaßnahme bereits "Polizeipräsenz auch innerhalb des Stadions sowie das sofortige Einschreiten der Polizei während des Spiels".

Liga prüft Sofortmaßnahmen

Über die Wertung des 226. Zürcher Derbys entscheidet die Disziplinarkommission der Liga. "Nach diesen Ereignissen kann im Zürcher Stadion Letzigrund nicht zur Tagesordnung übergegangen werden. Die Swiss Football League prüft in Absprache mit allen involvierten Parteien die Ergreifung von Sofortmaßnahmen, welche schon vor dem nächsten Spiel zwischen dem FC Zürich und dem FC Basel umgesetzt werden können", erklärte SFL-Präsident Thomas Grimm am Montag.

Schiedsrichter Kever unterbrach die Partie zunächst und schickte alle Spieler in die Kabine. Fünf Minuten später um 17.44 Uhr brach er die Partie ganz ab. "Es hatte Leute auf der Tartanbahn, ich musste sofort unterbrechen. Spieler, Trainer und Sicherheitsdelegierte waren vor Ort. Keiner der Spieler fühlte sich in der Lage, weiterzuspielen", so der Referee.

Währenddessen kam es auch zu Schlägereien auf den Rängen, nachdem es zahlreichen Hooligans gelungen war, in das jeweils gegnerische Lager vorzudringen. Sicherheitskräfte versuchten, die Situation in den Griff zu bekommen.

Hooligans in Zürich
Die "Schande von Zürich": Mit Stöcken bewaffnete Chaoten im Letzigrund.
© imago

"Ich hatte Angst um das Publikum", sagte FCZ-Manager Fredy Bickel in einem TV-Interview. "Ich hatte gehofft, so etwas in einem Schweizer Stadion nie sehen zu müssen." Bickel bezeichnete die Vorfälle als "Schande für den Schweizer Fußball" und insbesondere für Zürich. Präsident Ancillo Canepa sprach von einer "abgrundtiefen Enttäuschung und Wut". GC-Präsident Roland Leutwiler erklärte, die Tumulte seien der Stadt und dem Letzigrund unwürdig: "Dass so wenige Elemente eine solche Macht ausüben und solchen Schaden anrichten, ist ein Drama."

Sechs Personen wurden bei den Ausschreitungen leicht verletzt und mussten ambulant behandelt werden. Die Stadtpolizei Zürich nahm vier Randalierer in Gewahrsam. Ein 28-jähriger Schweizer soll wegen Körperverletzung der Staatsanwaltschaft Zürich zugeführt werden. Drei weitere Männer wurden nach Feststellung der Personalien und einer Überprüfung wieder auf freien Fuß gesetzt.

 
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Telefax: 00 41 - 44 - 4 47 46 90
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Gründungsdatum:01.08.1896
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