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23.08.2010, 12:11

Schalke: Keine Amtsmüdigkeit trotz vieler Probleme

Magath: "Ich habe noch Spaß"

Ivan Rakitic trug es. Jermaine Jones und andere ebenfalls, als sie den Rasen verließen. Ausgerechnet das weiße "Kleine Gruppe"-Shirt, mit dem die Fans in Hamburg demonstrieren wollten, dass die Zahl der Kritiker größer ist als von Felix Magath zugestanden. Ob die Profis mit dem Überstreifen der Shirts zur Entspannung der aufgeladenen Atmosphäre beitragen wollten oder einfach leichtfertig handelten - Medien-Chef Rolf Dittrich erkannte jedenfalls, dass auch diese Aktion gleich wieder für Zündstoff sorgen könnte.

Moritz, Rakitic, Neuer und Hao Junmin
Die "kleine Gruppe" unterstützt: Schalkes Ivan Rakitic streift sich nach der Partie das Fanshirt über.
© imago

In der Mixed Zone nahm Dittrich deshalb Jermaine Jones beiseite, hielt kurz Rücksprache mit ihm; und Jones wendete daraufhin das Shirt auf links. Eine Szene, die klarmacht: Keinesfalls soll bei der angespannten Stimmung neues Öl ins Feuer gegossen werden. Noch kann Schalke den großen Knall vermeiden. Aber es brennt in allen Bereichen.

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Felix Magath

Felix Magath befürchtete, dass es durch die Umstrukturierung des Teams "zu "Startschwierigkeiten kommen könnte". Das 1:2 bewies, wie weit die Mannschaft von einer eingespielten, intakten Einheit entfernt ist. Die Abwehr, das einstige Bollwerk, präsentierte sich löchrig. Jeder hatte mit sich selbst zu kämpfen. Metzelder ist noch nicht der Dirigent der Defensive, eine noch größere Baustelle sind die Außenbahnen. Bei Sergio Escudero und Atsuto Uchida ist Magath vom Potenzial überzeugt, er will das Duo aber erst an die Bundesliga heranführen. Magath weiß: "Wir haben auf den Außenverteidigerpositionen noch Probleme." Jetzt kommt die Sperre von Benedikt Höwedes hinzu. Magath: "Für solche zwei Foulspiele nicht mehr mitspielen zu dürfen halte ich für übertrieben." Nächste Schwachstelle: die Offensive. Raul muss körperlich zulegen. Ihm fehlen für sein Spiel noch ein Vorbereiter und ein Abnehmer. Immerhin: Die Moral des Teams stimmte nach dem Platzverweis.

Frage der Woche

Bei den Einkäufen: Magath arbeitet mit Hochdruck. Das Werben um Wolfsburgs Spielmacher Zvjezdan Misimovic, die Anfrage bei Leverkusen bezüglich Stefan Kießling - die Stoßrichtung ist damit klar. Zwei Top-Leute sollen für die Offensive kommen. Ciprian Deac (Cluj) steht auf der Liste, nun ist auch Julio Baptista (28, AS Rom) im Gespräch.

Im Umfeld: Aufsichtsratschef Clemens Tönnies sah sich am Donnerstag zu einem Machtwort gezwungen. Der von ihm geforderte "runde Tisch mit allen beteiligten Personen" soll schon in dieser Woche stattfinden. Die Art der Absetzung des Fan-Beauftragten Rolf Rojek, Auslöser des Wirbels, hat Magath ("Ich hätte es ihm persönlich sagen sollen.") mittlerweile als "Fehler" bezeichnet. Doch weiterhin stoßen sich Teile des Fanlagers an Magaths autoritärem Führungsstil und an seiner Machtfülle. Tönnies tat richtig daran, auf die Situation vor 15 Monaten zu erinnern. Ein Blick zurück: Schalke war wirtschaftlich wie sportlich in höchster Not. Der Klub suchte einen starken Mann. Die immensen Verbindlichkeiten wurden vor Magaths Zeit angehäuft. Und auch dessen Arbeits- und Führungsstil waren bekannt. Die Rückendeckung durch Tönnies: "Es musste jemanden geben, der den Karren aus dem Dreck zieht. Und das ist Magath mit seinen Arten und Unarten." Den Vorwurf eines diktatorischen Führungsstils seitens Magaths will Tönnies nicht im Raum stehen lassen, dieser habe "absolut nichts mit einer Diktatur zu tun", betonte er. Klar ist: Magath setzt auch nach der Aussprache konsequent seinen Weg fort. Er wird weiter alles auf den Erfolg, mit dem Fernziel Titelgewinn, ausrichten. Sollte diese Maxime nicht für den Klub gelten, "bin ich hier der falsche Mann", betonte der Trainer-Manager.

Einen Magath-Rücktritt wird es trotz der turbulenten Zeiten nicht geben. Gegenüber dem kicker ließ Magath am Sonntag keine Amtsmüdigkeit erkennen: "Ich habe immer noch Spaß bei der Trainingsarbeit und Spaß daran, die Mannschaft weiter umzustrukturieren."

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 23.08., 11:22 Uhr
Rauls Premieren-Panne
Beim FC Schalke 04 läuft es alles andere als rund. Nicht nur die Niederlage in Hamburg schmerzt die Königsblauen. Der Krach mit den Fans, die Suche nach Neuzugängen: Schalke hat viele Problemfelder.
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Vorname:Felix
Nachname:Magath
Nation: Deutschland


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