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27.02.2011, 19:24

BVB stürmt Allianz-Arena - Eintrachts Torlos-Serie hält

Bremen trotzt Bayer - VfB hofft wieder

Stuttgart sicherte sich zu zehnt in Frankfurt drei eminent wichtige Punkte, holte dabei auch auf Bremen auf, das zu Hause gegen den Tabellenzweiten Leverkusen immerhin ein 0:2 wettmachte. Der letzte Versuch der Bayern, den BVB auf dem Weg zum Titel noch zu stoppen, ist am Samstagabend kläglich gescheitert. In den Spielen zuvor war Abstiegskampf angesagt: Köln siegte spät über Freiburg, St. Pauli verlor im letzten Moment gegen 96, und der FCK kam gegen den HSV zu einem Punkt.

Verfolgung: Leverkusens Hyypiä ist hinter Bremens Wagner her.
Verfolgung: Leverkusens Hyypiä ist hinter Bremens Wagner her.
© imagoZoomansicht

Am Sonntagabend war Bayer Leverkusen in Bremen gefragt und ließ als Dortmund-Jäger Nummer eins ein paar Federn. Bayer kam nach 2:0-Führung nur zu einem Remis. Für Bremen wird's dennoch düster. Werder büßte zwei Zähler Vorsprung auf den VfB ein.

Bayer, ohne Ballack und Kießling in der Startelf, war in Hälfte eins klar die bessere Mannschaft, hatte mehr Spielanteile und war tonangebend. Nur agierte die "Werkself" zeitweise zu kompliziert, sodass Bremen die qualitativ besseren Chancen hatte. Borowski scheiterte aber zweimal allein vor Adler am glänzend reagierenden Nationalkeeper. Mehr Durchschlagskraft bewies Bayer kurz vor dem Pausenpfiff, als der zuvor gut aufgelegte Rückkehrer Wiese (nach Rot-Sperre) bei einer Ecke zu zögerlich rauskam.

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Werder überzeugte mit Kampf und Einsatz, konnte spielerisch aber nicht mit der Klasse der Heynckes-Elf mithalten. Bayer brannte zwar kein Feuerwerk ab, ließ mitunter auch die Zielstrebigkeit vermissen, war aber trotzdem zur Stelle, wenn's drauf ankam. Wie Rolfes, als er mit links ins rechte Eck traf. Allerdings auch vor dem eigenen Tor: Kießling überwand seinen Keeper Adler. Und die letzten Minuten musste Bayer sogar zu zehnt überstehen, nachdem Vidal vom Platz flog. Und prompt zahlte sich Bremens Kampfgeist auf. Werder gab nie auf und kam noch zum etwas glücklichen Ausgleich.

Stuttgart sieht Licht am Ende des Tunnels

Harte Zweikämpfe: Stuttgarts Hajnal (vorne) wird von Frankfurts Schwegler gestoppt.
Harte Zweikämpfe: Stuttgarts Hajnal (vorne) wird von Frankfurts Schwegler gestoppt.
© picture allianceZoomansicht

Der VfB Stuttgart begab sich bei Eintracht Frankfurt auf die Suche nach dem letzten Strohhalm im Abstiegskampf - und würde fündig! Die chronisch abschlussschwachen Hessen dagegen warten weiter auf ihren ersten Treffer 2011 - insgesamt schon 634 Minuten lang - und rutschen immer weiter hinten rein. Und das, obwohl die Skibbe-Elf lange Zeit in Überzahl agierte.

Vom Anpfiff weg ging's zur Sache im Duell der krisengeschüttelten Klubs. Großer Einsatz, harte Zweikampfführung - und Szenen, die das Erlaubte überschritten. 15. Minute: Freistoß für den VfB - und plötzlich liegt Franz am Boden. Delpierre hatte ihn umgeschubst, klare Tätlichkeit. Aber Schiedsrichter Stark zeigte erst mal Boulahrouz die Rote Karte! Erst nach Rücksprache mit seinem Assistenten flog der Franzose.

Jung und erfahren gibt es im Fußball nicht. Das gibt es nur auf dem Straßenstrich.Sven Ulreich auf die Frage, ob es ihm für den Abstiegskampf an Erfahrung mangele

Es waren interessante erste 45 Minuten, die aber mehr von Kampf, denn von Klasse geprägt waren. Frankfurt hatte nicht erst nach dem frühen Platzverweis gegen Delpierre mehr vom Spiel, vor allem per Kopf gab's einige Möglichkeiten. Der VfB hatte nur eine richtig gute Chance, hielt aber dagegen. Nach dem Wechsel hatte die Eintracht deutlich mehr Ballbesitz, der VfB lauerte auf Konter. Frankfurts Manko blieb die Chancenverwertung, auch weil Ulreich überragend hielt. Zahlreiche beste Möglichkeiten wurden ausgelassen. Dazu gesellte sich aber auch Pech: Gekas scheiterte am Innenpfosten. Besser machten es die Schwaben, die sich bei ihren wenigen Gegenstößen höchst effizient zeigten.

