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10.08.2010, 09:18

Nürnberg: Interview mit dem Club-Torwart

Schäfer: "Gündogan kann besser werden als Özil"

Der 1. FC Nürnberg weiß bereits, was ihn in der neuen Saison erwartet: Abstiegskampf! Eine wichtige Rolle wird dabei wie immer Raphael Schäfer (31) zukommen. Auch ohne Kapitänsbinde hat der Keeper viel zu sagen: über Trainer Hecking, eine unsinnige Regel und eine Sache, die ihm nicht mehr passieren wird.

Raphael Schäfer
Viel Verantwortung - auch ohne Kapitänsbinde: Club-Keeper Raphael Schäfer.
© imagoZoomansicht

kicker: Für viele in der Mannschaft und dem Umfeld des 1. FC Nürnberg wären Sie der logische Kapitän der Mannschaft. Trainer Dieter Hecking hat frühzeitig erklärt, dass er einen Feldspieler will. Für Sie nachvollziehbar, Herr Schäfer?

Raphael Schäfer: Er hat mir seine Entscheidung mitgeteilt und die akzeptiere ich selbstverständlich.

kicker: Wären Sie denn gerne Kapitän geworden?

Schäfer: Ich hätte es gerne gemacht, weil es auch eine Anerkennung ist für die Arbeit, die man im Team geleistet hat. Aber wie gesagt, ich akzeptiere die Entscheidung. Dass ich vielleicht eine andere Meinung habe, ist ja legitim.

kicker: Wie beurteilen Sie die Arbeit von Hecking?

Schäfer: Er hat uns auf dem langen Weg zum Klassenerhalt sehr gut eingestellt und immer die richtige Ansprache gefunden. Es macht Spaß unter ihm und ich finde, dass sogar ein Vergleich mit Hans Meyer berechtigt ist.

Dieter Hecking? Ich finde, dass ein Vergleich mit Hans Meyer berechtigt ist.Raphael Schäfer

kicker: Das müssen Sie erklären.

Schäfer: Weil er ein ebenso verbissener Arbeiter ist und den spielerischen Aspekt in den Vordergrund stellt. Er gibt seine Richtung vor und arbeitet strikt nach dieser, das ist eine große Stärke.

kicker: An der Spitze der Hierarchie stehen beim FCN seit Jahren Sie, Andy Wolf und Marek Mintal. Täuscht der Eindruck, oder versucht Hecking diese mit den Neuzugängen Per Nilsson und Timmy Simons bewusst zu verändern?

Schäfer: Führungsspieler kann man nicht backen, die entwickeln und kristallisieren sich mit der Zeit heraus. Für Führungsspieler ist es auch wichtig, dass sie die Leute im Verein und gewisse Abläufe kennen. Wir freuen uns, dass Pelle und Timmy da sind. Man tut ihnen aber auch keinen Gefallen, wenn man sie gleich in diese Rolle drängt. Auf lange Sicht werden beide aber Verantwortung übernehmen.

kicker: Wie sehen Sie die Situation von Andy Wolf, dem die ungewohnte Rolle des Reservisten droht?

Schäfer: Andy hat für den Verein viel geleistet. Er ist erneut Kapitän dieser Mannschaft und hat durch seine Amtsführung auch ein gewisses Standing in ihr. Letztlich wird auch hier der Trainer entscheiden, aber egal wie, an diesem Standing wird sich nichts ändern.

kicker: Ist der 1. FC Nürnberg personell besser aufgestellt als nach dem Aufstieg vor einem Jahr?

Schäfer: Der Vergleich fällt schwer. Vor einem Jahr waren wir eine eingespielte Mannschaft, jetzt spielen wir teilweise mit fünf Neuen in der Startelf. Das ist ein großer Schritt, weil wir uns komplett neu finden und die Abläufe neu lernen müssen.

kicker: Vor Beginn der Rückrunde - damals hatten Sie gerade eine Vier-Spiele-Sperre abgesessen - haben Sie im kicker-Interview gesagt, Sie hätten sich zu 99,9 Prozent im Griff...

Schäfer: ... habe ich doch gut hingekriegt, oder?

So etwas wie die Tätlichkeit gegen Misimovic in Wolfsburg wird mir nie wieder passieren.Raphael Schäfer

kicker: Werden wir also einen ruhigeren, weniger impulsiven Raphael Schäfer erleben?

Schäfer: So etwas wie die Tätlichkeit gegen Misimovic in Wolfsburg wird mir nie wieder passieren. Alles andere ist immer im Rahmen geblieben.

kicker: Wenn es heiß hergeht, sieht man Sie auf dem Platz aber gerne mitten im Getümmel, wenn es sein muss, an der Mittellinie.

