Die Turbulenzen in Hoffenheim gehen weiter. Dass Manager Jan Schindelmeiser den Klub verlässt, ist durch Medienberichte vom Samstagabend bekannt. Dass jedoch auch Ralf Rangnick extreme Zweifel befallen, ob er sein Engagement in Hoffenheim fortsetzen soll, dokumentierte die eilends einberufene Pressekonferenz am Sonntagmittag eindrucksvoll.
"Das ist ein massiver Umbruch", erklärte Dietmar Hopp den Medienvertretern, "aber wir wären nicht gereift, wenn wir darauf nicht reagieren könnten." Binnen einer 72-Stunden-Frist soll eine Entscheidung über die Zukunft des Trainers verkündet werden. Rangnick schien nicht nur von diesem Statement des SAP-Mitbegründers überrascht, was an seinem süffisanten Unterton deutlich herauszuhören war. Nun wird man sich wohl am Donnerstag zusammensetzen, weil Hopp am Mittwoch verhindert ist.
Sollte der Coach hinschmeißen, "haben wir definitiv keinen Plan B in der Tasche", sagte Hopp dem kicker. "Wenn er aufhört, wäre das sehr bitter. Wir müssten uns sehr beeilen."
Von einer Hinhaltetaktik Rangnicks kann nach dieser Veranstaltung gewiss nicht die Rede sein. Vielmehr scheint der Fußballlehrer irritiert. Und das hat in erster Linie mit zwei Faktoren zu tun. Ein Teammanager-Modell, das Hopp dem Coach bei Vertragsbeginn 2006 zwar zusicherte, mit der Beförderung von Schindelmeiser 2009 jedoch aushebelte, gibt es künftig nicht. Rangnick könnte sich das zwar vorstellen, "aber ein Magath-Modell finde ich nicht glücklich", meinte Hopp. "Die Arbeitsteilung zwischen Trainer und Manager, wie sie von fast allen Klubs praktiziert wird, erachte ich für sinnvoll. Deshalb wird es einen Nachfolger auf dem Managerposten geben."
Die Gespräche mit dem Neuen laufen. Die Recherchen des kicker decken sich mit verschiedenen Medienberichten, wonach Thomas von Heesen (48, im Januar als Trainer bei Apollon Limassol auf Zypern entlassen) ein Kandidat sein soll. Rangnick ist zwar in die Gespräche eingebunden, wurde aber lediglich mit Kandidaten konfrontiert. "Von einem Vorschlagsrecht würde ich nicht sprechen", sagte Rangnick.
Da Hopp überlegt, diesen Manager nach einer gewissen Probezeit auf der Geschäftsführerebene zu verankern, müsste Rangnick mit der gleichen Konstruktion leben wie zuletzt. Diese Personalie sowie die Einführung eines Aufsichtsrates lässt sich nur so deuten, dass Hopp die Zügel anzieht und Rangnick nicht mehr voll vertraut. Das wiederum lässt den Trainer zweifeln.
Ansonsten diente die Veranstaltung dazu, Schindelmeiser nicht öffentlich zu beschädigen. Dass der Geschäftsführer (geschätztes Jahreseinkommen von mehr als 500 000 Euro) auf Druck von oben gehen musste und finanziell entschädigt wird, ist ein offenes Geheimnis.
Welches Paar soll bei der EURO die Innenverteidigung bilden?(47692 Teilnehmer)
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