"In der nächsten Woche ist es aber so weit", verkündet Hoeneß, "in acht bis zehn Tagen werden wir eine Entscheidung bekanntgeben." Die große Frage lautet jedoch wieder: Wer wird's? Denn: Der Deal mit Gerard Houllier (62) wackelt. Mit dem Wunschkandidaten wurde zwar längst Einigkeit erzielt, dennoch hängt die Verpflichtung des Franzosen offenbar am seidenen Faden. Der Grund ist, wie der kicker erfuhr, ein gravierendes Problem im engsten privaten Umkreis des Fußballtrainers.
Seit der vergangenen Woche steckt Houllier deshalb im Zwiespalt. Lässt sich ein Trainerjob in Deutschland mit seiner privaten Situation vereinbaren? Die Antwort auf diese Frage entscheidet darüber, ob Houllier neuer VfL-Trainer wird oder nicht. "Die Gespräche laufen weiterhin sehr gut", sagte Houllier in dieser Woche der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung. Es geht dabei aber schon längst nicht mehr ums Geld, es geht auch nicht um andere Vereine, die Houllier womöglich locken und den VfL ausstechen könnten.
Eine Absage des Mannes, der aktuell als Technischer Direktor beim französischen Fußballverband tätig ist, wäre ein Rückschlag für Manager Hoeneß, der von Anfang an die Lösung mit dem Ex-Trainer des FC Liverpool und von Olympique Lyon favorisiert hat. Er ließ sich die notwendige Zeit für diesen Coup, der nun jedoch in Gefahr ist. Wie lange kann der VfL auf die endgültige Entscheidung Houlliers warten? Die Zeit wird nun knapper, die Konkurrenz auf dem Trainermarkt indes größer. Auch der HSV ist mittlerweile auf der Suche. Deswegen arbeitet Hoeneß intensiv an Alternativlösungen zu Houllier und scheint auch für den Fall einer Absage des Franzosen gerüstet. Denn der Plan steht: In der nächsten Woche soll der neue Trainer vorgestellt werden.
Wer könnten die Alternativen sein? Der vertragslose Bernd Schuster (50), der ganz zu Beginn der Trainersuche schon mal ein Thema war? Oder Martin Jol (54, Ajax Amsterdam), der ehemalige HSV-Coach? Terminlich passen würde es auch bei ihm. An diesem Wochenende endet die Saison in den Niederlanden, am nächsten Donnerstag findet das Pokalfinalrückspiel zwischen Ajax und Feyenoord Rotterdam statt. Anschließend könnte er in Wolfsburg präsentiert werden. Mit Amsterdam rangiert Jol in der Liga aktuell auf Rang zwei, einen Punkt hinter Twente Enschede. Die Meisterschaft ist also noch drin, die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation bereits gesichert. Das ist wiederum ein Argument dafür, dass es Jol nicht unbedingt zum international im kommenden Spieljahr nicht vertretenen VfL zieht.
Am Donnerstag teilte der VfL mit, dass Makoto Hasebe (26) seinen Vertrag um weitere zwei Jahre verlängert hat. Der japanische Mittelfeldspieler, der 2008 von Urawa Red Diamonds in die Bundesliga kam, unterschrieb bis zum 30. Juni 2012. "Makoto ist ein Spieler, wie ihn sich jede Mannschaft wünscht: immer zuverlässig, engagiert und unermüdlich. Er ist ein echter Teamplayer und somit sehr wertvoll für uns", sagte Dieter Hoeneß über den designierten WM-Teilnehmer. Hasebe kam bisher auf 63 Bundesliga-Einsätze und erzielte zwei Tore für den VfL, mit dem er im Vorjahr Meister wurde.
Thomas Hiete
Welches Paar soll bei der EURO die Innenverteidigung bilden?(47692 Teilnehmer)
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