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28.06.2011, 09:54

Hertha: Neuzugang im kicker-Interview

Franz: "Ich habe wenigstens ein Image"

Er stieg 2009 mit dem Karlsruher SC ab. 2011 mit Eintracht Frankfurt. Er gilt als Schrecken aller Gegner. Jetzt greift Maik Franz (29) in Berlin an und verrät, wie er seine Außenwirkung sieht, was ihn stört, was er mit Aufsteiger Hertha erreichen will, wie fit er ist - und warum er durch seinen Wechsel in die Hauptstadt Real Madrid wohl abhaken muss.

Maik Franz (Hertha BSC Berlin)
"Ich will Hertha beweisen, dass es richtig war, auf mich zu setzen": Maik Franz.
© imagoZoomansicht

kicker: Herr Franz, Sie sind zuletzt mit dem KSC und Frankfurt aus der Bundesliga abgestiegen. Müssen sich die Hertha-Fans nach Ihrer Verpflichtung Sorgen machen?

Maik Franz: Nein. Hertha hat aus meiner Sicht genügend Potenzial für eine sorgenfreie Saison. Ein dritter Abstieg wird mir nicht passieren.

kicker: Woran machen Sie das fest?

Franz: Der Klub war zuletzt für Zweitliga-Maßstäbe überragend besetzt, jetzt hat er sich weiter verstärkt. Dazu kommt die Euphorie des Aufstiegs, die wir mitnehmen wollen. Die Vorzeichen stimmen also.

kicker: Was haben Sie gelernt aus den Abstürzen mit dem KSC 2009 und Frankfurt in diesem Jahr?

Franz: Dass man sich nie zu früh zu sicher sein darf; dass man Respekt aufbringen muss; dass man das, was besprochen wurde, umsetzen und an einem Strang ziehen muss.

Wenn man die beste Hinrunde seit 17 Jahren spielt und am Ende trotzdem absteigt, ist das kein Zufall.Maik Franz über den Abstieg mit der Eintracht

kicker: All das fehlte in Frankfurt?

Franz: Das sind die Lehren aus den Abstiegen mit Karlsruhe und Frankfurt. Was die Eintracht angeht: Ich will nicht nachkarten. Aber wenn man die beste Hinrunde seit 17 Jahren spielt und am Ende trotzdem absteigt, ist das kein Zufall.

kicker: Sie selbst konnten am Ende wegen Ihres Mittelfußbruchs nicht mehr eingreifen. Wie weh tat das?

Franz: Das war bitter. Ich bin nicht der Überspieler, auch mit mir verlor die Eintracht genügend Spiele. Aber ich glaube schon, dass mit mir auf dem Platz die Chance auf den Klassenerhalt größer gewesen wäre.

kicker: Auch Wolfsburg und Köln fragten bei Ihnen an. Warum gehen Sie zu einem Aufsteiger?

Franz: Hertha ist ein Traditionsklub, Berlin ist eine geile Stadt. Und mir ist wichtig, dass ich das Gefühl habe, zu 100 Prozent gebraucht zu werden. Michael Preetz und Markus Babbel haben mir dieses Gefühl vermittelt und mich schnell überzeugt von diesem Projekt.

kicker: Vom Projekt Klassenerhalt?

Franz: Ich finde es richtig, dass man Ziele mit Augenmaß formuliert. Ich habe für drei Jahre unterschrieben und hoffe natürlich, nicht drei Jahre gegen den Abstieg zu spielen. Aber ein Aufsteiger braucht Realismus.

kicker: In der Innenverteidigung waren zuletzt Kapitän Andre Mijatovic und der tschechische Nationalspieler Roman Hubnik gesetzt. Müssen Sie auf die Bank?

Franz: Von uns wird jeder auf seine Einsätze kommen. Ich habe das in Frankfurt erlebt, als mit Chris, Russ und mir plötzlich drei Innenverteidiger ausfielen. Vielleicht spielen wir ja auch alle drei zusammen.

kicker: Sie rechts in der Viererkette?

Franz: Ich bin kein Flankengott, aber dass ich das kann, habe ich in Frankfurt in der vorletzten Saison gezeigt, als ich sechs Tore schoss.

kicker: Wie weit sind Sie nach ihrem Mittelfußbruch?

Franz: Ich hatte vier Wochen komplette Ruhe, bin dann zwei Wochen Fahrrad gefahren und laufe jetzt seit zwei Wochen. Im Training werde ich in den nächsten Tagen noch dosiert arbeiten und auf Zweikämpfe und Schüsse verzichten. Wir fahren am Samstag ins Trainingslager. Mein Ziel ist es, von da an alles mitzumachen. Ich will Hertha beweisen, dass es richtig war, auf mich zu setzen.

kicker: Wenn Ihr Vertrag 2014 ausläuft, sind Sie knapp 33. Ist Berlin Ihre letzte Station als Profi?

Franz: Sehr gut möglich. Ich bin dann fast 33, Real Madrid wird sich dann vermutlich nicht mehr melden.

Ich bin nicht der Treter oder Grätscher.Maik Franz

kicker: Sie sind ein aggressiver Spieler. War Hertha bislang zu brav?

Franz: Weiß ich nicht. Was mich angeht: Ich bin nicht der Treter oder Grätscher. Beschäftigt man sich mit meinem Spiel, wird man merken, dass ich gar nicht so oft foule.

kicker: Aber Sie wissen, wies geht.

Franz: (lacht) Ja, aber andere auch. Hoffenheims Mlapa trat mich in der letzten Saison gleich zweimal ins Krankenhaus, aber ich halte ihm das nicht vor. Das ist Berufsrisiko.

kicker: Nervt Sie Ihr Image?

Franz: Nein, ich habe es angenommen. Wenn ich irgendwohin komme, ist mein Image eben schon da. Aber ich habe wenigstens ein Image. Mich nervt etwas anderes.

kicker: Was denn?

Franz: Wenn gelogen wird, wenn ich öffentlich in eine Ecke geschoben werde, in die ich nicht gehöre.

kicker: Was meinen Sie?

Franz: Nach dem Spiel gegen Bremen im April meinte Torsten Frings (nach einem Foul von Franz an Bremens Avdic - d. Red.): "Wenn der Schiri es zulässt, haut der Franz auch mal einen ins Krankenhaus." Das war dummes Geschwätz. Ich bin kein Kind von Traurigkeit, aber ich verletze niemanden absichtlich.

Interview: Steffen Rohr

28.06.11
 
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weitere Infos zu Franz

Vorname:Maik
Nachname:Franz
Nation: Deutschland
Verein:Hertha BSC
Geboren am:05.08.1981

Wechselbörse - Hertha BSC

NameZ/APositionDatum
Bastians, FelixAbwehr26.01.2012
 
KakaAbwehr31.08.2011
 
Friend, RobSturm31.08.2011
 
Ben-Hatira, ÄnisMittelfeld31.08.2011
 
Bigalke, SaschaMittelfeld06.07.2011