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05.09.2011, 15:30

Hannover: Ersatzkeeper fehlt lange

Markus Miller ist schwer erkrankt

Nach Anzeichen für einen drohenden Burnout muss Hannover 96 für unbestimmte Zeit auf seinen zweiten Torhüter Markus Miller verzichten. "Wegen meiner mentalen Erschöpfung werde ich mich ab sofort stationär behandeln lassen", teilte der 29-Jährige in einer Erklärung, die er über den Klub verbreiten ließ, mit, "seit einiger Zeit habe ich immer seltener das Gefühl, dass ich der Mannschaft wirklich helfe oder etwas Wesentliches bewirke."

Schwer erkrankt: 96-Keeper Markus Miller.
Schwer erkrankt: 96-Keeper Markus Miller.
© imagoZoomansicht

Gemeinsam mit dem in Gelsenkirchen als ambulanter Psychologe, Arzt und Physiotherapeut praktizierenden Martin Braun arbeite er bereits erfolgreich an Lösungen, so Miller. "Um blockierende Ursachen und Symptome noch nachhaltiger bearbeiten zu können, als das ambulant möglich ist, habe ich mich in enger Absprache mit meinem Therapeuten dazu entschlossen, stationär an mir zu arbeiten."

Jeder, der sich mit höchstem Ehrgeiz, starker Motivation verbunden mit hohem inneren Druck einsetze, könne Gefahr laufen, Symptome eines beginnenden Burnouts sowie mentaler und körperlicher Erschöpfung und weitere Reaktionen zu entwickeln, erläutert Martin Braun. "Zunächst die ambulante und nun die stationäre psychotherapeutische Behandlung helfen Markus Miller effektiv dabei, gesündere und positivere Umgehensweisen mit sich selber zu erarbeiten."

Unweigerlich weckt die Entwicklung um Miller Erinnerungen an die Tragödie um Robert Enke. Der Nationaltorhüter, einst ebenfalls in Diensten von Hannover 96, hatte sich infolge einer depressiven Erkrankung im November 2009 im Alter von 32 Jahren das Leben genommen. Nicht zuletzt aufgrund der damaligen Erfahrungen erhält Miller nun die volle Unterstützung des gesamten Klubs, heißt es in der Erklärung weiter. "Dieser Schritt ist ein großes Zeichen von Mut. Er hat in einem Klub, der ein furchtbares Erlebnis mit einem persönlichen Schicksal durchgemacht hat, bewusst den Gang an die Öffentlichkeit gewählt und klare Fakten geschaffen. Sein Entschluss verdient allerhöchsten Respekt", erklärt 96-Geschäftsführer Martin Kind.

"Wir stärken und schützen ihn, weil er sich in aller Offenheit seinen psychischen Schwierigkeiten stellt", betonte 96-Manager Jörg Schmadtke.

Die Mannschaft von Hannover 96 war am Montag vor dem Nachmittagstraining von Trainer Mirko Slomka über die Krankheit ihres Kollegen informiert worden. Die derzeit für ihre Nationalteams aktiven Spieler wurden telefonisch kontaktiert. "Markus hat mich frühzeitig ins Vertrauen gezogen und umfassend informiert", so Slomka, "wie er seine Situation angenommen hat, ist imponierend". Den Platz als Torwart Nummer zwei im Kader hinter Ron-Robert Zieler nimmt vorerst Nachwuchsmann Samuel Radlinger ein.

Michael Richter

05.09.11
 

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