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24.10.2010, 19:22

Pleiten für die Sorgenkinder - Stillstand bei Bayern und Schalke

Mainz wieder Erster, Stuttgart nicht mehr Letzter

Am Sonntagabend eroberte Mainz wieder die Tabellenführung. Die Nullfünfer siegten in Leverkusen, zuvor "patzte" Dortmund mit einem Heimremis gegen Hoffenheim. Zudem verließ der VfB durch den Heimsieg über St. Pauli den letzten Platz. Am Samstag mussten die Sorgenkinder Köln und Gladbach Niederlagen einstecken. Auch Kaiserslautern schlittert tiefer in die Krise, Schalke kommt genausowenig vom Fleck wie der FC Bayern.

TSG-Torwart Tom Starke ist geschlagen, Antonio da Silva (nicht im Bild) traf per Freistoß zum 1:1 für den BVB.
TSG-Torwart Tom Starke ist geschlagen, Antonio da Silva (nicht im Bild) traf per Freistoß zum 1:1 für den BVB.
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Da Silva zeigt es Sahin

Am Sonntagnachmittag griff Borussia Dortmund als erstes der drei Europa-League-Teams der Bundesliga ein. Anzumerken war dem BVB nicht, dass er am Donnerstag noch gegen Paris St. Germain ein bitteres 1:1-Erlebnis zu verdauen hatte. Die Klopp-Elf hielt die Initiative in der Hand, doch Hoffenheim traf mit der ersten Chance zur Führung - Ba vollstreckte, für den Senegalesen das vierte Tor in Folge. Kurz danach hatte der Revierklub die große Chance zum Ausgleich: Sahin legte sich den Ball nach Vorsahs Handspiel im Strafraum zurecht und glich aus. Doch Schiedsrichter Wolfgang Stark pfiff das Tor zurück, weil Barrios im Halbkreis rund um den Strafraum stand. Bei der Wiederholung wählte Sahin die andere, nämlich linke Ecke und scheiterte am stark reagierenden TSG-Keeper Starke. Fortan war der Unparteiische der Buhmann im Dortmunder Stadion. Dennoch bestürmte Dortmund weiter das Tor der Kraichgauer, die noch einmal durch Vukcevic gefährlich nach vorne kamen, aber ansonsten den Vorsprung energisch verteidigten. Bis in die Nachspielzeit: Dann war der eingewechselte da Silva zur Stelle und markierte in seinem zweiten Kurzeinsatz für den BVB per Freistoß das hochverdiente 1:1. Was folgte, waren einige Unmutsäußerungen der Hoffenheimer Spieler, so dass Salihovic nach Schlusspfiff die Ampelkarte sah.

Tuchels Joker schießen Mainz zurück auf Platz 1

Durch den kleinen Patzer der Dortmunder hatte Mainz 05 am Sonntagabend die Chance, wieder Platz 1 ergattern zu können. In Leverkusen hingen die Trauben für die Rheinhessen zwar sehr hoch, doch am Ende jubelte die Tuchel-Elf und grüßt den Rest der Liga wieder von ganz oben. Dabei hatte der FSV-Trainer mal wieder ein extrem feines Näschen, denn er schickte Mitte der zweiten Halbzeit den Sieg aufs Feld - 125 Sekunden nach ihrer Einwechslung markierten die Joker Schürrle als Vorlagengeber und Ivanschitz als Torschütze den goldenen Treffer für die Mainzer zum 1:0-Auswärtssieg. Pikant: Schürrle wird in der kommenden Spielzeit für Leverkusen auf Torejagd gehen. Leverkusen begann vielversprechend, doch nach 25 Minuten riss bei der Heynckes-Elf irgendwie der Faden. Die Mainzer erarbeiteten sich ein optisches Übergewicht, verdienten sich die Führung, doch mussten sie in der Schlussphase auch ein wenig auf Glücksgöttin Fortuna setzen, um den achten Dreier im neunten Spiel nach Hause zu bringen.

