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22.04.2011, 20:25

Bayern: Daums Osterbotschaft

Jonker: "Rechnen nicht mit Unterstützung"

Pünktlich zu Ostern schickte Frankfurts Trainer Christoph Daum eine Osterbotschaft nach München. Bevor es am Samstag im Duell zwischen der Eintracht und den Bayern für beide Vereine um sehr viel geht, bemühte sich der streitbare Coach sein Verhältnis mit Uli Hoeneß zumindest etwas zu entspannen. Ob die Botschaft ankommt? Andries Jonker interessiert sich nicht für die Scharmützel der beiden Kontrahenten, sondern konzentriert sich auf den Kampf um Platz drei.

Andries Jonker
"Wir müssen aufpassen, alles machen und jede Woche Gas geben": Andries Jonker erfüllt seinen Job hochkonzentriert.
© imagoZoomansicht

"Wir rechnen nicht mit der Unterstützung von anderen. Wir haben es in der eigenen Hand", weiß Jonker. Dabei hat sich der Kader der Bayern am Donnerstag wieder gefüllt. Bastian Schweinsteiger (Knöchelprobleme) und Holger Badstuber (Erkältung), die am Vortag noch mit dem Mannschaftstraining ausgesetzt hatten, waren wieder auf dem Platz unterwegs.

Frankfurt, das stellt Jonker selbstbewusst klar, soll ebenso wenig zum Stolperstein werden wie die weiteren Gegner Schalke, St. Pauli und Stuttgart. Nach dem Auswärtserfolg von Hannover in Freiburg (3:1) müssen die Bayern gewinnen, um wieder vorbeizuziehen. "Wenn ein Ziel erreicht werden muss, sind wir in der Lage, jeden Gegner in Deutschland zu schlagen - egal, wer das ist", sagt er. Vier Siege hält Jonker für realistisch, obwohl er betont: "Wir müssen aufpassen, alles machen und jede Woche Gas geben. Du kannst nie weniger machen, sonst hast du eine Riesengefahr auf eine Enttäuschung."

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Frankfurt steckt mitten im Abstiegskampf, was die Aufgabe nicht leichter macht. "Die werden kämpfen um jeden Meter", sagt Jonker über Frankfurt, "die darf man auf keinen Fall unterschätzen oder den Gedanken haben, dass die nicht gut sind." Außerdem steht mit Christoph Daum ein guter Bekannter an der Bande, das weiß auch der Niederländer. "Er ist ein Trainer, der sehr lange im Geschäft ist, einen guten Ruf hat in Deutschland und fachlich sehr geschätzt wird", sagt er über Daum, und: "Ja, die Geschichte mit Hoeneß habe ich gehört. Aber damit habe ich nichts zu tun", verweist er auf das angespannte Verhältnis.

Ich bin ein sehr toleranter und liebevoller Mensch und werde jeden mit dem entsprechenden Respekt begrüßen, auch ihn.Christoph Daum vor dem Wiedersehen mit Uli Hoeneß

Christoph Daum
Schlug am Karfreitag nachdenkliche Töne an: Frankfurts Trainer Christoph Daum.
© imago

Erst am Montag hatte Daum erklärt, dass er Uli Hoeneß weder die Hand geben noch mit ihm sprechen wolle. Schließlich hatte Hoeneß vor drei Wochen mit Blick auf die Kokain-Vergangenheit Daums gemutmaßt, Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen müsse bei der Verpflichtung des Star-Trainers "irgendein Pülverchen im Kaffee" gehabt haben.

Mittlerweile scheint Daum aber gewillt zu sein, den Kleinkrieg nicht auf die Spitze zu treiben und erklärte am Karfreitag: "Ihn am Samstag zu begrüßen, ist für mich eine Selbstverständlichkeit", sagte Daum in der Pressekonferenz völlig überraschend mit Pathos in der Stimme: "Ich bin von meiner gesamten Einstellung her ein sehr toleranter und liebevoller Mensch. Deshalb begegne ich jedem Menschen mit dem nötigen Respekt. Und wenn wir Werte wie Toleranz und Liebe wieder in den Mittelpunkt stellen, dann erfüllen wir einen wichtigen Beitrag und unsere Vorbildfunktion für die gesamte Gesellschaft." Ob Daums Nächstenliebe der Eintracht am Samstag gegen den Rekordmeister helfen wird, bleibt abzuwarten.

22.04.11
 
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