
| Vorname: | Marc-André |
| Nachname: | ter Stegen |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | Borussia M'gladbach |
| Geboren am: | 30.04.1992 |
"Dante, komm Junge - oder schläfst du?" Gladbachs erfahrener Innenverteidiger mit dem markanten Haarschopf bekam es gleich hautnah zu spüren, dass Marc-André ter Stegen keine lange Anlaufzeit benötigen würde, um in der Bundesliga Fuß zu fassen. Die hatte er auch nicht. Denn sein Debüt feierte der damals 18-Jährige am 10. April in einer nicht ganz einfachen Situation. Besser gesagt: gleich in einem "Endspiel", in einer Partie, die an Brisanz kaum zu überbieten war. Derby gegen den 1. FC Köln, vor weit über 50.000 Zuschauern.
Mit fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz ging die Borussia in dieses wichtige Duell mit dem rheinischen Rivalen. Und Mönchengladbachs neuer Trainer Lucien Favre hatte sich nach bis zum 28. Spieltag 62 Gegentreffern entschieden, die "Schießbude" zu schließen. Ter Stegens Vorgänger Logan Bailly und Christofer Heimeroth hatten dies im Verlauf der bis dato desaströsen Saison nicht geschafft.
"Er hat viel Qualität. Wer das nicht sieht, ist blind", hielt Favre Kritikern entgegen, die das "Null-Erfahrung-Argument" ins Feld führten. Null Erfahrung, 100 Prozent Brisanz. Dennoch hielt ter Stegen stand. Und nicht nur gegen Köln (5:1). Zwar leistete er sich beim Versuch, Kölns ausgebufften Goalgetter Novakovic auszuspielen, beinahe einen fatalen "Klops" (ter Stegen: "Nehme ich als Lerneffekt mit"), doch ansonsten war gleich zu sehen: Da stimmt das Paket!
Stark auf der Linie, entschlossen beim Herauslaufen, gute Antizipation bei verschiedensten Spielsituationen, gute Spieleröffnung. Und: "Er hat eine große Ausstrahlung", sagt sein Torwarttrainer Uwe Kamps. Ein anderer ehemaliger Gladbacher Schlussmann wusste gleich: "Der Junge ist ein Glücksfall." So die Einschätzung des Schweizers Jörg Stiel. Der Glücksfall ließ im Saisonschlussspurt nur drei Gegentore zu, spielte gegen Meister Dortmund, Hannover und Freiburg jeweils zu null und war somit ein Garant für Platz 16 und die Chance Relegation.

Ter Stegen, der schon als Vierjähriger zur Borussia kam und vor zwei Jahren U-17-Europameister wurde, bestätigte viele Experten und Beobachter, die schon frühzeitig wussten: Bekommt der mal seine Chance in der Bundesliga, lässt er sich nicht mehr verdrängen. Als Elfjähriger hatte sich der Torhüter selbst schon einmal Ähnliches sagen hören. "Aus dem Tor holt mich keiner mehr raus." Kurz zuvor war er an der Hand von Oliver Kahn ins Stadion eingelaufen. Spätestens mit diesem denkwürdigen Tag stand für den kleinen Marc-André fest, was er einmal werden würde.
Und vom "Titan" schaute sich ter Stegen einiges ab. Ehrgeizig ist er, ein Stück weit verbissen, mit unbändigem Siegeswillen ausgezeichnet. Die Körpersprache auf dem Platz - Gestik, Kommandos, Vorderleute dirigieren (Dante!) - erinnert auch an Kahn. Der Weg des Marc-André ter Stegen ist vorgezeichnet.
| Kategorie | Ter Stegen | Luthe |
|---|---|---|
| Alter | 19 | 24 |
| Größe in cm | 189 | 194 |
| Gewicht | 84 | 90 |
| Geburtsort | Mönchengladbach | Velbert |
| im Verein seit | 1994 | 2001 |
| Einsätze | 6 BL | 3 BL, 30 2BL |
| kicker-Notenschnitt 10/11 | 2,50 | 2,87 |
| Spiele "zu Null" 10/11 | 3 | 13 |
Von Andreas Luthe ließ sich das viele Jahre lang nicht behaupten. Der 1,94-Meter-Mann im Bochumer Tor ist zwar seit Monaten aus dem VfL-Kasten nicht mehr wegzudenken, doch der Weg dahin war steinig. Mehrmals erlitt Luthe Rückschläge, seitdem er mit 14 beim Revierklub aufschlug. Und sicher konnte er sich lange Zeit nicht sein, ob er es zum Profikeeper schaffen würde.
Beim VfL trauten sie ihm lange Zeit nicht zu, in die Fußstapfen der Großen wie Ralf "Katze" Zumdick zu treten, der zwischen 1981 und 1996 282 Erstligaspiele für Bochum bestritt. "Das war ein Knackpunkt in der Karriere", gesteht Luthe auf die vereinsinternen Vorbehalte zurückblickend. Ein Entscheidungstraining gab zunächst den Ausschlag, den Traum weiter zu hüten. Zwei Kontrahenten - einer aus Dortmund, einer aus Kaiserslautern - spielten seinerzeit vor, um sich einen Platz im A-Jugend-Kader des Vereins zu schnappen. Doch Luthe setzte sich durch und hielt zum Dank wenig später im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft zwei Elfmeter gegen Hertha.
Es folgte die Regionalliga. Doch Luthe traute dem Braten nicht. Der Fachabiturient ging nach dem Training sicherheitshalber noch für vier bis fünf Stunden in die VfL-Geschäftsstelle in der Castroper Straße. Zweiter Stock, IT-Abteilung. "Ich wollte eben nicht allein auf Fußball setzen", erzählt er. Den Draht zum Computer hatte er als Student der medizinischen Informatik heiß laufen lassen, auch wenn die Professoren den angehende Software-Entwickler "fast nie zu Gesicht bekommen" haben. So nebenbei ging das mit Regionalliga-Fußball und dem IT-Job beim VfL einfach nicht. Erst recht nicht, als "Funny" Heinemann Luthe ins Profiteam berief. Im September 2009 war das. Und Luthe hielt im Pokal trotz eines 0:3 gegen Schalke gut.

