In Nürnberg herrschte vor dem Spiel gegen Mainz große Euphorie. Die Mannschaft begeisterte die Fans, die von der ersten Europapokal-Teilnahme seit 2007 träumten. Doch die Partie zwischen dem Tabellensechsten und dem Fünftplatzierten im ausverkauften Nürnberger Stadion konnte nicht halten, was sie versprochen hatte. Beide Teams scheuten die Offensive, konzentrierten sich auf die Vermeidung eines Gegentores. Den Mainzern merkte man an, dass sie mit einer Punkteteilung, die den Zwei-Punkte-Vorsprung untermauern würde, gut leben konnten. In der ersten Hälfte war das Highlight ein Freistoß von Ekici, der an den Pfosten klatschte, in Durchgang zwei ein schönes Solo von Schürrle, der aber dann verzog. In der hektischen Schlussphase hatte FSV-Keeper Wetklo Glück, dass sein Handspiel außerhalb des Strafraums von Schiedsrichter Gräfe nicht geahndet wurde.
Der VfL Wolfsburg bezwang den 1. FC Köln nach starker Leistung mit 4:1 und bescherte Trainer Felix Magath damit den ersten Erfolg mit seinem neuen Team. Die "Wölfe" spielten von Beginn an couragiert nach vorne und erarbeiteten sich Chance um Chance. Köln agierte fast über die gesamte Spielzeit zu harmlos und hat nun nur noch drei Punkte Vorsprung auf den VfL. Mandzukic und der eingewechselte Dejagah trafen jeweils doppelt gegen die über weite Strecken indisponierten Rheinländer. In dieser Verfassung muss der FC fürchten, noch ganz tief in den Abstiegsstrudel gezogen zu werden. "Mit dem heutigen Spiel muss jedem klar sein, dass wir wieder mitten drin sind. Wir haben zum ungünstigsten Zeitpunkt drei Spiele in Serie verloren", weiß FC-Trainer Frank Schaefer.
Vor dem Spieltag wurde spekuliert, ob Borussia Dortmund bereits am Samstagabend den Meistertitel in Mönchengladbach feiert, deshalb waren auch 20.000 Anhänger des BVB im Borussia Park. Doch es kam ganz anders - nicht nur, weil Leverkusen gegen Hoffenheim gewann. Zunächst sah alles nach einer klaren Angelegenheit aus, bereits nach 20 Sekunden verfehlte Götze per Kopf das Tor nur knapp. Aber die Klopp-Elf agierte teilweise zu sorglos und erhielt dafür die Quittung. Idrissou erzielte die nicht unverdiente Führung. Nach dem Wechsel erhöhte Dortmund den Druck. Doch wie schon so oft in den vergangenen Wochen blieben zahlreiche Chancen liegen, zweimal stand das Aluminium im Weg und am Ende standen null Punkte - Leverkusen kommt bis auf fünf Punkte heran. Gladbach darf hingegen wieder hoffen, immerhin wurde durch den überraschenden Erfolg die Rote Laterne an das punktgleiche St. Pauli weitergereicht.

Die 1:5-Blamage von München in den Knochen, zudem die Verfolger Bayern und Hannover im Nacken - für Bayer 04 setzte es gegen Hoffenheim gleich den nächsten Rückschlag, als Sigurdsson die Gäste in Führung schoss. Wenig später hämmerte er das Leder weniger zielgenau an Pfosten. Der Weckruf? Jedenfalls glich Kadlec per Kopf nach einem Eckball aus. Und in der Tat wirkte die Elf Von Jupp Heynckes, der trotz Krankheit an der Bande stand, jetzt sicherer. Nach einer Fehlerkette der Kraichgauer brachte Vidal sein Team in Front. In der Folge verpasste es Kießling, die Führung auszubauen, aber es sollte reichen.
In Frankfurt taten sich die Bayern gegen kompakt auftretende Frankfurter schwer. Spielerisch waren die Münchner den Hessen zwar überlegen, doch vor dem Tor waren sie zunächst einfach zu harmlos. Die Truppe von Christoph Daum hatte bei ihren Kontermöglichkeiten in einer intensiven Partie die besseren Möglichkeiten. Der Lohn für die konzentrierte Vorstellung folgte nach dem Wechsel, als Rode mit einem trockenen Schuss aus elf Metern Keeper Butt keine Chance ließ. Die Antwort des Rekordmeisters blieb zunächst aus, im Gegenteil segelte Russ nur um Zentimeter am Ball vorbei und auch Gekas bekleckerte sich nicht gerade mit Ruhm, als er ein Riesenchance liegen ließ. So langsam bemerkten die Hessen: Hier geht was. Kamen die Bayern doch mal durch, war Fährmann zur Stelle. Allerdings hatte die Eintracht auch Glück, dass es bei zwei umstrittenen Szenen keinen Elfmeter für die Gäste gab. Und den gab es dann doch noch. Gomez verwandelte und die Bayern holten in der hektischen Schlussphase wenigstens noch einen mageren Punkt - zu wenig um wieder auf den dritten Platz zu klettern.

