DFB-Präsident Theo Zwanziger: "Natürlich bedauere ich den Rücktritt von Ralf Rangnick, den ich als Trainer sehr schätze. Ich wünsche ihm jetzt vor allem eine möglichst baldige Genesung und dass er irgendwann in die Bundesliga zurückkehren kann. Allerdings habe ich auch großen Respekt vor seiner Entscheidung und der Tatsache, dass er mit seiner Erkrankung öffentlich umgeht. Vielleicht hat sich die Situation im harten Profigeschäft Fußball aufgrund der vielen Diskussionen nach dem tragischen Tod von Robert Enke ja doch ein klein wenig verändert. Vielleicht werden Schwächen und Krankheiten eher toleriert und respektiert als noch vor knapp zwei Jahren. Ich wünsche mir zumindest, dass es so ist."
Clemens Tönnies (Aufsichtsratsvorsitzender Schalke 04): "Die Nachricht hat uns tief getroffen. Wir sind außerordentlich froh und sehen es als mutigen Schritt und als Vertrauensbeweis an, dass Ralf Rangnick sich uns offenbart hat. Für den FC Schalke 04 ist das eine bittere Entwicklung, da wir uns in einer Phase befinden, in der alle im Klub an einem Strang ziehen und es Schritt für Schritt in die richtige Richtung geht. Jetzt aber hat die Gesundheit von Ralf Rangnick absolute Priorität, er bekommt von uns jede Rückendeckung und jede gewünschte Unterstützung. Wir wünschen ihm alles erdenklich Gute, vor allem aber eine baldige und vollständige Genesung. Über die Frage, wer künftig das Amt des Cheftrainers übernehmen wird, werden wir in aller Ruhe beraten und entscheiden."
Sportdirektor Horst Heldt (Schalke 04): "Ich habe Hochachtung vor dieser Entscheidung. Er hat mir gesagt, dass es ihm nicht gut geht. Das zieht uns den Boden unter den Füßen weg, denn das war vorausschauend nicht erkennbar, und in der Kürze der Zeit kann auch nicht an Lösungen gedacht werden. Das war ein Schock, wir müssen das erst einmal sacken lassen. In ein Seelen-Empfinden kann man nicht immer hereinschauen, das ist eine Krankheit, die man nicht an der Stirn ablesen kann."
Mannschaftsarzt Thorsten Rarreck (Schalke 04): "Die Diagnose lautet vegetatives Erschöpfungssyndrom. Der Körper ist ausgeloggt, körperlich ist er am Ende. Er wird nach einer Pause zur alten Stärke zurückkommen. Ich vergleiche das mit einem Spieler, der übertrainiert ist und seine Leistung nicht mehr bringen kann. Es ist eine präventive Maßnahme und daher wichtig, dass er die Speicher wieder auffüllt. Die Zeit muss jetzt die Wunden heilen. Das hat sich zwar in den letzten Wochen angebahnt, aber in den ersten Monaten nicht erkennbar. Ein Bayern-Trainer hat mal gesagt: Flasche leer! Das ist wirklich so."
Felix Magath (Trainer VfL Wolfsburg): "Ich bewundere Ralf Rangnick dafür, dass er diesen Schritt gemacht hat. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, wie anspruchsvoll und auch belastend der Trainerberuf ist. Ich hoffe, dass Ralf Rangnick sich die Zeit nimmt, die er braucht, um wieder voller Energie zu sein. Ich wünsche ihm alles Gute und hoffe, ihn bald wieder in der Bundesliga als Kollegen begrüßen zu können."
Thomas Tuchel (Trainer Mainz 05): Es verwundert mich nicht, dass auch Bundesliga-Trainer dieser Managerkrankheit verfallen. Es ist auch für mich wichtig, mich zu disziplinieren und bewusst zu machen, wie wichtig geistige und emotionale Regeneration sind. Es tatsächlich mzusetzen, ist aber schwer.Denn das Rad dreht sich immer weiter. Ich kann nachvollziehen, dass das Gefühl entsteht, eine Pause zu brauchen."
Interimstrainer Rodolfo Esteban Cardoso (Hamburger SV): "Das ist die schrecklichste Nachricht des Tages. Die Bundesliga ist sehr stressig. Wie stressig, habe ich allein in den ersten zwei Tagen als Trainer des Hamburger SV mitbekommen."
Sportdirektor Frank Arnesen (Hamburger SV): "Ich bin betrübt, meine Gedanken sind bei Ralf Rangnick. Ich hoffe, dass er bald wieder in seinen Beruf zurückkehren kann."
Trainer Mirko Slomka (Hannover 96): "Ich kann das aus der Ferne nicht beurteilen und war genauso überrascht wie alle anderen auch. Letztendlich haben nicht nur Bundesliga-Trainer Druck. Auch in der Wirtschaft haben Manager Druck. Da muss jeder selber mit fertig werden."
Trainer Robin Dutt (Bayer Leverkusen): "Wir glauben alle, dass Fußball das Wichtigste auf der Welt sei, und müssen jetzt endlich einsehen, dass es nicht das Wichtigste ist. Wir müssen alle mehr Respekt voreinander haben, weil in diesem System jeder auf jeden Druck ausübt: Spieler auf Trainer, Trainer auf Spieler, Medien auf Spieler, Medien auf Trainer, Fans auf Spieler, Fans auf Trainer."
Trainer Markus Babbel (Hertha BSC Berlin): "Ich habe auf dem Trainingsplatz davon erfahren und war bestürzt. Man kann über ihn denken, was man will, aber so etwas wünscht man keinem. Er ist für mich ein Gesicht der Bundesliga, ein anders denkender Trainer, der sich nie gescheut hat, das auch kundzutun. Man ist natürlich bestürzt, dass es mittlerweile auch Trainer trifft, die so etwas erleiden. Das zeigt mir wieder, nicht alles zu ernst zu nehmen."
Trainer Marco Kurz (1. FC Kaiserslautern): "Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung. Es ist gut, mit diesem Thema offensiv umzugehen. Ich habe bei mir so einen Belastungsstau noch nicht festgestellt, aber man ist schon immer froh, wenn eine Saison vorbei ist. Das kostet Körner. Dann braucht man eine Ruhephase."
Sportdirektor Max Eberl (Borussia Mönchengladbach): "Es ist richtig und bewundernswert, dass Ralf Rangnick damit an die Öffentlichkeit geht."
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