Der 1. FC Köln hat am frühen Sonntagabend gegen den FC St. Pauli den ersten Saisonsieg eingefahren. Nach den zwei Niederlagen zum Saisonauftakt dürfte FC-Trainer Zvonimir Soldo nun erst einmal wieder sicherer im Sattel sitzen. Wesentlichen Anteil am 1:0-Erfolg der mit fünf Umstellungen kräftig umgebauten Kölner Elf hatte Ersatz-Kapitän Lukas Podolski, der vor allem im ersten Durchgang sein Team immer wieder nach vorne antrieb und mit einem Lattenschuss aus 30 Metern den Führungstreffer einleitete. Nach der Pause verflachte die Partie zunächst. Erst in der Schlussphase drängten die Gäste aus Hamburg verstärkt auf den Ausgleich, doch Sukuta-Pasus vermeintlicher Ausgleich in der Nachspielzeit blieb wegen Abseits zurecht die Anerkennung verwehrt.
Wer hätte das vor der Saison gedacht? Die einzigen beiden Teams mit weißer Weste heißen nach dem 3. Spieltag TSG Hoffenheim und 1. FSV Mainz 05. Zwar war Kaiserslautern im ausverkauften rheinland-pfälzischen Derby nicht unverdient vor der Pause durch Lakic in Führung gegangen. Doch wie schon vor der Länderspielpause in Wolfsburg zeigte die Tuchel-Elf Moral, kam immer besser in die Partie und wurde schließlich mit einem Doppelschlag in der 71. und 73. Minute belohnt. Die Pfälzer, die ebenfalls mit zwei Siegen in die Saison gestartet waren, konnten den Schalter nicht noch einmal umlegen, die Mainzer waren in der Schlussphase dem 3:1 näher als der FCK dem Ausgleich.
Ewig junger Klassiker, Nord-Süd-Duell, Bayern gegen Werder. Mit großen Erwartungen verbunden betraten die Protagonisten am Samstagabend den Rasen der Allianz Arena. Nach einem Geburtstagsständchen für "Kaiser" Franz Beckenbauer (65) suchten die ohne Pizarro, Naldo und Mertesacker, dafür mit den Neuzugängen Silvestre und Wesley angetretenen Bremer durchaus den Weg nach vorn. Prödl traf in der Anfangsphase per Kopf Pfosten, Butt und Latte in einem! Marin prüfte den Bayern-Keeper mit einem Gewaltschuss, während die Bayern noch nicht überzeugt hatten. Mit 0:0 ging es nach durchwachsenen 45 Minuten in die Kabinen.
Nach Wiederanpfiff wurde es lebendiger in Fröttmaning. Kroos kam für Klose und setzte sich sogleich mit zwei Großchancen in Szene. Einmal vorbei, einmal Wiese (52., 54.). Auch Ribery prüfte den Bremer Schlussmann (63.). Auf der Gegenseite forderte Arnautovic Butt zu einer weiteren Großtat heraus (64.). Joker Gomez setzte einen Lupfer frei vor Wiese neben das Tor (81.), und auch Hugo Almeida konnte Butt in der 89. Minute nicht mehr bezwingen. Werder suchte also bis zum Schluss den Weg zum Dreier, am Ende war es ein weder langweiliges noch hochklassiges Topspiel ohne Tore. Beide Mannschaften bleiben im Mittelfeld der Tabelle stecken.
Beim Wiedersehen von HSV-Co-Trainer Michael Oenning mit dem 1. FC Nürnberg taten sich die zuvor zweimal siegreichen Hanseaten im ersten Abschnitt ausgesprochen schwer. Der Club konterte einige Male gefällig, Bunjaku hätte die Führung erzielen müssen, trat jedoch über den Ball (35.). Nach der Pause nutzte der Favorit eine Abwehrschwäche der Gäste nach einer Ecke - Mathijsen staubte ab und legte vermeintlich den Grundstein (61.). Nürnberg schien geschlagen, bis Schieber im Duell mit Rost fiel, und Pinola vom Punkt ausglich (81.). In einer hitzigen Schlussphase - Club-Coach Dieter Hecking musste auf die Tribüne - fielen keine weiteren Tore mehr.
Hannover 96 hätte in diesen Gipfelregionen des Klassements wohl kaum jemand erwartet. Die Niedersachsen schienen am Samstag lange Zeit auf gutem Weg in Richtung dritter Sieg. Der formstarke Ya Konan nutzte zu Beginn einen Stockfehler Hyypiäs zum 1:0 (20.). Bis zur Pause verließen noch Ballack (am Knie verletzt) und Pogatetz (Gelb-Rot) das Feld. In Unterzahl köpfte 96-Neuerwerb Abdellaoue nach einer Ecke das 2:0. Im Schlussspurt sicherten Derdiyok sowie Helmes - Letzterer per Freistoß in der 89. Minute - den Rheinländern noch einen Zähler.

