"Lucien", musste Mirko Slomka den Kollegen auffordern, "sei nicht so bescheiden. Der Erfolg war absolut verdient. Ihr wart in allen Belangen deutlich besser."
Volle Fahrt voraus bei den Gladbachern. Wieder 1:0 gegen eine Spitzenmannschaft, wie in der Vorwoche gegen den Meister Dortmund. Die vor Wochen schon als Absteiger gehandelte niederrheinische Borussia kämpft weiter furios und famos ums Überleben. Ein Stehaufmännchen, das enormen Behauptungswillen verkörpert. So dass in Niedersachsen nicht nur Manager Max Eberl (37) ungebrochene Zuversicht verströmte, als er die "beeindruckende Leistung" würdigte: "Natürlich, ich glaube absolut an die Rettung."
Gladbach in Fahrt, auf der Überholspur im Tabellenkeller, Konkurrent Frankfurt wieder in Sichtweite und Schlagdistanz. Der Trainer dabei auch in Fahrt. Lucien Favre, eher als einer der Stillen im Land bekannt, coachte die Truppe gestenreich zum Sieg. Verkehrte Welt in der Arena: Favres Zöglinge keineswegs wie ein Absteiger, sondern so, wie man es vom Überraschungsteam 96 erwartet hätte.
„"Wir wissen, wie die spielen."“Filip Daems über Favres Vorbereitung
Der "gute Lauf", wie Kapitän Filip Daems (32) den Endspurt im Saisonfinale nennt, hat einen Grund: Lucien Favre, der Trainer. Alle loben sein Konzept, seine Strategie. Der Trainer, sagt Abwehrchef Martin Stranzl (30), bereite sie immer akribisch auf den nächsten Gegner vor. "Wir wissen, wie die spielen." Es glückte auch gegen 96, vielleicht die beste Kontermannschaft der Liga. "Wir wollten hoch spielen", erläuterte Favre selbst. Die Gäste setzten es perfekt um. Vorbildlich in der Defensive, immer mit dem Drang nach vorn, das Ganze indes ohne Risiko, mit der nötigen Absicherung. Stranzl strich das "gute Umkehrspiel" heraus: "Wir alle waren schnell hinter dem Ball."
Dazu gibt es mit Geburtstagskind Marc-André ter Stegen (19) einen neuen Rückhalt, mit dem Torschützen Marco Reus einen Hoffnungsträger, doch über allem thront momentan der Coach. Dieser glaubt ans positive Ende. Drei Siege, so hatte er vor Hannover gerechnet, reichen für den direkten Klassenerhalt. Wobei leichte Zweifel angebracht sind. Wenn es hart auf hart kommt, könnte Gladbach auch mit 28 Punkten aus der Rückrunde absteigen. Doch Favre bleibt bei seiner Arithmetik: "Sieben Punkte, und es geht in die Relegation, sechs könnten zu wenig sein, weniger - und wir sind tot." Drei hat er schon, die Borussia ist noch sehr lebendig.
Jan Lustig
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | Borussia Dortmund | 64:21 | 72 |
| 2 | ![]() | Bayer Leverkusen | 63:44 | 65 |
| 3 | ![]() | Bayern München | 79:39 | 62 |
| 4 | ![]() | Hannover 96 | 46:44 | 57 |
| 5 | ![]() | 1. FSV Mainz 05 | 50:38 | 55 |
| 6 | ![]() | 1. FC Nürnberg | 46:42 | 47 |
| 7 | ![]() | Hamburger SV | 45:51 | 44 |
| 8 | ![]() | SC Freiburg | 41:49 | 44 |
| 9 | ![]() | 1899 Hoffenheim | 49:47 | 43 |
| 10 | ![]() | 1. FC Kaiserslautern | 45:49 | 43 |
| 11 | ![]() | VfB Stuttgart | 59:57 | 42 |
| 12 | ![]() | Werder Bremen | 45:58 | 41 |
| 13 | ![]() | 1. FC Köln | 45:61 | 41 |
| 14 | ![]() | FC Schalke 04 | 37:42 | 40 |
| 15 | ![]() | VfL Wolfsburg | 40:47 | 35 |
| 16 | ![]() | Borussia M'gladbach | 47:64 | 35 |
| 17 | ![]() | Eintracht Frankfurt | 30:46 | 34 |
| 18 | ![]() | FC St. Pauli | 34:66 | 29 |