Der Hamburger SV tat sich am Sonntag gegen Hannover 96 von Beginn an schwer. Gegen biedere Niedersachsen, die zwar engagiert auftraten, aber fast jegliche Gefahr nach vorne vermissen ließen, kam die Labbadia-Elf nicht über ein torloses Remis hinaus. Dabei musste Hannover in der letzten halben Stunde sogar in Unterzahl auskommen, nachdem Stajner mit Gelb-Rot vom Feld musste. Die Hanseaten, die vom Publikum mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedet wurden, spüren die Konkurrenz im Rennen um die internationalen Plätze im Nacken. Hannover bewies dagegen mit der Energieleistung, dass die Hoffnung auf den Klassenerhalt weiter besteht. Für den negativen Höhepunkt sorgte Stürmer Guerrero nach dem Spiel. Er lieferte sich einen Disput mit einem unzufriedenen Zuschauer und schleuderte dem Fan dann seine Trinkflasche ins Gesicht.
Wohl dem, der einen Edin Dzeko in seinen Reihen hat. Hoffenheim bestimmte in Wolfsburg in der ersten Hälfte das Spiel und hatte die besseren Chancen, das Tor machte jedoch der Bosnier. So erteilte der VfL der vorne erneut zu harmlosen Rangnick-Elf eine Lehrstunde in Sachen Effektivität und feierte einen souveränen Erfolg. Wolfsburg lieferte damit eine gelungene Generalprobe für das Europa-League-Rückspiel gegen Fulham am Donnerstag ab und bleibt auch in der Bundesliga nach fünf Siegen aus den vergangenen sechs Spielen weiter dran.

364 Tage nach dem unvergesslichen 5:1 mit Wolfsburg über die Bayern wollte Felix Magath am Samstag auch mit Schalke 04 den Grundstein zum deutschen Meistertitel legen und sich einen satten Fünf-Punkte-Vorsprung zum Rekordmeister schaffen. Allein, die Bayern wollten nicht mitspielen bei diesem Schalker Traum!
Durch einen Doppelschlag im ersten Abschnitt - zunächst traf Ribery im Strafraum gegen Neuer, wenig später Müller nach Pass von Olic (25., 26.) - schockten die Gäste Gelsenkirchen. In einer turbulenten ersten Hälfte nährte Knipser Kuranyi mit einem feinen Kopfballtreffer (18. Saisontor) seine WM- und die Schalker Titelhoffnungen. Zumal die Bayern schon ab der 41. Minute in Unterzahl agieren mussten: Hamit Altintop flog nach einem Schubser gegen den Schiedsrichter-Assistenten und einem Foul an Rafinha mit Gelb-Rot vom Feld.
Es blieb beim 1:2 und der dritten Heimniederlage der Schalker, die den Bayern erst am 24. März im Pokal-Halbfinale zu Hause unterlegen waren (0:1 n.V.). Der FCB bog nach zwei Bundesliga-Niederlagen (je 1:2 in Frankfurt und gegen Stuttgart) wieder in die Erfolgsspur ein, und das ohne Arjen Robben, der nach seiner Wadenverletzung doch nicht rechtzeitig fit geworden war. Schalke, das nun einen Punkt hinter Bayern liegt, muss im kommenden Auswärtsspiel in Hannover auf Abwehrchef Bordon verzichten (Gelb-Rot, 90.+4).
Der große Nutznießer des Gipfeltreffens hätte Bayer Leverkusen werden können. Und die Werkself führte Sekunden nach der Pause bei Eintracht Frankfurt auch mit 2:1. Alles schien seinen Gang zu gehen, Goalgetter Kießling hatte mit einem Doppelpack sein Torekonto auf 18 aufgestockt und das Resultat nach Tebers Elfmetertor gedreht. Doch dann sah Schwaab Rot (49.) und erwies dem Heynckes-Team einen Bärendienst. In Überzahl traf Caio aus der Ferne mit Wucht und Drall gegen Adler zum 2:2. Und Frankfurts Abwehr-Bad-Boy Maik Franz (10. Gelbe Karte) verzückte die Eintracht-Fans mit einem Fallrückziehertor zum 3:2 in der vorletzten Spielminute. Während die Hessen mehr denn je mit Rang sechs liebäugeln, muss Bayer um die Champions-League-Teilnahme bangen.
Denn die Dortmunder Borussia rückte durch ein 2:1 über Werder Bremen bis auf einen Zähler an den Dritten Leverkusen heran. Großkreutz und Subotic köpften den BVB auf die Siegerstraße, Hunts Anschlusstor war am Ende alles, was der SVW zu bieten hatte.
Langen Atem bewies der VfB Stuttgart, der nach dem 2:1-Heimsieg über Borussia Mönchengladbach punktgleich mit Frankfurt Rang sechs anpeilt und den Hamburger SV weiter unter Druck setzt. Die Schwaben, die die Rückrundentabelle vor den Bayern anführen, liefen lange Zeit einem Rückstand (Reus, 33.) hinterher. Marica sorgte für Erleichterung, und Kuzmanovic nahm beim Siegschuss (83.) sogar einen Krampf in Kauf.
Im Tabellenkeller gab es am Samstagnachmittag einen Sieger: Nürnberg. Der Club gewann sein Heimspiel gegen Mainz 05 mit 2:0. Nach Ivanschitz' früher Roter Karte (4., versuchte Tätlichkeit gegen Pinola) trafen Frantz und Choupo-Moting vor der Pause und stellten die Weichen auf einen am Ende verdienten Heimsieg, der noch höher hätte ausfallen können.
Die Franken zogen mit dem VfL Bochum bei nun 28 Punkten gleich und erhöhten den Vorsprung auf den SC Freiburg auf drei Zähler. SC und VfL trennten sich an der Dreisam mit 1:1. Dabrowski glich Cisses Tor im ersten Abschnitt aus.
Am Abend gelang der Berliner Hertha durch ein 3:0 beim 1. FC Köln der fünfte Saisonsieg und nach dem 5:1 in Wolfsburg ein weiterer Paukenschlag im Abstiegskampf. Das einst schon abgeschlagene Schlusslicht hat nun nur noch drei Zähler Rückstand auf den Relegationsrang. Raffael stellte mit einem Doppelpack vor der Pause die Weichen, beim zweiten Tor sah Mondragon nicht gut aus. Im zweiten Abschnitt kam es noch bitterer für die "Geißböcke", die Mohamad (Rot) und Tosic (Gelb-Rot) durch Platzverweise verloren. Die Soldo-Elf musste ein gellendes Pfeifkonzert über sich ergehen lassen und ist im Abstiegskampf weiterhin nicht aus dem Schneider.
Welches Paar soll bei der EURO die Innenverteidigung bilden?(47692 Teilnehmer)
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