Es folgte sein Bundesliga-Debüt gegen Nürnberg und ein 1:0-Sieg. "Er stand mit einer Gelassenheit im Tor, als hätte er 100 Bundesligaspiele hinter sich", sagte sein damaliger Kapitän Marcel Maltritz. Die Bierruhe zeichnet Luthe aus: "Mich bringt so leicht nichts aus der Fassung." Auch nicht die Rückkehr von Stammtorwart Philipp Heerwagen, dem Luthe klaglos Platz machte.
Im vergangenen Sommer trat Friedhelm Funkel seinen Dienst in Bochum an. Er wollte beide testen, beiden eine Chance geben. Am letzten Tag im Trainingslager erlitt Luthe einen Bandscheibenvorfall, zwei Monate Zwangspause. Heerwagen machte das Rennen, spielte jedoch zu Saisonbeginn schwach. Im September war Andreas Luthe wieder fit und fortan die Nummer eins.
Seine Stärken? Neben der Bierruhe zeichnet Luthe aus, gerade dann hellwach zu sein, wenn es hinter der stabilen VfL-Abwehr manchmal nur ein, zwei Mal im Spiel brenzlig wird. Die 13 "weißen Westen" im Unterhaus sprechen Bände. "Am Anfang hatte er mit dem Timing beim Rauslaufen Probleme", blickt Friedhelm Funkel zurück, mit mehr Spielpraxis sei jedoch eine klare Verbesserung eingetreten. Und so ist Luthe nun feste Stütze der Bochumer Elf, und nicht der IT-Abteilung.
Marc-André ter Stegen und Andreas Luthe - der Weg nach oben war durchaus verschieden. Momentan sind beide da, wo sie hinwollen. Den Platz im Erstliga-Tor gibt es nur für einen von beiden. Zumindest für die kommende Saison. Wer das Rennen macht, entscheidet sich im Nervenspiel Relegation. Und da können sowohl der unbändige Siegeswille als auch die absolute Bierruhe nicht schaden.



| Vorname: | Marc-André |
| Nachname: | ter Stegen |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | Borussia M'gladbach |
| Geboren am: | 30.04.1992 |


| Vereinsname: | Borussia M'gladbach |
| Gründungsdatum: | 01.08.1900 |
| Mitglieder: | 44.650 (Stand 30.06.2010) |
| Vereinsfarben: | Schwarz-Weiß-Grün |
| Anschrift: | Hennes-Weisweiler-Allee 1 41179 Mönchengladbach Telefon: (0 21 61) 92 93 0 Telefax: (0 21 61) 92 93 10 09 |
| Internet: | http://www.borussia.de |


| Vereinsname: | VfL Bochum |
| Gründungsdatum: | 15.04.1938 |
| Mitglieder: | 4.000 (Stand 30.06.2010) |
| Vereinsfarben: | Blau-Weiß |
| Anschrift: | Castroper Straße 145 44791 Bochum Telefon: (02 34) 95 18 48 Telefax: (02 34) 95 18 95 |
| Internet: | http://www.vfl-bochum.de |