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31.05.2010, 11:33

DFL-Chef Christian Seifert schlägt Alarm

"Frühzeitig auf Fehlentwicklungen aufmerksam machen!"

DFL-Chef Christian Seifert (41) schlägt Alarm wegen der wirtschaftlichen Lage der Liga und plant in einer neuen Kommission strengere Lizenzierungsregeln. "Der Ligavorstand hat eine Kommission berufen, die sich umgehend mit diesem Thema befassen wird", kündigt Seifert an. Er bemängelt zudem: "Momentan geben einige Klubs systematisch zu viel Geld aus."

DFL-Chef Christian Seifert
"Es könnte sinnvoll sein, die Leitplanken enger zu setzen": DFL-Chef Christian Seifert.
© picture allianceZoomansicht

kicker: Am Mittwoch läuft die Frist zur Erfüllung von Bedingungen ab, die in der ersten Runde des Lizenzierungsverfahren mehreren Vereinen gestellt worden sind. Droht einem Klub die Lizenzverweigerung, Herr Seifert?

Christian Seifert: Das hängt davon ab, ob alle Klubs die auferlegten Bedingungen erfüllen.

kicker: Die Lizenzerteilung für 1860 München und Arminia Bielefeld soll auf Messers Schneide stehen.

Seifert: Wir kommentieren grundsätzlich keine Gerüchte rund um das Lizenzierungsverfahren.

kicker: Was passiert, wenn einem Verein die Lizenz verweigert wird?

Seifert: Stellt der Lizenzierungsausschuss in seiner Sitzung am 4. Juni fest, dass die mit Stichtag zum 2. Juni gestellten Bedingungen nicht in dem erforderlichen Umfang von einem Klub erfüllt werden, erhält der betroffene Verein keine Lizenz. Er hat dann die Möglichkeit, das Schiedsgericht anzurufen. Bliebe es bei der Entscheidung, würde sich die Zahl der sportlichen Absteiger vermindern.

kicker: Die 2. Liga scheint über ihre Verhältnisse zu leben.

"Es die Frage erlaubt sein, ob es möglicherweise ein strukturelles Problem gibt."DFL-Chef Christian Seifert

Seifert: Wenn ein Klub, bezogen auf den Durchschnittsumsatz, eine Liquiditätslücke von 20 Prozent oder mehr aufweist, muss die Frage erlaubt sein, ob es möglicherweise ein strukturelles Problem gibt. Aber ich will die Problematik nicht allein an der 2. Liga festmachen.

kicker: Sondern?

Seifert: Wir haben zwei Ligen, aber im Grunde reden wir über drei Tabellen. Die mittlere Tabelle beginnt bei Platz 13 der Bundesliga und geht bis Platz sechs der 2. Liga. Dort bewegen sich in der Regel Klubs, die nicht absteigen oder möglichst schnell aufsteigen wollen. In dieser Situation scheint die Gefährdung besonders hoch, tendenziell größere Risiken einzugehen. Es könnte daher sinnvoll sein, die Leitplanken enger zu setzen, selbstverständlich im Rahmen des gerade vom UEFA-Exekutivkomitee verabschiedeten Financial-Fairplay.

kicker: Was ist geplant?

Seifert: Eine Verschärfung des Lizenzierungsverfahrens ist in der Diskussion. Der Ligavorstand hat eine Kommission berufen, die sich umgehend mit diesem Thema befassen wird.

kicker: Wer sitzt in der Kommission?

Seifert: Mitglieder aus dem Ligavorstand, aus den Vereinen und, wegen der Schnittstelle zur 3. Liga, des DFB. Den Vorsitz hat der von der 2. Liga als Vizepräsident aufgestellte Harald Strutz.

kicker: Wann gibt es Ergebnisse?

Seifert: Eine Neufassung der Lizenzierungsordnung könnte auf der nächsten Generalversammlung des Ligaverbandes am 17. August in Berlin zur Abstimmung gestellt werden und würde bei Annahme schon im nächsten Lizenzierungsverfahren greifen.

kicker: Wie sehen Ihre Vorstellungen aus?

Seifert: Ich kann und will der Arbeit der Kommission nicht vorgreifen. Aber Fakt ist: Viele Klubs planen bisher mit einer schwarzen Null. Wenn dann etwas Unvorhergesehenes passiert, etwa eine Trainerentlassung oder die Verpflichtung neuer Spieler, endet das Geschäftsjahr fast automatisch mit einem Verlust. In dieser Saison gab es mehrere Vereine, bei denen wir Bedingungen stellen mussten, um die Finanzierung bis zum Saisonende abzusichern. Das ist ein Alarmzeichen. Deshalb wird die Kommission sicher auch darüber reden, ob die Liquidität künftig nicht für mehr als nur eine Saison nachgewiesen werden muss.

"Einige Klubs geben systematisch zu viel aus, leider vor allem in der 2. Liga."DFL-Chef Christian Seifert

kicker: Sie klingen sehr besorgt.

Seifert: Die DFL hat den Auftrag von der Liga, die mittel- bis langfristige Entwicklung der Bundesliga positiv zu gestalten. Deshalb müssen wir frühzeitig auch auf Fehlentwicklungen aufmerksam machen. Wir dürfen trotz steigender Umsätze in der Vermarktung, des ungebrochenen Zuschauerbooms, des besseren Abschneidens in den europäischen Wettbewerben mit der Perspektive, wieder einen vierten Platz in der Champions League zu erhalten, die Realität nicht verkennen.

kicker: Diese Analyse hilft wirtschaftlich angeschlagenen Klubs nicht.

Seifert: Momentan geben einige Klubs systematisch zu viel Geld aus, leider vor allem in der 2. Liga. Wenn wir die Lizenzierung strengeren Regeln unterwerfen, geben wir den Klubs auch bessere Argumentationen gegenüber Fans und Sponsoren und deren großen, oft emotional geprägten, Erwartungshaltungen und Forderungen. Oft wird versucht, über das Abtreten von Vermarktungsrechten über viele Jahre oder über die Beschaffung neuer Kredite die erforderliche Liquidität zur Erhaltung der Lizenz zu generieren, aber das löst das eigentliche Problem nicht. Der richtige Ansatz lautet: Nicht mehr ausgeben als man hat.

Interview: Rainer Franzke


Strutz leitet Kommission

Liga-Vizepräsident Harald Strutz, Präsident des 1. FSV Mainz 05, steht der Kommission vor, die eine Verschärfung der Lizenzierungsordnung erarbeitet. Dem Gremium gehören ferner aus dem Ligavorstand und dem DFL-Aufsichtsrat Liga-Vizepräsident Peter Peters (Schalke 04), Michael Meier (1. FC Köln), Dr. Heinrich Breit (SC Freiburg) und DFL-Geschäftsführer Christian Seifert sowie Karl Hopfner (Vorstand FC Bayern München), Ansgar Schwenken (Vorstand VfL Bochum), Werner Möglich (DFL-Direktor Lizenzierung), Jürgen Paepke (DFL-Justiziar) und DFB-Direktor Helmut Sandrock an.

 

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