Und damit ist in aller Kürze erklärt, warum die Ehe zwischen Borussia Dortmund und dem quotenschwachen Angreifer, der in der vergangenen Saison von 15 Großchancen elf vergab, vor der Scheidung steht. Trotz eines noch bis 2012 laufenden Vertrages.
Valdez' Position beim BVB hat sich dramatisch verschlechtert. Um die zwei zentralen Offensivplätze in Jürgen Klopps 4-2-3-1-System bewerben sich für die kommende Saison Lucas Barrios (25), voraussichtlich Robert Lewandowski (21), Mohamed Zidan (28, fehlt wegen seines Kreuzbandrisses aber noch bis Oktober) und Tamas Hajnal (29). Selbst Neuzugang Shinji Kagawa (21) werden in der Mitte noch bessere Chancen eingeräumt als Valdez, der keine Neigung verspürt, dauerhaft auf die Flügel auszuweichen. "Dafür", gesteht er, "bin ich nicht geschaffen." Einziger Ausweg für ihn - ein Wechsel. Ein anderes Umfeld. Ein Neuanfang, den ihm auch Klopp nahelegt: "Nelson könnte eine Luftveränderung möglicherweise guttun."
Längst hat sich Valdez damit abgefunden, dass er in Dortmund nicht mehr glücklich wird. Beim BVB zu bleiben hat für ihn keinen Sinn. Das Ausland lockt. Die englische Premier League. "In Deutschland", beklagte Valdez kürzlich in einem Gespräch mit den Ruhr Nachrichten, "in Deutschland ist mein Name versaut."
Südafrika bietet ihm ab 14. Juni die große Bühne, sich zu präsentieren. "Wenn danach Angebote für ihn kommen, werden wir darüber nachdenken", sagt Klopp. Potenziellen Käufern legt er einen Fußballer ans Herz, der "150-mal besser spielen kann, als die Leute meinen". Valdez habe eigentlich "alles drauf", er sei "richtig schnell", verfüge über eine "unglaubliche Sprungkraft" und könne "beidfüßig abschließen". Trotzdem scheiterte er beim BVB und macht Lewandowski Platz.
Ungeachtet aller Probleme, die sich weiterhin um diesen Wechsel ranken, erklärt Jacek Rutkowski, der Besitzer von Lech Posen: "Es sind nur Kleinigkeiten, die uns aufhalten. Sie zu klären ist schwer. Trotzdem glaube ich, dass Robert nach Dortmund gehen wird." Eine Klausel in Lewandowskis Vertrag sieht vor, dass diesem und seinem Berater Cesary Kucharski (38) ein hoher sechsstelliger Betrag von der Ablöse (4,5 Millionen Euro) zusteht. Weil Posen aber viel mehr Geld kassiert hätte, wenn sich der Stürmer für einen anderen Bewerber (Blackburn, Genua) entschieden hätte, stellt sich der Klub stur und verlangt Zugeständnisse vom Spieler. Darauf lässt sich Lewandowski bisher nicht ein. Rutkowski: "So wie auf dem Platz kämpft Robert auch um sein Geld."
Thomas Hennecke
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