VfB unter Keller: Ungeschlagen und auf Platz 14

Die Stuttgarter haben den letzten Platz verlassen und die Rote Laterne an den 1. FC Köln weitergereicht. Die Schwaben feierten gegen den FC St. Pauli mit Jens Keller auf der Bank den zweiten Sieg im dritten Pflichtspiel und bleiben unter dem Gross-Nachfolger ungeschlagen. Unter dem Strich war der 2:0-Erfolg aber eine enge Angelegenheit, denn die auswärts starken Hamburger hielten das Spiel bis in die Schlussphase hinein offen. Die Stuttgarter gingen früh durch Niedermeiers Kopfball in Front und Kuzmanovic machte den Sack spät zu.

Gladbach in Not - Köln zieht die Reißleine

Gladbachs Coach Michael Frontzeck ist bitter enttäuscht
Gladbachs Coach Michael Frontzeck ist bitter enttäuscht.
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Am Ende einer turbulenten Woche hatte Kölns sportliche Führung um Coach Zvonimir Soldo und Manager Michael Meier noch Rückendeckung von Klubchef Wolfgang Overath erhalten. Nach der Vorstellung in Hannover hat sich die Lage beim FC aber weiter zugespitzt - am Sonntag wurde der kroatische Trainer entlassen. Ausschlaggebend war eine über weite Strecken blutleere Vorstellung des FC. Die Kölner, bei denen erneut Varvodic anstelle von Mondragon (auf eigenen Wunsch erneut nicht im Kader) zwischen den Pfosten stand, erwischten einen katastrophalen Start und lagen nach zwei Toren von Ya Konan schon nach einer Viertelstunde mit 0:2 zurück. Lanigs Anschlusstreffer kurz vor Schluss kam zu spät. Während die auswärtsschwachen Kölner damit zum sechsten Mal in Folge sieglos blieben, fand Hannover nach zwei Niederlagen wieder in Erfolgsspur zurück.

Es kann nicht sein, dass wir als Schießbude der Nation gelten und zehn Gegentore mehr haben als die anderen.Max Eberl, Sportdirektor Borussia Mönchengladbach

Immer tiefer in die Krise schlittert auch Borussia Mönchengladbach, das gegen Werder Bremen einen ähnlichen Fehlstart hinlegte wie Erzrivale Köln in Hannover und sogar schon drei Minuten früher mit zwei Toren in Rückstand lag (12.). Nachdem die Gladbacher den Schock verdaut hatten, entwickelte sich eine temporeiche Partie, in der Wiese-Vertreter Mielitz sich mehrfach auszeichnen konnte und Marin gegen seinen Ex-Klub frei vor Bailly die Entscheidung vergab. Für diese sorgte Hunt kurz nach der Pause. Sekunden zuvor hatte Mielitz mit einer weiteren Glanztat den Anschlusstreffer verhindert. Pizarro schrieb mit seinem Tor zum 4:1-Endstand Geschichte: Mit 134. Treffern ist nun er alleine der beste ausländische Torschütze der Bundesliga-Historie (vor Giovane Elber). Nach dem siebten sieglosen Auftritt in Folge ist das Team von Michael Frontzeck endgültig im Abstiegskampf angekommen. 27 Gegentore bedeuten weiterhin den schlechtesten Wert der Liga. Sportdirektor Max Eberl stärkte Frontzeck, der sich nach dem Spiel in der Nordkurve rund 250 enttäuschten Fans zum Gespräch stellte, dennoch den Rücken: "Der Trainer steht nicht zur Disposition."

Lauterns fünfte Pleite in Folge - Schalke zittert sich zum Punkt

Das nächste Sorgenkind kommt aus Kaiserslautern. "Wir brauchen ein Erfolgserlebnis", hatte Vorstandsboss Stefan Kuntz vor dem Gastspiel in Freiburg gefordert. Moraveks Führungstor ließ die Hoffnung auf ein solches bei den Pfälzern wachsen. Doch der Sportclub schlug noch vor Pause durch Cissé zurück (achter Saisontreffer!) und drehte die Partie durch den eingewechselten Reisinger komplett. Während die Freiburger ihren furiosen Saisonstart fortsetzen, muss der FCK die Blicke nach der fünften Pleite in Folge weiter nach unten richten. Eine derartige Negativserie hatte es für die Roten Teufel in der Klubhistorie bislang nur in der Abstiegssaison 2005/06 gegeben.

