
| Vorname: | Markus |
| Nachname: | Babbel |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | 1899 Hoffenheim |
Und Maik Franz (30), der bis zu seinem Fehler vorm Gegentor eine durchaus passable Figur in der Innenverteidigung abgegeben hatte, klang auch am Tag danach noch immer ein wenig benommen von der Wucht des Aufpralls in der Realität. "Das", sagte Franz, "waren nicht wirklich wir."
Das Comeback in der Bundesliga sollte ein Festtag werden für Hertha BSC. Es wurde das Gegenteil davon. "Normalerweise spielt ein Aufsteiger mit Euphorie und Lust", bilanzierte Manager Michael Preetz zerknirscht angesichts der seltsam blutleeren Darbietung. "Bei uns habe ich nur Last gesehen."
Wenn Trainer Markus Babbel künftig über eine funktionierende Offensive referiert, darf er die 90 Minuten vom Samstag getrost als Blaupause nehmen, wie es nicht geht. "Zu statisch" (Christian Lell) hatte der Aufsteiger agiert, "zu ängstlich und zu hektisch" (Andreas Ottl), "ein bisschen zu gehemmt" (Tunay Torun), "nicht wach und ohne Zutrauen" (Babbel), "offensichtlich nicht frei, sondern gelähmt und ohne Spielfreude" (Preetz).
„In der letzten Saison haben wir auf dem Platz meistens eine Lösung gefunden, wenn Plan A nicht funktionierte. Gegen Nürnberg ist uns das nicht gelungen.“Peter Niemeyer
Die Spieleröffnung war ein Fall fürs Entwicklungshilfe-Ministerium, "zu viele hohe Bälle" hatte nicht nur Torun gesehen. Kapitän Andre Mijatovic (31) brachte es auf den Punkt: "Das war zu viel Alibi-Fußball. Die Nachlässigkeit beim Gegentor beschreibt unser ganzes Spiel."
Nicht die Niederlage an sich wirft unzählige Fragen auf, sondern die Art und Weise, die Niederschlag findet in den Daten: null (!) Torchancen, 38 (!) Prozent gewonnene Zweikämpfe, dazu eine geringere Laufleistung als der Gegner. "In der letzten Saison haben wir auf dem Platz meistens eine Lösung gefunden, wenn Plan A nicht funktionierte", sagt Niemeyer. "Gegen Nürnberg ist uns das nicht gelungen."
An dieser Stelle kommt der Trainer ins Spiel. Babbel ist niemand, der von der Seitenlinie sonderlich viele Impulse gibt - weder über Einwechslungen noch über taktische Veränderungen. Im Erfolgsfall wird ihm das als wohltuende Sachlichkeit ausgelegt - wenn aber das Offensivspiel so gründlich missrät wie am Samstag, würde etwas mehr Intervention gewiss nicht schaden. Weitere Transfers schloss der Coach am Sonntag im Sport1-Doppelpass kategorisch aus: "Stand heute machen wir definitiv nichts mehr, die Qualität fehlt mit Sicherheit nicht."
Das ist eine kalkulierte Botschaft nach außen und nach innen, um das in Teilen ohnehin schon verunsicherte Personal nicht noch weiter zu irritieren. Klar ist indes: Hertha beobachtet den Markt - im Angriff, mehr noch aber auf der Position des Linksverteidigers. Babbel wurde am Sonntag nicht müde, "die Charakterstärke meiner Mannschaft" hervorzuheben. Es würde helfen, den Fokus fortan etwas mehr auf andere Qualitäten zu richten. In der 2. Liga konnte sich Babbel darauf verlassen, dass einer aus seiner Ansammlung von Hochkarätern mit einer brillanten Idee den Unterschied ausmacht. Das genügt künftig nicht mehr. Babbel ist gefordert, Antworten zu finden auf die drängendsten Fragen - in Berlin, nicht in München, wohin es ihn an freien Tagen mit Macht zieht.


| Vereinsname: | Hertha BSC |
| Gründungsdatum: | 25.07.1892 |
| Mitglieder: | 25.000 (Stand 30.06.2011) |
| Vereinsfarben: | Blau-Weiß |
| Anschrift: | Hanns-Braun-Straße, Friesenhaus II 14053 Berlin Telefon: (0 30) 30 09 28 0 Telefax: (0 30) 30 09 28 99 |
| Internet: | http://www.herthabsc.de |