Bei Real Madrid schätzt man deutsche Nationalspieler schon seit langem. Einst spielten Günter Netzer und Paul Breitner zusammen mit Spaniens Weltmeistertrainer Vicente del Bosque bei den Königlichen. Später trugen Uli Stielike, Bernd Schuster und Bodo Illgner das Trikot der Madrilenen, zuletzt versuchte sich Christoph Metzelder mit mäßigem Erfolg bei dem Starensemble.
Nach den überzeugenden Auftritten der deutschen Nationalelf bei der WM in Südafrika rücken mit dem Stuttgarter Sami Khedira und dem Bremer Mesut Özil wieder Akteure aus der Bundesliga in den Fokus des Traditionsklubs. Es ist auch kein Wunder, dass gerade diese beiden bei internationalen Topklubs ganz oben auf der Liste stehen. Schließlich laufen ihre Verträge nur noch bis 2011, und wenn die Vereine noch satte Ablösesummen einstreichen wollen, müssen sie nun verkaufen. Denn dass den Stuttgartern oder Bremern eine Vertragsverlängerung gelingt, glauben die Verantwortlichen selbst nicht so recht. Zumindest haben beide Klubs schon Gesprächsbereitschaft über einen möglichen Wechsel signalisiert.
Im Falle von Khedira hatten spanische Medien schon am Donnerstag Vollzug gemeldet. Doch der VfB dementiert dies vehement. "Es gibt keinen neuen Stand, wir können das definitiv nicht bestätigen, was da zu lesen ist", sagte Vereinssprecher Oliver Schraft dem kicker. Reals neuer Startrainer José Mourinho hat inzwischen öffentlich zumindest das Interesse von Real Madrid an Khedira bestätigt. "Uns interessiert Khedira", sagte Mourinho der portugiesischen Nachrichtenagentur LUSA: "Er hat enormes Potenzial." Spieler zu verpflichten, die noch dazulernen können, sei eine Strategie, die ihn begeistere, erklärte Mourinho. VfB-Coach Christian Gross ist auf einen Abschied seines Mittelfeldspielers vorbereitet. "Es wäre schade, wenn er uns verlassen würde. Aber aufgrund der Vereinspolitik, die einen Verkauf von Khedira ins Auge fassen muss, wäre es töricht, sich darüber keine Gedanken zu machen", ließ der Schweizer wissen.
Werder Bremens Klubchef Klaus Allofs rechnet mit Angeboten für Mesut Özil und zeigt sich erstmals verhandlungsbereit. "Ich kann mir schon vorstellen, dass in den nächsten Wochen oder kurz vor Ende der Transferfrist der ein oder andere Verein versuchen wird, konkret zu werden", sagte Allofs gegenüber Journalisten. Noch gibt es nach Angaben des Werder-Chefs aber keine offizielle Anfrage. Allofs schließt einen Wechsel des Mittelfeldspielers jedoch nicht mehr aus. "Wenn etwas Konkretes kommt, haben wir die Pflicht, uns damit auseinanderzusetzen, wenn Mesut und sein Berater das wollen", sagte Allofs. "Wir werden unsere Vereinspolitik und unsere Einstellung nicht ändern. Das können wir uns nicht erlauben."
In Spanien berichten Medien von der "Operación Özil". Demnach seien vergangene Woche Berater Özils mit Real-Generaldirektor Jorge Valdano, Sportdirektor Miguel Pardeza und Marketingchef José Angel Sánchez zusammengekommen. Werder verlange den Berichten zufolge eine Ablöse von 16 Millionen Euro. Die Entscheidung hänge von Trainer José Mourinho ab, dieser wolle den 21-Jährigen zunächst persönlich kennenlernen.
Nach Informationen von "Marca" ist der portugiesische Coach auch an einer Verpflichtung von Mario Gomez interessiert. Der Stürmer, dessen Vertrag beim FC Bayern München noch bis 2013 läuft, könne Raúl ersetzen, falls der 33-Jährige wie seit langem spekuliert zum FC Schalke 04 wechseln sollte. Real wolle den Münchnern Geld sowie den Niederländer Rafael van der Vaart anbieten.
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