Der BVB stürmt die Allianz-Arena

Mats Hummels lässt sich feiern
Sein Kopfballtreffer machte alles klar: Mats Hummels (li., mit Neven Subotic) traf zum vorentscheidenden 3:1.
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Das Spitzenspiel am frühen Samstagabend gewann das Team von Trainer Jürgen Klopp im Stile eines Meisters mit 3:1 beim noch amtierenden Titelträger. Neun Minuten waren in der Allianz-Arena gespielt, da zappelte der Ball bereits im Netz des Bayern-Tors: Nach einem Fehler von Schweinsteiger netzte Barrios ein. Nur sieben Minuten später der Ausgleich durch Luiz Gustavo (15.). Und es ging munter weiter: Sahin erzielte mit einem Kunstschuss aus zweiter Reihe das 2:1 für den BVB (18.). Gomez jubelte verfrüht - er war im Abseits (26.). Auch wenn bei den Bayern vor der Pause noch mal ein Aufbäumen erkennbar war: Die BVB-Führung zur Pause war absolut verdient.

Es fällt mir kein Satz ein, in dem das Wort nicht vorkommt, das wir nicht sagen dürfen.Mats Hummels gegenüber "Sky" zu den Saisonzielen des BVB.

Nach dem Seitenwechsel drückten zunächst die Münchner auf den Ausgleich, doch die schwarz-gelbe Abwehr hielt dem Druck stand. Umgekehrt waren die Dortmunder mit ihren Kontern brandgefährlich. Einer davon führte zu einem Eckball, den Hummels zur Vorentscheidung in der 60. Minute einköpfte. Den Bayern war der erneute Rückschlag deutlich anzumerken - oder steckte dem Titelverteidiger noch der kräftezehrende 1:0-Sieg bei Inter Mailand in den Knochen? Jedenfalls erweckte das Team von Trainer Louis van Gaal eine Viertelstunde lang nicht den Eindruck, das Ruder noch einmal herumreißen zu können. Erst nach einer Gomez-Chance in der 76. Minute, die Weidenfeller-Vertreter Langerak glänzend entschärfte, drehten die Münchner noch einmal auf. Doch Dortmund brachte den Sieg schließlich nach Hause - die letzten Zweifler am Meistertitel dürften verstummt sein.

Abstiegskampf: Erneuter Heimerfolg für Köln

Podolski gegen Freiburg
Lukas Podolski erzielte gegen Freiburg sein zehntes Saisontor.
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Der 1. FC Köln fährt im Abstiegskampf zu Hause weiter fette Beute ein. Zwar dauerte es bis in die Schlussphase, ehe Podolski mit einem feinen Heber Baumann im Freiburger Kasten überwand und sein Torekonto auf zehn aufstockte. Der fünfte Heimsieg in Serie war verdient, bereits vor der Pause hatte Novakovic Pfostenpech. Eine von vielen Chancen blieb sträflich ungenutzt. Dennoch: FC-Sportdirektor Volker Finke konnte beim Wiedersehen mit seinem langjährigen Klub die Zähler 27 bis 29 und einen vorübergehenden Sprung auf Rang elf beklatschen. Freiburg, das ein Cissé-Tor aberkannt bekam, erlitt einen Rückschlag im Kampf um Platz fünf.

Schulz köpft 96 Richtung Europa

29 Punkte Köln, weiter 28 St. Pauli. Die Hamburger setzten ihr Heimspiel gegen den Nordrivalen Hannover 96 in den Sand. Auf holprigem Geläuf entwickelte sich kein gutes Spiel. Dass dieses einen Sieger fand, lag an einem Eckball in der 89. Minute. Pintos Ball verwertete Schulz am kurzen Pfosten per Kopf zum Dreier. 96 begoss den 14. Saisonsieg und marschierte auch ohne den verletzten Torjäger Ya Konan weiter Richtung Europa. Am Millerntor geht der Blick weiter nach unten.