Schäfer: Die Diskussion, dass der Torwart den Strafraum nicht verlassen darf, finde ich nicht passend. Wenn der linke Außenverteidiger die Kapitänsbinde hat, ist sein Weg zum Ort des Geschehens wahrscheinlich genauso weit wie der des Torhüters. Da soll es in Ordnung sein, beim Torhüter aber nicht. Da hat sich einer hingesetzt und eine Regel gemacht, der keine Ahnung von Fußball hat.

Raphael Schäfer gegen Zvjezdan Misimovic
Tätlichkeit: Schäfer tritt Ende 2009 gegen Wolfsburgs Misimovic nach.
© imago

kicker: Also werden Sie doch wieder frühzeitig vier Gelbe Karten haben und sich dann bis Saisonende zurücknehmen müssen?

Schäfer: Nein, dieses Mal will ich es mir besser einteilen. Im Ernst: Am besten wäre gar keine Gelbe Karte, aber das wird schwer.

kicker: Wie stehen Sie zum Hype um Ilkay Gündogan und die Millionensummen, die als Ablöse im Gespräch sind?

Schäfer: Ich finde sie absolut gerechtfertigt, weil ich den Jungen jeden Tag im Training sehe. Ich weiß, was Illy kann. Wenn er die richtigen Leute um sich hat, kann er viel erreichen. Nicht nur im deutschen, sondern im europäischen Fußball. Er ist ein Spieler, der schon in diesem Alter viel in sich vereint.

kicker: Von den Anlagen her vergleichen ihn viele Experten mit Nationalspieler Mesut Özil.

Schäfer: Ich finde, er kann besser werden als Mesut, auch weil er intelligent und im Kopf schon sehr weit ist.

kicker: Sie haben stets betont, Ihre Karriere gerne in Nürnberg beenden zu wollen. Werden Sie bis dahin nur noch gegen den Abstieg spielen?

Schäfer: Wir sollten erst mal zusehen, uns in der Liga zu etablieren. Das haben wir bis hin zum Pokalsieg 2007 geschafft, um dann zu sehen, wie schnell es trotzdem wieder abwärts gehen kann. Wir müssen eine Struktur hinbekommen, von der es heißt, dieser Verein gehört dauerhaft in die Bundesliga. Dass es diese Saison wieder gegen den Abstieg gehen wird, ist jedem in der Mannschaft klar. Platz 15 lautet das Ziel. Das wird schwer und hart, aber wir sind darauf eingestellt. Und es wird die Jahre darauf nicht anders aussehen. In zwei, drei Jahren können wir vielleicht den nächsten Schritt machen und vielleicht um Platz zehn bis zwölf spielen.

kicker: Sie starten in Gladbach, müssen dann nach dem Heimspiel gegen Freiburg zum HSV und nach Leverkusen. Ein sehr schweres Auftaktprogramm mit drei Auswärtsspielen?

Schäfer: Wer sagt denn, dass wir in Hamburg oder Leverkusen nichts holen? Nur, weil wir gegen diese beiden Mannschaften vergangene Saison unsere schlechtesten Partien abgeliefert haben, heißt das doch nicht automatisch, dass es wieder so läuft. Da liegen auch eine gewisse Chance und ein Reiz darin.

Interview: Frank Linkesch

10.08.10
 
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weitere Infos zu R. Schäfer

Vorname:Raphael
Nachname:Schäfer
Nation: Deutschland
Verein:1. FC Nürnberg
Geboren am:30.01.1979

weitere Infos zu Gündogan

Vorname:Ilkay
Nachname:Gündogan
Nation: Deutschland
Verein:Manchester City
Geboren am:24.10.1990

Vereinsdaten

Vereinsname:1. FC Nürnberg
Gründungsdatum:04.05.1900
Mitglieder:16.161 (01.07.2016)
Vereinsfarben:Rot-Weiß
Anschrift:Valznerweiherstraße 200
90480 Nürnberg
Telefon: (09 11) 94 07 91 00
Telefax: (09 11) 94 07 95 10
E-Mail: info@fcn.de
Internet:http://www.fcn.de

Wechselbörse - 1. FC Nürnberg

NameZ/APositionDatum
Welnicki, TomaszAbwehr23.01.2011
 
Brown Forbes, FelicioAbwehr20.01.2011
 
Perchtold, PeterMittelfeld17.01.2011
 
Ben Khalifa, NassimSturm14.01.2011
 
Vidosic, DarioMittelfeld21.12.2010