Mönchengladbach: Teamarzt Kühlmorgen verstorben
Effenberg holt Köppel ins Boot
Sportlich hat sich Borussia Mönchengladbach mit dem 1:0-Sieg in Hannover, dem zweiten Erfolg in Serie, wieder in Schlagweite zum Klassenerhalt gebracht. Hinter den Kulissen brodelt es aber, nachdem Stefan Effenberg und die "Initiative Borussia" den VfL reformieren wollen. Ex-Trainer Horst Köppel würde auch zum neuen Team gehören, das die bisherige Führungsmannschaft ablösen will.
Teil des Effenberg-Teams: Mönchengladbachs Ex-Spieler und -Trainer Horst Köppel.
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"Seine fachliche Kompetenz steht außer Frage. Er ist eine Identifikationsfigur", sagte Effenberg am Sonntagabend im TV-Sender "Sky" über Köppel. Am Dienstag will Effenberg weitere Namen und Details seines Konzeptes bekanntgeben. "Es wird kein großes Team um mich herumgeben", sagte Effenberg, der Vorsitzender der Geschäftsführung und Sportdirektor werden will.
"Ich möchte mitanpacken, damit sportlich erfolgreicher und schöner Fußball gespielt wird. Ich trage die Raute im Herzen", erklärte Effenberg, der den jetzigen Kader für zu groß hält und der Klubführung um Präsident Rolf Königs und Sportdirektor Max Eberl vorhielt, den ehemaligen Trainer Michael Frontzeck zu spät durch Lucien Favre ersetzt zu haben. "Wenn Favre von Anfang an dagewesen wäre, würde man jetzt nicht so zittern", sagte Effenberg, der betonte, mit seiner Mannschaft auch einen klaren Plan für den Fall des Abstieges zu haben.
Die sogenannte "Initiative Borussia", die den Bundesligisten mit einer Satzungsänderung strukturell und personell reformieren will, braucht dafür bei der Jahreshauptversammlung am 29. Mai eine Zweidrittelmehrheit. Königs hatte gelassen auf die Initiative reagiert und erklärt, er sei bis 2013 gewählt und wolle auch so lange im Amt bleiben. Auch Teile der Fans, so zum Bespiel das Fan-Projekt Mönchengladbach, stehen Effenberg und der "Initiative" kritisch gegenüber.
Borussia Mönchengladbach steht zwei Spieltage vor Saisonschluss auf Abstiegsplatz 17, hat den Rückstand zum Abstiegs-Relegationsplatz, den nun Eintracht Frankfurt innehat, aber auf zwei Punkte verkürzt.
Trauer um Dr. Jens-Felix Kühlmorgen
Die Borussia trauert um ihren Mannschaftsarzt Jens-Felix Kühlmorgen (44), der am Sonntag plötzlich und unerwartet verstorben ist. Noch am Samstag war Kühlmorgen beim Auswärtsspiel in Hannover dabei. Er gehörte seit 2003 zum Kreis der Gladbacher Mannschaftsärzte. "Für uns alle ist diese schreckliche Nachricht unfassbar", sagte Sportdirektor Max Eberl: "Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen. Wir werden Jens-Felix Kühlmorgen immer in dankbarer Erinnerung behalten."