Mainz: Defensivverhalten als großes Manko
Holtby: Das Vorbild Schweinsteiger
Neulich fing sich Lewis Holtby während einer Übungsform wieder eine kleine Ansage des Trainers ein. "Scheiß-Ball, Lewis, das ist ein Schalke-04-Pass", kommentierte Thomas Tuchel lautstark ein missratenes, weil langes Zuspiel des Neuzugangs auf einen Kollegen. Generell ist der Fußballlehrer indes zufrieden mit den Darbietungen seines 19-jährigen Schützlings.
Hat viel Potenzial, muss aber ebenso noch viel lernen: Lewis Holtby vom 1. FSV Mainz 05.
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"Er ist auf dem Weg, gewisse Dinge sehr gut umzusetzen und seine Stärken im läuferischen Bereich voll einzubringen, zusätzlich zu seiner Fähigkeit, im letzten Drittel torgefährlich und kreativ zu sein", lobte Tuchel.
Einen dieser geistreichen Momente hatte Holtby beim 3:0-Testspielsieg gegen Worms, als er den ersten der drei Treffer durch Sami Allagui per sehenswerter Vorarbeit einleitete.
Selbstverständlich finden sich beim U-21-Nationalspieler, der wie Teamkollege André Schürrle eine Einladung zum EM-Qualifikationsspiel in Island (11. August) erhielt, auch "genug Felder, in denen er sich unbedingt verbessern muss, wenn sein Weg weiter nach oben gehen soll", erläutert Tuchel.
Während der Trainer die Defizite im Defensivverhalten mit der Aussage, "Lewis muss verlässlicher in der Balleroberung werden", nur sanft anreißt, konkretisiert es Holtby so: "Es geht darum, den Verteidiger richtig anzulaufen. Außerdem darf ich den Ball nicht so schnell hergeben."
Insbesondere wenn es darum geht, nach Ballgewinn den einfachen Pass zu spielen anstatt den risikoreichen in die Spitze, "müssen wir jungen Spieler noch viel lernen", meint Holtby. "Ein Schweinsteiger macht das perfekt. Wenn der den Ball erobert, stellt er den Körper rein und provoziert ein Foul für sich oder er spielt den einfachen Pass zum Mitspieler."
Generell gesteht sich der bis zum Saisonende von Schalke 04 ausgeliehene Mittelfeldmann ein, dass "das Defensivverhalten bisher mein Manko war, weil ich im Zweikampf nicht so grellig, so bissig war. Aber ich merke langsam, wie ich aggressiver im Zweikampf werde und den Körper geschickter einsetze". Der Trainer wird es gerne hören.
Uwe Röser