Jansen macht dem FCK einen Strich durch die Rechnung

Florian Dick beim Gegentor
Aufschrei der Enttäuschung: Florian Dick und seine FCK-Teamkollegen mussten gegen den HSV noch den Ausgleich schlucken.
© Getty Images

Bei 24 Punkten und damit nach Zählern gleichauf mit dem Relegationsplatz (Werder Bremen kann diesem am Sonntag gegen Leverkusen noch entkommen) steht der 1. FC Kaiserslautern. Die volle Ausbeute schien greifbar nahe, nachdem Neuzugang Hlousek die Pfälzer, die im Abwehrverbund mit Abel für Kapitän Amedick angetreten waren, in Front geschossen hatte. Doch Nationalspieler Jansen machte dem Aufsteiger noch einen dicken Strich durch die Rechnung. Nach Zé Robertos Pass gelang ihm nach fast exakt zwölfmonatiger Durststrecke (1:0-Siegtreffer am 6. März 2010 gegen Hertha) wieder ein Tor. Lautern wartet weiterhin auf den ersten Rückrundenerfolg (0/5/2), Angreifer Lakics Torlos-Minuten-Stand liegt nun bei 527. Der HSV überholte Freiburg und ist nun Sechster.

Die Hanseaten (37) liegen nun aber schon drei Punkte hinter dem Fünftplatzierten (40). Der 1. FSV Mainz 05 meldete sich nach drei Spielen ohne Dreier wieder oben zurück. Der 13. Saisonsieg stand nach Alabas Ausgleich (83.) auf der Kippe, doch Soto schlug fast im Gegenzug noch einmal zu.

Bilder zum 24. Spieltag
BVB bricht den Bann - VfB hofft wieder
Eren Derdiyok, Simon Rolfes und Stefan Reinartz feiern (v.li.)
Rheinische Leichtigkeit

Bayer Leverkusen sah in Bremen wie der sichere Sieger. Zuerst hatte Eren Derdiyok (li.) die "Werkself" in Führung gebracht, dann erhöhte Simon Rolfes (Mitte), der hier gemeinsam mit dem Schweizer und Stefan Reinartz das 1:0 bejubelt, am Ende reichte es für Bayer dann doch nur zu einem Punkt.
© picture alliance

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Die Siegesserie des 1. FC Nürnberg riss nach vier Spielen, doch die Franken erhöhten ihr Zählerkonto in der Rückrunde zumindest durch ein 1:1 auf 14. Ohne den verletzten Topscorer Schieber und den gesperrten Cohen gelang damit jedoch nur eine "Teilrevanche" für das Pokalaus im Achtelfinale an gleicher Stelle. S04 bewegt sich weiterhin im Niemandsland der Tabelle. Raul gelang nach Mendlers Fehler der Ausgleich und damit der elfte Saisontreffer. Der Nürnberger Youngster hatte in der Schlussphase Pech mit einem Lattenkopfball, den Abpraller setzte er am leeren Tor vorbei. Nürnbergs Torhüter Schäfer war mehrfach glänzend auf dem Posten.

Littbarski holt die ersten Punkte

Diego verschoss erst einen Elfmeter und schnürte dann einen Doppelpack.
Diego verschoss erst einen Elfmeter und schnürte dann einen Doppelpack.
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Über 70 Minuten war das Kellerduell zwischen Wolfsburg und Mönchengladbach eine absolut einseitige Partie. Zwar verschoss Diego mal wieder einen Elfmeter, doch machte der zum Leader ausgerufene Brasilianer seinen Fehlschuss noch im ersten Abschnitt doppelt wett. Der Zehner der Niedersachsen markierte beide Tore zur hoch verdienten 2:0-Halbzeitführung. Die Gladbacher ließen in der ersten Hälfte, aber auch noch lange nach dem Wechsel alles vermissen, was abstiegsbedrohte Mannschaften hoffen lässt: Kampf, Teamgeist, Willenskraft. Erst als Schiedsrichter Drees ein elfmeterreifes Foul beim Luftkampf zwischen Polak und Stranzl entdeckte, nahm die Partie Fahrt auf. Die Littbarski-Elf blieb dem dritten Tor trotzdem näher, aber VfL-Keeper Hitz musste in der Schlussphase doch einige Male eingreifen. Dennoch war der 2:1-Sieg - Littbarskis erste Punkte im dritten Spiel - unter dem Strich verdient, womit die Borussia am Tabellenende kleben bleibt und sich der VfL ein wenig Luft verschafft.

27.02.11
 
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1. Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Borussia Dortmund52:1458
 
2Bayer Leverkusen50:3446
 
3Hannover 9634:3144
 
4Bayern München50:3042
 
51. FSV Mainz 0537:3040
 
6Hamburger SV35:3237
 
7SC Freiburg31:3137
 
81. FC Nürnberg34:3236
 
91899 Hoffenheim41:3533
 
10FC Schalke 0429:2930
 
111. FC Köln31:4229
 
12FC St. Pauli27:3828
 
13Eintracht Frankfurt24:3427
 
14VfL Wolfsburg29:3426
 
15Werder Bremen30:5025
 
161. FC Kaiserslautern33:4224
 
17VfB Stuttgart42:4722
 
18Borussia M'gladbach35:5919
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