Bremen war eigentlich in St. Pauli angetreten, um sich endgültig aus dem Abstiegskampf zu verabschieden. Soweit der Plan, dann trat Bartels auf, der die Hamburger mit der ersten Chance etwas glücklich in Führung brachte. Aber die Kiezkicker sind in dieser Saison wirklich nicht vom Glück verfolgt und so bugsierten sich die Hamburger den Ball zum Ausgleich selbst in die Maschen. Kurz darauf ergab sich für die Stanislawski-Elf die große Möglichkeit für die erneute Führung, aber Asamoah vergab kläglich. Und auf späte Gegentore kann man sich am Millerntor fast schon verlassen. Mit einem Doppelpack schoss Pizarro den Nachbarn in arge Nöte, weil die Konkurrenz fleißig Punkte sammelte, sind die Hamburger nun Tabellenletzter. Und Bremens Plan ging damit doch noch auf.
Besser hätte es für den VfB im Heimspiel gegen den HSV nicht laufen können. Zwar vergab Hajnal zunächst noch eine tolle Chance, wenig später platzte aber der Knoten bei Cacau, der sein erstes Tor seit November erzielte. Die Schwaben waren in der ersten halben Stunde kaum wiederzuerkennen und überrannten die Hamburger regelrecht, vergaben aber sämtliche Großchancen, ehe sich dann auch die Gäste am Spiel beteiligten. Das große Zittern fing nach dem Wechsel an. Erst als der eingewechselte Gentner den Anhang der Schwaben mit dem 2:0 erlöste, fielen die Steine im ausverkauften Stadion vom Herzen. Als Cacau mit seinem zweiten Treffer den 3:0-Endstand markierte, war die Party in Stuttgart perfekt und wichtige Punkte für den Klassenerhalt eingefahren. Dagegen kann Hamburg die Europa League wohl abschreiben.
Auf Schalke galt vor der dem Spiel gegen Kaiserslautern zunächst die ganze Aufmerksamkeit Keeper Neuer, der unter der Woche bekannt gab, den Verein zu verlassen. Bis auf vereinzelte Pfiffe wurde er jedoch freundlich von den Fans empfangen. Es entwickelte sich eine muntere Partie mit vielen Chancen. Eine davon vergab Draxler und das wurde bestraft. Im Gegenzug schlug der wiedererwachte Torjäger Lakic zu und brachte die Pfälzer in Führung. Es sollte das einzige Tor bleiben und besiegelte die erste Niederlage für S04 unter Ralf Rangnick. Dagegen darf Kaiserslautern mit 37 Punkten beruhigt die letzten Aufgaben angehen.

Hannover 96 träumt weiter von der Champions League. Die Niedersachsen gewannen am Donnerstagabend zum Auftakt des 31. Spieltags mit 3:1 (2:0) beim SC Freiburg und rücken durch den Dreier zumindest bis Ostersamstag, wenn der FC Bayern München bei Eintracht Frankfurt gefordert ist, auf Rang drei vor. Abdellaoue (24.) und Schlaudraff (31.) stellten die Weichen bereits im ersten Durchgang auf Sieg. Im zweiten Durchgang sorgte Rausch (58.) dann für die Entscheidung. "Wir haben noch drei Spiele, wir wollen das Maximale herausholen", sagte Slomka in Richtung der Bayern.
Während der Höhenflug der Roten also weitergeht, mussten die Breisgauer die zweite Niederlage in Folge hinnehmen und können so die Teilnahme an der Europa League ad acta legen. Lange Zeit agierte das Dutt-Team zu passiv, erst nach dem 1:3 durch den Ex-Hannoveraner Rosenthal (79.) besann sich der SCF seiner Qualitäten, konnte aber keine Wende mehr erzwingen.
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | Borussia Dortmund | 62:19 | 69 |
| 2 | ![]() | Bayer Leverkusen | 62:41 | 64 |
| 3 | ![]() | Hannover 96 | 45:41 | 57 |
| 4 | ![]() | Bayern München | 67:37 | 56 |
| 5 | ![]() | 1. FSV Mainz 05 | 44:37 | 49 |
| 6 | ![]() | 1. FC Nürnberg | 45:38 | 47 |
| 7 | ![]() | Hamburger SV | 44:48 | 43 |
| 8 | ![]() | SC Freiburg | 39:47 | 41 |
| 9 | ![]() | 1899 Hoffenheim | 46:44 | 40 |
| 10 | ![]() | FC Schalke 04 | 35:35 | 40 |
| 11 | ![]() | Werder Bremen | 43:57 | 38 |
| 12 | ![]() | 1. FC Kaiserslautern | 41:48 | 37 |
| 13 | ![]() | VfB Stuttgart | 55:55 | 36 |
| 14 | ![]() | 1. FC Köln | 41:61 | 35 |
| 15 | ![]() | Eintracht Frankfurt | 30:41 | 34 |
| 16 | ![]() | VfL Wolfsburg | 38:45 | 32 |
| 17 | ![]() | Borussia M'gladbach | 44:64 | 29 |
| 18 | ![]() | FC St. Pauli | 33:56 | 29 |
| 1. Gomez, Mario | Bayern München | ![]() |
| Spiele: 32 | Tore: 28 | |
| 2. Cissé, Papiss Demba | SC Freiburg | ![]() |
| Spiele: 32 | Tore: 22 | |
| 3. Novakovic, Milivoje | 1. FC Köln | ![]() |
| Spiele: 28 | Tore: 17 | |
| 4. Barrios, Lucas | Borussia Dortmund | ![]() |
| Spiele: 32 | Tore: 16 | |
| 5. Gekas, Theofanis | Eintracht Frankfurt | ![]() |
| Spiele: 34 | Tore: 16 | |