Zum zweiten Mal in Reihe siegreich war indes Borussia Dortmund. Dem 3:1 in Stuttgart folgte ein 2:0 gegen Ex-Meister Wolfsburg. Der BVB diktierte das Geschehen, ließ jedoch gute Chancen liegen. Erst Sahin in der 50. Minute mit einem Traumtor in den Winkel durchbrach den Bann. Kagawa entschied das Spiel nach feinem Zuspiel von Großkreutz mit dem 2:0. Und Diego wartet weiter auf ein Erfolgserlebnis im Wölfe-Dress ...
Die Gladbacher Borussia ist für alles zu haben in dieser Saison. Remis gegen Nürnberg, 6:2-Kantersieg in Leverkusen - und dann der tiefe Fall im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt. Null zu vier! Die jungen Himmelsstürmer Herrmann, Reus und Co. landeten unsanft auf dem Teppich und ermöglichten den ambitionierten aber ersatzgeschwächten Hessen die ersten Punkte. Zweimal Gekas, Köhler und Ochs trafen für die Skibbe-Elf. Vor allem Gladbachs Idrissou hatte Pech: Beim Stand von 0:1 wurde ihm ein Treffer nach Foul an Nikolov aberkannt, kurz vor der Pause forderte er nach einer Attacke von Franz vergeblich Elfmeter.
Auf Rang 18 kleben bleibt der VfB Stuttgart, der auch beim Debüt von Mauro Camoranesi den Kürzeren zog. Umso schmerzvoller für die Fans der Schwaben, denn der Gegner hieß SC Freiburg. Der badische Derbyrivale drehte das Spiel nach Rückstand durch Pogrebnyak noch. Cissé (viertes Saisontor!) und Schuster nutzten inkonsequentes Abwehrverhalten beim Gast gnadenlos aus. Der SC gewann zum zweiten Mal hintereinander, beim VfB werden die kritischen Stimmen sicher nicht leiser.
Vor der Freitagspartie zwischen 1899 Hoffenheim und Schalke 04 wies Ralf Rangnick die Favoritenrolle klar den Gästen zu. Tatsächlich hatte das Magath-Team in Sinsheim zunächst mehr vom Spiel, doch die Tore machten die Hoffenheimer, die damit ihren perfekten Saisonstart mit nun drei Siegen in drei Spielen fortsetzten. Wie schon beim FC St. Pauli war Isaac Vorsah zur Stelle und köpfte zum 1:0 ein (37.).
Der Schalker Top-Einkauf Klaas Jan Huntelaar gab sein Debüt und hätte in der 59. Minute auch fast den Ausgleich erzielt. Doch der gut aufgelegte Hoffenheimer Schlussmann Tom Starke rettete das Leder noch an die Querlatte. Auch der in der Schlussphase eingewechselte José Manuel Jurado konnte dem Spiel keine Wende mehr geben, vielmehr lenkte in der Nachspielzeit Neuer einen Freistoß von Salihovic unglücklich zur Entscheidung ins eigene Netz. Somit verlor das millionenschwer verstärkte Schalke auch das dritte Saisonspiel und findet sich erst einmal im Tabellenkeller wieder.
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | 1899 Hoffenheim | 7:1 | 9 |
| 2 | ![]() | 1. FSV Mainz 05 | 8:4 | 9 |
| 3 | ![]() | Hamburger SV | 6:3 | 7 |
| 4 | ![]() | Hannover 96 | 6:4 | 7 |
| 5 | ![]() | 1. FC Kaiserslautern | 6:3 | 6 |
| 6 | ![]() | Borussia Dortmund | 5:3 | 6 |
| 7 | ![]() | SC Freiburg | 5:5 | 6 |
| 8 | ![]() | Bayer Leverkusen | 7:8 | 4 |
![]() | Borussia M'gladbach | 7:8 | 4 | |
| 10 | ![]() | Werder Bremen | 5:6 | 4 |
| 11 | ![]() | Bayern München | 2:3 | 4 |
| 12 | ![]() | Eintracht Frankfurt | 6:5 | 3 |
| 13 | ![]() | FC St. Pauli | 3:3 | 3 |
| 14 | ![]() | 1. FC Köln | 4:7 | 3 |
| 15 | ![]() | 1. FC Nürnberg | 3:4 | 2 |
| 16 | ![]() | VfL Wolfsburg | 4:8 | 0 |
| 17 | ![]() | FC Schalke 04 | 2:6 | 0 |
| 18 | ![]() | VfB Stuttgart | 2:7 | 0 |
| 1. Gomez, Mario | Bayern München | ![]() |
| Spiele: 32 | Tore: 28 | |
| 2. Cissé, Papiss Demba | SC Freiburg | ![]() |
| Spiele: 32 | Tore: 22 | |
| 3. Novakovic, Milivoje | 1. FC Köln | ![]() |
| Spiele: 28 | Tore: 17 | |
| 4. Barrios, Lucas | Borussia Dortmund | ![]() |
| Spiele: 32 | Tore: 16 | |
| 5. Gekas, Theofanis | Eintracht Frankfurt | ![]() |
| Spiele: 34 | Tore: 16 | |