
Die sogenannten "Rotlicht-Affäre" hat Franck Ribery am Dienstag wieder eingeholt. Nach einer Befragung durch die Sittenpolizei in Paris leitete die französische Justiz nun offiziell ein Ermittlungsverfahren gegen den Mittelfeldspieler des deutschen Rekordmeisters wegen "Kontaktanbahnung zu einer minderjährigen Prostituierten" ein. Nach der Verfahrenseröffnung durch Richter Dando wurde Ribery wieder auf freien Fuß gelassen.
Die französischen Behörden ermitteln bereits seit einiger Zeit gegen einen Pariser Nachtklub, der an gutbetuchte Kunden minderjährige Prostituierte vermittelt haben soll. Eine Frau hat bereits gestanden, eine Beziehung mit Ribery und dessen französischen Nationalelfkollegen Kairm Benzema (Real Madrid) gehabt zu haben, als sie noch nicht volljährig war. Allerdings stellte sie damals auch klar, dass die Spieler von der Minderjährigkeit nichts gewusst hätten.
Ribery selbst gab den Kontakt zu, sagte aber ebenfalls, dass er keine Ahnung gehabt habe, dass die Frau zu dem betreffenden Zeitpunkt noch unter 18 Jahre gewesen sei. Für den gegenteiligen Fall drohen eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und eine Geldstrafe von 45.000 Euro.
Für Riberys Anwältin Sophie Bottai spiegelt das Verfahren nur die Enttäuschung der Franzosen über den desaströsen Auftritt von Ribery und Co. bei der WM in Südafrika wider: "Es gibt keine Beweise. Seit seiner vorherigen Befragung hat sich nichts Neues ergeben. Das einzig Neue seitdem ist nur, dass die WM vorbei ist und die Franzosen schlimm gespielt haben", sagte die Juristin.
Neben Ribery wurde auch gegen dessen Schwager sowie gegen Benzema ein Verfahren eingeleitet.
Der Franzose erholt sich seit knapp drei Wochen in seiner Heimat von einer Operation an der Leiste. Um rechtzeitig in Form zu kommen, hat er nach Angaben der Bayern sogar einen Physiotherapeuten des Klubs in seinen 14-tägigen Urlaub mitgenommen. Am Sonntag wird Ribery in München zum Training erwartet.

Von den Bayern lag am Abend noch keine Stellungnahme vor. Am Dienstag schuftete das Rumpfteam bei herrlichem Sonnenschein vor mehreren hundert Zuschauern. Und obwohl die WM-Starter noch fehlen, was Trainer Louis van Gaal bereits mehrfach beklagte, sieht Sportdirektor Christian Nerlinger der neuen Saison entspannt entgegen: "Ich sehe uns als Topfavoriten in Meisterschaft und Pokal und im erweiterten Favoritenkreis für die Champions League", betonte der 37-Jährige.
Nerlinger deutete auch an, dass es bis zum Ende der Transferperiode am 31. August noch die eine oder andere Veränderung am Kader geben könnte. "Wenn wir eine Chance bekommen und alle der Meinung sind, dass wir uns qualitativ verbessern, dann besteht sicherlich die Möglichkeit, dass noch was passiert", erklärte er.
Damit meinte Nerlinger nicht nur Zugänge, sondern auch Abgänge. Denn Profis wie der in der letzten Rückrunde an den 1. FC Nürnberg ausgeliehene Andreas Ottl oder José Sousa, der an Estudiantes ausgeliehen war, dürften kaum Chancen auf Einsatzzeiten haben. "Grundsätzlich respektieren wir Verträge und verhalten uns sauber gegenüber den Spielern. Es wird kein Druck ausgeübt. Aber es haben Gespräche stattgefunden und jeder Spieler weiß, was auf ihn zukommt", erklärte der Sportdirektor.
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