Halil Altintop (Frankfurt) gegen Jefferson Farfan (Schalke)
Kein Tor trotz bester Chancen: Halil Altintop (r.) und die Eintracht hatten gegen Schalke (Farfan) mehrfach den Sieg auf dem Fuß.
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Auch Schalke kommt weiterhin nicht aus dem Keller. In Frankfurt zitterten sich die "Königsblauen" zu einem Punktgewinn. Nach ausgeglichener erster Hälfte übernahm die Eintracht, die zuletzt dreimal in Folge gewonnen hatte, nach dem Wechsel die Kontrolle. Ihre klare Überlegenheit konnte die Skibbe-Elf trotz zahlreicher Chancen allerdings nicht in Zählbares ummünzen. So blieben die Hessen gegen Schalke in der Bundesliga zum elften Mal in Folge sieglos. Prekär bleibt die Niederlage allerdings bei den Gästen, die weiter auf den Befreiungsschlag warten. Huntelaar, der in jedem der letzten fünf Spiele getroffen hatte, ging erstmals wieder leer aus.

Immer größer werden die Sorgenfalten auch beim VfL Wolfsburg. Nachdem die McClaren-Elf beim 2:3 gegen Leverkusen wieder einmal eine Führung verspielte, setzte es in Nürnberg die nächste Pleite. Nach schwachem Beginn samt Rückstand brachte Grafite die Niedersachsen mit seinem Ausgleich wieder ins Spiel, doch Frantz bescherte dem Club nach dem Wechsel den bereits dritten Heimsieg in Folge. Die Franken ziehen in der Tabelle damit am VfL vorbei und liegen nach neun Spieltagen nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz hinter dem bayerischen Rivalen aus München.

Pitroipa nimmt es zu genau - Keine Tore im Nord-Süd-Klassiker

Mario Gomez gegen Joris Mathijsen
Ein zähes Ringen: Mario Gomez gegen Joris Mathijsen.
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Freitagabend, Flutlichtspiel - und dann gleich der Nord-Süd-Klassiker zwischen dem Bundesliga-Dino und dem Rekordmeister. HSV gegen den FC Bayern - es war angerichtet für ein großes Spiel, doch heraus kam nur eine Nullnummer. Die war zwar im ersten Abschnitt noch ansehnlich, doch in der zweiten Hälfte wurde das Spiel beider Seiten immer fehlerhafter. Die Hamburger hatten ein ganz kleines spielerisches Übergewicht, doch speziell im zweiten Durchgang investierte die Veh-Elf insgesamt zu wenig, um drei Punkte einzufahren. Fast hätte es aber doch gereicht für die Hanseaten, als Joker Petric Pitroipa auf die Reise schickte, doch der Offensivmann aus Burkina Faso traf nur den Pfosten. Die personell arg gebeutelten Münchner spielten nicht zwingend auf Sieg, sondern schienen mit dem Punkt nicht unzufrieden zu sein. Mit dem torlosen Remis wahren die Hamburger den Drei-Punkte-Vorsprung vor den Bayern, die ihrer erfolgreichen Woche nicht das i-Tüpfelchen aufsetzen konnten. Bei den Hanseaten feierte Ersatzkeeper Drobny sein Pflichtspiel-Debüt, weil sich Stammkeeper Rost kurz vor der Pause verletzt auswechseln lassen musste.

Bilder zum 9. Spieltag
Ivanschitz schießt Mainz nach oben
Andreas Ivanschitz überwindet René Adler
Schuss an die Spitze

Der Moment, in dem der Joker sticht: Der eingewechselte Mainzer Andreas Ivanschitz trifft zum 1:0 gegen Bayer Leverkusen, René Adler ist ohne Abwehrchance.
© imago

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